• Corona-Maßnahmen könnten im Frühjahr 2022 fallen
  • Karl Lauterbach: Lockerungen von Impfquote abhängig
  • Virologin warnt vor "neuem 3G"
  • Mahnung: Wer sich nicht impfen lässt, wird sich infizieren

Können die Corona-Maßnahmen am 21. März 2022 endlich fallen? Dieses Datum stellen zumindest die Ampel-Parteien in Aussicht. Doch Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnt: Bis zu diesem Stichtag seien die meisten Menschen, die aktuell noch ungeimpft sind, entweder geimpft, genesen oder verstorben. Schwere Verläufe einer Corona-Infektion und Todesfälle gebe es nämlich vor allem bei Impfverweigerern, so der SPD-Politiker. Daher appelliert Lauterbach wiederholt, sich gegen das Corona-Virus impfen zu lassen.

Corona-Maßnahmen sollen angepasst werden

SPD, Grüne und FDP fordern eine Überarbeitung des Infektionsschutzgesetzes: Die Änderung sieht vor, dass einzelne Maßnahmen weiterhin gelten können, auch wenn die derzeit gültige 14. Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung Ende November auslaufen sollte. Das Bayerische Kabinett hatte in seiner jüngsten Sitzung die Verlängerung bis einschließlich 24. November 2021 beschlossen. Zu den betroffenen Maßnahmen würden dann die Maskenpflicht, die 3G- sowie 2G-Regel und Abstandsvorschriften zählen. Der Änderung müsste aber erst vom Bundestag und Bundesrat zugestimmt werden.

"Das Eckpunktepapier wird der Bekämpfung der Corona-Pandemie gerecht", sagte Lauterbach gegenüber "Rheinischen Post". Der Vorschlag der Ampel-Parteien sei ein guter Kompromiss, der weiterhin Maßnahmen für die einzelnen Bundesländer  ermögliche, aber Lockdowns und Ausgangssperren ausschließe.

Lauterbachs klare Meinung zu Impfverweigerern teilt auch Jana Schroeder: Mit einer eindringlichen Warnung, beschreibt die Virologin aus dem Münsterland die Bedeutung der Corona-Immunität: "Wir werden früher oder später ein neues '3G' bekommen: Geimpfte, Genesene – und die sind nicht immer gesund - und Gestorbene", sagt Schroeder, Chefärztin des Instituts für Krankenhaushygiene und Mikrobiologie der Stiftung Mathias-Spital in Rheine (Nordrhein-Westfalen).  Was im Klartext bedeutet: Wer sich nicht impfen lässt, wird sich früher oder später infizieren.

Geimpfte, Genesene oder Gestorbene: "Einfach das, was am wahrscheinlichsten eintreten wird"

Ohne Immunität könne es keine Normalität geben, bekräftigte sie im Gespräch mit dem Nachrichtenportal Focus online. "Und die Immunität können wir auf verschiedene Weise erreichen. Einerseits durch die Impfung, das wäre wünschenswert. Andererseits aber auch durch eine Infektion", so die Fachärztin für Virologie, Infektiologie und Infektionsepidemiologie.

Die Nachfrage, ob die Einteilung in Geimpfte, Genesene und Gestorbene nicht zu hart klänge, verneinte die Medizinerin. Das habe mit den Anteilen der drei Kategorien zu tun - es sein "einfach das, was am wahrscheinlichsten eintreten wird". Deshalb sei es besonders wichtig, den Anteil des dritten Gs, der Gestorbenen, möglichst kleinzuhalten und die Langzeiterkrankungen wie Long Covid zu vermeiden. Allein in Deutschland seien bereits über 90.000 Menschen gestorben, in den USA schon über 700.000 Menschen, unterstreicht sie.

Grundsätzlich glaubt Schroeder daran, dass Corona schon im kommenden Frühjahr "in Deutschland weniger problematisch" sein könnte: "Dann werden hoffentlich möglichst viele Menschen geimpft sein - und der Rest wird sich infiziert haben." Die Virologin schlägt vor, einen "Freedom Day" mit Abschaffung sämtlicher Corona-Maßnahmen nicht an einem Datum, sondern an der Impfquote festzumachen: "Das könnte man auch als gesellschaftlichen Anreiz setzen." Im Augenblick sei die Debatte um einen Freedom Day aber verfrüht, jetzt im Herbst sei der Zeitpunkt nicht sinnvoll.

Kein Anstieg der Infektionen im Winter wäre "sehr ungewöhnlich"

Vor allem, da sie im Winter mit einer Zunahme der Corona-Infektionen rechnet. Da Infektionskrankheiten der Atemwege grundsätzlich im Winter schwerer verliefen als im Sommer, wäre es "schon sehr ungewöhnlich, wenn die Infektionszahlen und die Krankheitslast über diesen Winter bei Sars-CoV-2 nicht auch wieder ansteigen würden", erklärte Schroeder bei Focus online. Wie hoch die Zahlen letztendlich sein würden, hänge von politischen Entscheidungen, dem Verhalten der Menschen und der Impfquote ab.

Auch eine Impfstoffforscherin ist der Ansicht, dass ungeimpfte Personen sich höchstwahrscheinlich mit dem Virus früher oder später infizieren werden: Corona könnte dennoch in baldiger Zukunft einer harmlosen Erkältung gleichen - bei entsprechend hoher Impfquote.

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