Spanien entthront Titelverteidiger Argentinien und feiert seinen zweiten WM-Titel. Lionel Messi weint bittere Tränen. Vor der Siegerehrung gibt es ein Pfeifkonzert.
Spanien entthront Titelverteidiger Argentinien im WM-Finale und feiert seinen zweiten Weltmeister-Titel nach 2010.
Doch unmittelbar nach dem Spielende dominieren hässliche Szenen: Argentiniens Leandro Paredes hat sich nach dem Abpfiff des WM-Finals im Moment der 0:1-Niederlage gegen Spanien zu einer Tätlichkeit hinreißen lassen. Paredes griff bei Rangeleien Spaniens Gavi am Leibchen, traf ihn mit der Hand im Gesicht und schubste ihn zu Boden. Der Argentinier stand schon während des Spiels mit einer Gelben Karte vorbelastet kurz vor dem Platzverweis.
Experten erklären Paredes-Ausraster nach Niederlage gegen Spanien - "etwas durchgeknallt"
Ex-Nationalspielerin Tabea Kemme sagte als Expertin bei MagentaTV, bei Paredes sei "etwas durchgeknallt". Thomas Müller ergänzte, er selbst habe sich in ähnlichen Situationen immer mehr aufs Debattieren konzentriert, "da meine Stärken nie im Nahkampf lagen".
Die Spanier hatten das Finale in East Rutherford am Ende hochverdient mit 1:0 (0:0, 0:0) nach Verlängerung gegen die offensiv harmlosen Südamerikaner gewonnen. Deren Traum von der Titelverteidigung ist geplatzt. Superstar Messi war im Endspiel so gut wie kein Faktor.
Nach der Partie wird es mehrfach emotional. Messi vergießt bittere Tränen auf dem Rasen. US-Präsident Donald Trump und FIFA-Boss Gianni Infantino werden ausgepfiffen, mehrere spanische Spieler für ihre starken Leistungen beim XXL-Turnier ausgezeichnet. Das war das Wichtigste der WM-Nacht:
Messi kein Faktor, Torres schießt Spanien zum Titel
Spanien hat dank Ferran Torres die erneute Krönung von Argentiniens Superstar Messi verhindert und ist wie bereits 2010 Weltmeister. Zwei Jahre nach ihrem EM-Triumph sicherten sich die Iberer verdientermaßen auch den WM-Titel. Joker Torres traf in der 106. Minute.
Der 65 Jahre alte Luis de la Fuente gewann als ältester Trainer der WM-Historie den begehrten Goldpokal. Argentiniens Mittelfeldmann Enzo Fernández musste in der Nachspielzeit der regulären Spielzeit wegen eines Foulspiels mit Gelb-Rot vom Rasen. Die erste Verwarnung hatte er vom slowenischen Schiedsrichter Slavko Vincic wegen Reklamierens gesehen.
Donald Trump und Gianni Infantino sind vor der Siegerehrung für den neuen Fußball-Weltmeister Spanien von großen Teilen des Publikums ausgepfiffen worden. Als beide den Rasen des Finalstadions von East Rutherford betraten, gab es ein Pfeifkonzert. Wenig später überreichten der US-Präsident und der FIFA-Chef um 18.43 Uhr Ortszeit gemeinsam den goldenen WM-Pokal an Spaniens Rodri.
Pfeifkonzert für Trump und Infantino
Trump unterhielt sich danach noch mit einigen spanischen Spielern und ließ es sich auch nicht nehmen, am rechten Rand des Siegerfotos zu posieren. Gemeinsam mit Infantino verteilte Trump auch die Medaillen an das spanische und das argentinische Team. Der US-Präsident besuchte beim Finale sein erstes Spiel dieser WM im Stadion.
Spaniens Kapitän Rodri ist als Spieler des Turniers ausgezeichnet worden. Der 30-Jährige von Manchester City bekam den Goldenen Ball als Trophäe überreicht. Den Silbernen Ball gab es für Argentiniens Lionel Messi, der Bronzene Ball ging an den Franzosen Kylian Mbappé.
Zum besten Torhüter der XXL-WM in den USA, Kanada und Mexiko kürte der Weltverband FIFA den Spanier Unai Simón. Die Auszeichnung als bester junger Spieler bekam sein 19 Jahre alter Teamkollege Pau Cubarsí vom FC Barcelona.
Argentiniens Trainer bricht Pk unter Tränen ab
Der Goldene Schuh für den besten Torschützen des Turniers ging an Mbappé. Der Stürmerstar hatte sich mit seinen beiden Treffern im Spiel um Platz drei gegen England (4:6) noch an Messi vorbeigeschoben und traf insgesamt zehn Mal. Der Argentinier kam mit acht Toren auf den zweiten Platz.
Lionel Scaloni war nach der Finalniederlage untröstlich. Argentiniens Trainer brach seine Pressekonferenz unter Tränen ab. "Es ist sehr schmerzhaft, es tut mir sehr leid", sagte der Coach heftig weinend und eilte von der Bühne.
Zuvor hatte der 48-Jährige bereits nach seinem verpassten zweiten Weltmeister-Titel einen Einblick in sein emotionales Innenleben gegeben. "Ich habe mir schon in der Kabine die Augen ausgeweint, deswegen weine ich jetzt nicht", sagte Scaloni. Wenig später musste er aber dennoch weinen und erhielt aufmunternden Applaus von argentinischen Journalisten.