In der ZDF-Polit-Talkshow "Maybrit Illner" hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder seinen aktuellen Kurs in der Corona-Politik verteidigt. Er wehrte sich gegen die Kritik, zu oft die Ausrichtung gewechselt zu haben - mal "Team Vorsicht", mal "Team Augenmaß". 

Söder selbst übte Kritik für die Änderung des Genesenenstatus und zeigte wenig Verständnis für die Verkürzung auf drei Monate. 

"Nicht alles zusperren"

In der ZDF-Sendung mit dem Titel "Mit Omikron leben – Konzept oder Kapitulation?" waren neben Markus Söder auch Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD), der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit und die Journalistin Anna Clauß ("Spiegel") zu Gast. Die Redaktion der Sendung hatte einen Einspielfilm vorbereitet, um Markus Söders wechselnden Kurs aufzuzeigen. „Schön, dass Sie sich bei mir so viel Mühe geben, um vermeintliche Widersprüche aufzuzeigen“, reagierte Söder auf den Einspieler und verwies darauf, dass man sich immer nach der Empfehlung von Experten gerichtet habe. "Wir müssen ein atmendes System finden", sagte Söder mit Blick auf die Omikron-Variante, die andere Besonderheiten aufweise. "Wir können hier nicht allein mit Zusperren reagieren", so Söder. 

Kritik übte der bayerische Regierungschef selbst schließlich an der Kommunikation der Behörden, vor allem des Robert Koch-Instituts (RKI) in Bezug auf den Genesenenstatus: "Es hat uns alle etwas überrascht, und tatsächlich stellt es viele Genesene vor eine völlig neue Situation." Hier hätte man mehr erklären müssen, um Verständnis für diese Maßnahme zu erzeugen. Wenn das Ziel sie, für mehr Boosterimpfungen zu sorgen, dann müsse man das auch klar sagen, so Söder. 

Die "Spiegel"-Journalistin Anna Clauß blieb aber dabei: Söder bleibe eben Söder, indem er sich jetzt an die Spitze derer begäbe, die schnell den Notausgang suchten. Die Aussagen über das "Team Augenmaß" kenne man eigentlich von Armin Laschet, so die Journalistin.