Egal ob FFP2-Maske, OP-Maske oder andere Mund-Nasen-Bedeckungen: Die Corona-Pandemie hat in den vergangenen zwei Jahren einen entscheidenden Anteil daran gehabt, was wir im Gesicht tragen. Und nach wie vor scheiden sich an der "Gesichtsmaske" regelmäßig die Geister. Die einen fühlen sich davon eingeschränkt, bekommen schlecht Luft, die anderen halten sie für ein essenzielles Werkzeug im Kampf gegen die Pandemie. 

Eine neue Studie, die Forschende der Universität Cardiff durchgeführt haben, hat jetzt jedoch einen völlig neuen Vorteil der Maske bewiesen. Gesichtsschutzmasken lassen ihre Träger attraktiver erscheinen. Dabei spielt vor allem die Art der Maske eine entscheidende Rolle. Veröffentlicht wurde die Studie in der Zeitschrift "Cognitive Research: Principles and Implications". Die Forschenden verglichen, wie verschiedene Arten von Gesichtsmasken die Attraktivität von 40 männlichen Gesichtern veränderten. So stellte sich etwa heraus, dass die blaue medizinische Maske die Attraktivität des Gesichts stärker steigert als andere Gesichtsmasken.

Masken lassen Gesichter attraktiver wirken

Dr. Michael Lewis, Experte für die Psychologie von Gesichtern und Dozent an der "School of Psychology" der Universität Cardiff erklärte: "Untersuchungen, die vor der Pandemie durchgeführt wurden, ergaben, dass medizinische Gesichtsmasken die Attraktivität von Menschen mindern können." Er und sein Team wollten prüfen, ob sich das geändert hat, seit Gesichtsbedeckungen fester Alltagsbestandteil geworden sind. "Außerdem hat uns interessiert, ob die Art der Maske einen Einfluss auf die Attraktivität hat."

Die Studie der Forschenden zeigt, dass Gesichter als besonders attraktiv wahrgenommen werden, wenn sie von medizinischen Gesichtsmasken bedeckt sind. "Das mag daran liegen, dass wir daran gewöhnt sind, dass Mitarbeiter des Gesundheitswesens blaue Masken tragen, und dass wir diese nun mit Menschen in pflegerischen oder medizinischen Berufen assoziieren. In einer Zeit, in der wir uns verletzlich fühlen, empfinden wir das Tragen von medizinischen Masken möglicherweise als beruhigend und stehen dem Träger daher positiver gegenüber", erklärt Lewis. 

Außerdem führte der Experte für Psychologie von Gesichtern aus: "Wir haben auch festgestellt, dass Gesichter mit Stoffmasken als deutlich attraktiver empfunden werden als solche ohne Masken. Ein Teil dieses Effekts könnte darauf zurückzuführen sein, dass unerwünschte Merkmale in der unteren Gesichtshälfte verdeckt werden - dieser Effekt war sowohl bei weniger attraktiven als auch bei attraktiveren Personen zu beobachten." Gesichter ohne Masken wurden bei den Tests stets als am wenigsten attraktiv bewertet. 
Im Februar 2021 ließen die Forschenden 43 Teilnehmerinnen die Attraktivität männlicher Gesichter ohne Maske, mit einer Stoffmaske, mit einer blauen medizinischen Gesichtsmaske und mit einem einfachen schwarzen Buch, das den Bereich abdeckte, den eine Gesichtsmaske verdecken würde, mit einem Wert zwischen eins und zehn bewerten. Das Experiment fand also rund sieben Monate nachdem im Vereinigten Königreich das Tragen von Gesichtsmasken verpflichtend eingeführt wurde, statt.

Forschungsergebnisse unterscheiden sich von Datenlage vor der Pandemie

"Die Ergebnisse der Studie stehen im Gegensatz zu den Forschungsergebnissen vor der Pandemie, bei denen man davon ausging, dass Masken die Menschen an eine Krankheit denken lassen und die Person gemieden werden sollte", schilderte Dr. Lewis. Die aktuelle Forschung zeige, dass die Corona-Pandemie bereits die Psychologie verändert habe. Etwa, wie die Träger von Masken wahrgenommen werden. "Wenn wir jemanden sehen, der eine Maske trägt, denken wir nicht mehr 'diese Person hat eine Krankheit, ich muss mich von ihr fernhalten'“.

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Das habe mit der Evolutionspsychologie zu tun. Der Mensch wähle seine Partner immer so aus, dass bereits mögliche Anzeichen von Krankheiten ihn in der Wahl beeinflussen können. "Früher waren alle Hinweise auf Krankheiten eine große Abschreckung. Jetzt können wir eine Verschiebung in unserer Psychologie beobachten." Statt wie vor der Pandemie als Krankheitsindikator gilt die Maske also jetzt als Auswahlkriterium. Die Gesichtsmaske steht stellvertretend für Verantwortung und Rücksichtnahme. Ein Maskenverweigerer wird dagegen nicht als potenzieller Partner in Betracht gezogen.  

Eine zweite Studie wurde bereits durchgeführt, bei der eine Gruppe von Männern Frauen mit Masken betrachtet und bewertet hat. Diese wurde bislang jedoch noch nicht veröffentlicht. Lewis jedoch ist sich sicher, dass sich die Ergebnisse größtenteils gleichen werden. Die Forscher baten die Teilnehmer darum, nicht ihre sexuelle Orientierung anzugeben.

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