Klopp-Ansprache nach 0:0 gegen Griechenland – "Hätte ich nicht gedacht"
Autor: Agentur dpa
Thessaloniki, Montag, 05. Oktober 2026
Vier Spiele, aber nur ein Sieg. Und kein Tor gegen Griechenland in zweimal 90 Minuten. Warum Bundestrainer Jürgen Klopp dennoch beseelt in die Heimat reist.
Jürgen Klopp saß nach Mitternacht im zweiten Stock des Stadions von PAOK Saloniki und redete 20 Minuten lang wie ein Trainer, der mit seiner Mannschaft gerade Großes vollbracht hat. "Den ersten Schritt haben wir gemacht. Und als Fazit kann ich sagen: Damit bin ich super-happy." Punkt!
Hatte die Fußball-Nationalmannschaft zuvor da draußen auf dem Rasen nicht nur 0:0 gespielt? Und bei der missglückten Revanche gegen die Griechen wie beim 0:1 im Hinspiel erneut kein Tor erzielt? War der Ruckel-Start mit nur einem Sieg in vier Spielen unter dem neuen Bundestrainer inklusive des gefährdeten Einzugs ins Viertelfinale der Nations League tatsächlich dazu angetan, derart beseelt aufzutreten?
Klopp mit Positiv-Ansprache nach Nullnummer gegen Griechenland
Aus Klopps Sicht, ja. Der DFB-Chefcoach beanspruchte auch am Ende seines ersten DFB-Lehrgangs mit seinem in zwei Kader aufgeteilten XXL-Aufgebot wortreich die Deutungshoheit ganz für sich.
Im Teamhotel gab es in der Nacht ebenfalls noch zwei positiv geprägte Ansprachen des Bundestrainers und von Sportdirektor Rudi Völler, wie von Augenzeugen zu erfahren war. Und Klopps gute Laune passte auch noch zur strahlenden Spätsommersonne, als er sich nach wenig Schlaf am Tag danach mit der größten Reisegruppe auf den Heimflug nach Frankfurt begab.
"Ich hätte nicht gedacht, dass nach einer Woche mit dieser Gruppe so ein Fußball möglich ist", schwärmte er vom Auftreten gerade seines besonders jungen und besonders frischen zweiten Kaders erst beim 2:0 gegen Serbien in München und dann auch besonders in der ersten Hälfte in Thessaloniki.
Klopp schwärmt vom Auftritt seines zweiten Kaders
"Ein unglaubliches Fußballspiel" hatte er da gesehen von seiner Elf um Kapitän Florian Wirtz und den sehr auffälligen Freiburger Linksaußen Derry Scherhant: "In allen Bereichen top, richtig top." Bis auf den Bereich Torausbeute freilich. Ein Makel, der nicht nur Spielmacher Wirtz ziemlich nervte. "Wir haben am Ende einfach das scheiß Tor nicht gemacht." Denn den wunderba herausgespielten Treffer des Frankfurter Angreifers Jonathan Burkardt kassierte der VAR ein.
Sei's drum. Klopp hat bekommen, was er haben wollte. Einen echten Neubeginn. Er hat der Nationalmannschaft nach dem WM-Flop im Sommer neues Leben, neuen Spaß, neue Perspektiven eingehaucht. Es wird wieder viel gelacht und hart gearbeitet. Gerade die leuchtenden Augen in den Gesichtern der vielen Neulinge, die ihr Glück kaum fassen konnten, dokumentierten dies.