"Schadet dem Fußball": Berti Vogts kritisiert WM - was ihn extrem stört

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Berti Vogts attackiert FIFA und DFB
Berti Vogts steht während eines Pressetermins auf dem Gelände des Europa-Parks. Der ehemalige Bundestrainer der Deutschen Fußballnationalmannschaft kritisiert die Aufstockung des ...
Berti Vogts attackiert FIFA und DFB
Silas Stein/dpa

Der frühere Bundestrainer warnt: Eine XXL-WM schadet Spielern, Clubs und dem Fußball selbst. Was er von DFB-Chef Neuendorf fordert - und welche radikalen Reformideen er hat.

Der frühere Fußball-Bundestrainer Berti Vogts kritisiert die Erweiterung des Teilnehmerfeldes bei der Fußballweltmeisterschaft auf 48 Mannschaften. "Es ist nicht gut, eine WM so aufzublasen, nicht für das Turnier, nicht für die Spieler, nicht für die Qualität des Spiels und am Ende auch nicht für die Clubs", sagte der 79-Jährige in der Rheinischen Post in der Donnerstagsausgabe (11. Juni 2026) und fügte hinzu: "Ganz ehrlich: So ein Mammutturnier schadet dem Fußball."

Bei einer Weltmeisterschaft wolle man "doch die besten Mannschaften und die besten Spieler der Welt sehen", erklärte Vogts vor dem Start der WM am Donnerstag und führte weiter aus, warum seiner Meinung nach immer mehr Nationen teilnehmen: "Da geht es doch nur um das Finanzielle." Erstmals treten beim Turnier in den USA, Kanada und Mexiko 48 Nationen an.

Vogts mit WM-Kritik: So würde er die Weltmeisterschaft verändern

Der Trainer des deutschen Europameisterteams von 1996 zeigt sich ebenso enttäuscht vom Weltverband FIFA wie vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) und dessen Präsident Bernd Neuendorf. Er erwarte vom DFB-Chef, "dass er sich bei der FIFA für den Fußball einsetzt", betonte Vogts. "Er müsste mit den anderen Top-Nationen, mit den Franzosen, mit den Italienern, mit den Engländern beim Weltverband vorsprechen und sagen: So geht es nicht weiter, wir machen den Fußball kaputt."

Anstatt einer immer größeren WM würde sich der ehemalige Coach für die Zukunft das genaue Gegenteil wünschen. "Ich würde dafür plädieren, wieder auf 24 Mannschaften zu reduzieren und die Wege der Qualifikation zu verändern", sagte Vogts. Demnach könnte man kontinentale Meisterschaften wie eine EM aufwerten, indem man sich darüber künftig direkt für die WM qualifizieren kann. "Oder über die Nations League. Warum sollten nicht die ersten Vier eines solchen Turniers zur WM fahren?", fragte Vogts.

Schließlich sei das auch in anderen Sportarten möglich. "Warum nicht im Fußball? Man kann auch Vor-Turniere für eine WM auf den verschiedenen Kontinenten spielen, über die sich Nationen qualifizieren können", sagte der Rekordspieler von Borussia Mönchengladbach. "Ich glaube, wenn man etwas verändern will, finden sich viele Wege."

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