"Wir haben vor ein paar Wochen gesagt, der deutsche Fußball ist im Keller. Wir haben kein Talent. Uns fehlt es hier, uns fehlt es da", schilderte Klopp. Nichts da. Das Arbeitstier Klopp blickt freudig nach vorne, auch wenn es jetzt gleich wieder fünf Wochen warten muss bis zum zweiten Lehrgang im November.
Echter Neuanfang unter Klopp: "Alle wollen hart arbeiten"
"Ich habe in zwei Wochen mit 44 deutschen Fußballspielern zusammengearbeitet, denen fehlt ganz sicher kein Talent. Alle wollen hart arbeiten. Und wenn die Spieler beim nächsten Mal ankommen, wird die DFB-Nationalmannschafts-Fußball-Festplatte nicht leer sein. Wir müssen nicht bei null anfangen", sagte er "sehr zufrieden" in seinem Zwei-Wochen-Resümee.
Er will mit jedem Spieler ein Feedback-Gespräch führen. Im November aber wird vieles anders sein, gerade personell – aber nicht weniger spannend. "Natürlich werden wir da nicht mit 44 Spielern rangehen. Es wird ein kleinerer Kader sein, das ist schon mal klar", kündigte Klopp angesichts von dann nur zwei Partien an. Er sprach von "23, 24 Spielern" für die abschließenden Spiele in der Gruppenphase der Nations League am 13. November in Belgrad gegen Serbien und drei Tage später in Berlin gegen die Niederlande.
Er könne nun aus "einem Pool" von Akteuren wählen, die möglicherweise noch durch Spieler aus der U21 ergänzt werden könnten. Und Kandidaten, die sich in den kommenden Wochen durch "tolle Leistungen" in ihren Vereinen empfehlen. "Wir haben jetzt ganz viele Alternativen auf Positionen", sagte Happy-Klopp. Im Freiburger Philipp Treu entdeckte und präsentierte er auf Anhieb die Lösung auf der jahrelangen Problemposition rechter Verteidiger. Nur ein gutes Beispiel.
Nächste Länderspielpause im November: Klopp kündigt kleineren Kader an
Trotzdem kommt jetzt erst die Streichliste – und dann müssen weitere Entscheidungen folgen. Klopp hat die Teamstruktur aufgebrochen, Sichtweisen im Team geweitet. Das ist wertvoll. Ihm geht es ums große Ganze, "um die Art und Weise, wie wir spielen". Und nicht darum, "einzelne Spieler zu bewerten". Genau da tut sich für den eloquenten und sehr bestimmend auftretenden Chefcoach schon jetzt ein Konfliktpunkt mit den Medien auf.
Denn natürlich gibt es knifflige Fragen. Bedrängt der zweimal zu null spielende Torwart-Youngster Jonas Urbig auf dem langen Weg zur EM 2028 schon in der Gegenwart Marc-André ter Stegen als Nummer eins? Wie geht es weiter mit Kapitän Joshua Kimmich? Im Klopp-System gibt es formal nur einen echten Sechser. Und Kimmichs junger Vereinskollege Aleksandar Pavlovic präsentierte sich in Woche zwei als Chef im Mittelfeld.
Wie passen Dinge zusammen im Klopp'schen 4-3-3-System, etwa dann, wenn zu Wirtz ein wieder fitter Jamal Musiala dazustößt. "Wusiala"-Time bei Klopp? Fragen für die Zukunft. In einem Monat geht es auch nicht mehr um weitere Erkenntnisse, sondern um gute Ergebnisse. Mit fünf Punkten liegt die DFB-Auswahl in Gruppe 2 hinter Holland und Griechenland (je 8) auf Platz drei. Zwei Siege müssen für Klopp das Ziel sein, um am Jahresende weiter "super-happy" zu sein.
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