Der Komfort einer Bundesliga-Umkleidekabine fehlt. Der Fußball im unteren Amateurbereich hat für Kevin Volland oder Niklas Süle aber seinen Reiz. Wo Ex-Profis nun kicken.
Im Profifußball rollt der Ball wieder. Einige ehemalige Bundesliga-Stars wie Niklas Süle oder Kevin Volland werden zwar nicht mehr auf höchstem Niveau mitspielen - aber dennoch weiter kicken.
Die beiden Ex-Nationalspieler haben sich bewusst für eine Zukunft im unteren Amateurbereich entschieden, und sind nicht die Einzigen. Eine Auswahl:
Niklas Süle (30)
Von Champions-League-Atmosphäre mit mehr als 80.000 Zuschauern zum Kreisligisten SV Tiefenbach im Landkreis Karlsruhe ohne Tribüne. Der frühere BVB-Profi Süle taucht in eine andere Welt ein. "Ich freue mich sehr, den Fußball endlich wieder aus einem ganz anderen Blickwinkel zu erleben - dort, wo es einzig und allein um den Sport an sich geht und nicht um ein Geschäft oder ums Geld", sagte der Abwehrchef, der mit seinem neuen Trainer Jason Walzel befreundet ist.
Wie oft der Ex-Bayern-Profi das Team verstärken wird, sei allein seine Entscheidung, sagte Walzel der Deutschen Presse-Agentur. Geplant ist, dass Süle am 16. August erstmals zum Einsatz kommt. "Ich glaube, er kann noch gar nicht einschätzen, was auf ihn zukommt", sagte Walzel. "Ein paar Leute sagen, dass wir jetzt Aufstiegsfavorit sind." Eingebracht habe sich der frühere Dortmund-Star Süle schon bei der Video-Analyse. Taktische Fortschritte mit der Prominenz im Team sind das Ziel.
Seit dem aufsehenerregenden Transfer hat der Verein "positiven Stress", wie Walzel schilderte. Der Hype soll beispielsweise dafür genutzt werden, um die Träume von einer Tribüne oder einen Umbau der Umkleidekabine schneller umzusetzen.
Kevin Volland (33)
Mit Hoffenheim, Leverkusen, Monaco und Union Berlin spielte Volland in den ersten Ligen und im Europapokal, als DFB-Stürmer kam er bei der EM 2021 zum Einsatz. Zur vorigen Saison kehrte er dann zu seinem Ausbildungsverein 1860 München zurück und sollte die "Löwen" in die 2. Bundesliga schießen. Das missglückte kolossal, der TSV wurde gar in die Regionalliga strafversetzt. Also besann sich Volland auf noch tiefere Wurzeln und ging zum FC Thalhofen.
Beim Verein aus seiner Heimatstadt Marktoberdorf im Allgäu spielte er schon als kleiner Junge. Nun läuft er beim Bezirksligisten mit seinem jüngeren Bruder Robin und zwei Cousins zusammen auf; der Trainer ist ein guter Kumpel.