• Europa bereits zwei Mal kurz vor dem Blackout 
  • Flächendeckender Stromausfall wäre Katastrophe
  • Blackout in Deutschland möglich?

Ein plötzlicher Wintereinbruch sorgte bereits 2005 für einen tagelangen Stromausfall im Münsterland. Im Januar 2021 konnte in letzter Sekunde ein Blackout in Europa verhindert werden. In Österreich ist es am 08. Januar 2021 zu einem starken Frequenzabfall im Stromnetz gekommen, weil in Rumänien ein Kraftwerk ausgefallen war. Sind die Schwankungen im Stromnetz zu stark, kann es passieren, dass sich Maschinen aus Sicherheitsgründen selbst abschalten - auch Kraftwerke. Es kommt zum Blackout. 

Europaweiter Blackout: Was passiert, wenn der Strom wegfällt?

Ein europaweiter Blackout konnte im Januar dieses Jahres nur verhindert werden, weil die Stromversorger rechtzeitig gehandelt haben, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtet. Wären tatsächlich Kraftwerke ausgefallen, hätte dies in einer Katastrophe enden können. Schließlich ist unser aller Leben von Strom extrem abhängig: Angefangen bei Licht, Kühlschrank, Herd und Ofen über Wasserversorgung und Heizung bis zum Gesundheitssystem. Bei diesem würden binnen 24 Stunden ohne Strom massive Einschränkungen anfallen, die für teils lebensgefährliche Umstände sorgen können. Doch, wie wahrscheinlich ist ein derartiger Blackout und wie können wir uns vorbereiten?

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe erklärt diesbezüglich, dass die Stromversorgung in Deutschland zu den sichersten in Europa zählt. "Zusätzlich sorgt der Zusammenschluss der europäischen Stromnetze zu einem Verbundnetz für Stabilität der Stromversorgung", heißt es weiter.

Das bedeutet, dass sich die Mitglieder des Verbundes bei Kraftwerkausfällen gegenseitig unterstützen und einspringen. "Schaltungen im Netz eines einzelnen Stromnetzbetreibers können jedoch zu europaweiten regionalen Stromausfällen führen. Da dabei jedoch keine Anlagen der Stromversorgung zerstört werden, können so verursachte Stromausfälle meist binnen kurzer Zeit wieder behoben werden." 

Gefahren bei Stromausfall: Erhöhtes Brandrisiko und Stromschlaggefahr

Welche Gefahren von einem längeren Stromausfall ausgehen, hat das Bundesamt ebenfalls erläutert: 

  • Erhöhtes Brandrisiko: Bei Stromausfall kann die unsachgemäße Benutzung von Heiz- und Lichtquellen zu Bränden führen. Auch der Einsatz von Kerzen sorgt für ein ehöhtes Brandrisiko. 
  • Stromschlaggefahr durch Hochwasser: "Sind elektrische Anlagen wie zum Beispiel Anlagen des öffentlichen Stromnetzes, Hausverteilungen, Schalter, Steckdosen oder elektrische Geräte, die an das Hausnetz angeschlossen sind, überschwemmt, dürfen diese nicht berührt werden. Ebenso sollten überschwemmte Räume, in denen sich diese Geräte befinden, nicht betreten werden", heißt es auf der Seite des Bundesamtes.

Obwohl Deutschland eine der sichersten Stromversorgungen hat, kommt es immer wieder dazu, dass es Schwankungen im Stromnetz gibt. Das liegt auch daran, dass immer mehr Kraftwerke - auch in Deutschland - abgeschaltet werden. Das führt dazu, dass Stromausfälle immer wahrscheinlicher werden. Im Rahmen der Koalitionsverhandlungen der neuen Regierungsparteien und dem damit einhergehenden Ziel, weiterhin Kraftwerke abzuschalten, hat das Bundesamt für Bevölkerungsschutz in einer aktuellen Übersicht die Wahrscheinlichkeit einer durch einen Stromausfall verursachten Katastrophe in Deutschland höher als jede andere Gefahr bewertet, wie aus Medienberichten zu entnehmen ist.

Erneuerbare Energien als Faktor für Unregelmäßigkeiten im Stromnetz

Ein weiterer Faktor, der nicht außer Acht gelassen werden sollte, sind erneuerbare Energien. Sie können nicht gleichmäßig Energie liefern, wieder entstehen Schwankungen im Stromnetz. Hier spielen auch Privathaushalte rein, die selbst Storm produzieren und diesen ins Stromnetz einschleusen.

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Einhergehend mit erneuerbaren Energien ist auch die E-Mobilität, die ebenfalls auf Strom angewiesen ist. Ist nicht genügend oder gar kein Strom vorhanden, bleiben E-Autos stehen. Was für Kopfschütteln sorgt, wird wohl ab dem Frühjahr 2022 in Großbritannien umgesetzt werden: Gibt es zu wenig oder keinen Strom, müssen E-Fahrzeuge tatsächlich stehen bleinen. Auch in Deutschland wurde schon über diese Maßnahme diskutiert.

Abgewendet werden konnte sie laut Medienberichten nur, weil namhafte Autohersteller um den Abverkauf ihrer E-Fahrzeuge bangten. Müssen wir wirklich "schwarz sehen" oder ist die Realität rund ums Thema Strom und Energie doch eine andere? 

Fazit

Nach Angaben der Bundesnetzagentur lag die durchschnittliche Stromversorgungsunterbrechung je Anschluss im Jahr 2020 bei 10,73 Minuten. Dies sei ein "Spitzenwert" im europäischen Vergleich, berichtet das RND. Und weiter: Verschiedene Maßnahmen greifen, damit die Versorgungssicherheit in Deutschland gewährleistet wird.  "Ein wochenlanger vollständiger Stromausfall in Deutschland oder in Europa ist unwahrscheinlich", erklären Experten. 

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