FCN gegen Greuther Fürth: Klose setzt bei Frankenderby auf "kühlen Kopf"
Autor: Alexander Kroh
Fürth, Freitag, 18. Oktober 2024
Für Fußballfans in Franken steht eines der wichtigsten Saisonspiele an: Das Derby zwischen dem 1. FC Nürnberg und der SpVgg Greuther Fürth. Zuletzt hatte das Kleeblatt häufig die Nase vorn.
Das Derbyfieber in Franken steigt: Am Sonntag trifft der 1. FC Nürnberg im Ronhof auf den ewigen Rivalen, die SpVgg Greuther Fürth - hier siehst du das Spiel live in TV und Stream. Das erste Frankenderby der Zweitligasaison 2024/25 ist zugleich das 273. Aufeinandertreffen der beiden traditionsreichen Klubs aus Franken. Zusammen kommen der FCN und das Kleeblatt auf zwölf Meistertitel (Nürnberg neun, Fürth drei). Zweitligameister wurde übrigens auch schon beide Teams, Nürnberg viermal und Fürth einmal - aber das nur am Rande.
Im Herbst 2024 finden sich beide Klubs nach acht Spieltagen im tristen Tabellenmittelfeld der 2. Liga wieder. Glamourös ist anders. Gut, für den FCN kann man Tabellenplatz 11 durchaus als Teilerfolg werten, musste man vergangene Saison unter Cristian Fiél doch wieder lange um den Klassenerhalt zittern. Neu-Trainer Miroslav Klose trat mit keinem explizit genannten Saisonziel an - eine ruhigere Saison sollte es endlich mal werden im notorisch aufgeregten Nürnberg. Dass das mit der ruhigen Saison eher nichts wird, war aber relativ schnell klar.
Frankenderby zwischen FCN und Fürth - zusammen kommen sie auf zwölf Meistertitel
Vor der Saison war die Euphorie groß rund um den Club und seinen Weltmeister-Coach. Neuer Trainer, neuer Sportvorstand, runderneuerte Mannschaft und eine ganz passable Vorbereitung ließen einige Club-Fans schon wieder vom Aufstieg träumen. Doch nach den ersten Pflichtspielen machte sich schnell Ernüchterung breit. Gerade die Heimniederlagen gegen Magdeburg (0:4) und Hertha (0:2) taten weh. Und auch wenn der Club gewann, spielte er häufig nicht gut.
Klose muss sich bis zuletzt den Vorwurf gefallen lassen, dass immer noch keine klare Spielidee erkennbar sei. Ein Systemwechsel nach dem Hertha-Spiel brachte zumindest defensiv mehr Stabilität rein. Nach vorne ging weiterhin wenig. Gegen Aufsteiger Preußen Münster kam die Klose-Elf immerhin zu einem knappen Sieg - was vor allem dem Trainer eine sehr unruhige Länderspielpause ersparte. Von der anfänglichen Euphorie ist aber nichts mehr zu spüren.
Am Sonntag muss der FCN also zum ungeliebten Nachbarn nach Fürth, wo es zumindest in der jüngeren Vergangenheit wenig zu holen gab aus Nürnberger Sicht. Beim Kleeblatt konnte der Club zuletzt vor sieben Jahren gewinnen (im September 2017 siegt der FCN mit 3:1). Seitdem gab es in den Frankenderbys fünf Siege für die SpVgg, drei Remis und nur noch einen FCN-Sieg. Von den letzten 28 Derbys gewannen die Fürther 13, der FCN nur vier. Vergangene Spielzeit kam der Club daheim nicht über ein 1:1 hinaus. In Fürth blieben die Punkte beim Gastgeber, 2:1 hieß es am Ende.
Fürth im Fußball inzwischen die Nummer 1? Form spricht eher für den FCN
In der Abschlusstabelle der vergangenen Saison lag das Kleeblatt zwei Plätze und Punkte vor dem Club. Dass der 1. FCN eine Saison besser abschnitt als Fürth, kam übrigens zuletzt 2019 vor. Der FCN stieg in dieser Saison zwar als Tabellenletzter der 1. Bundesliga ab, Fürth war aber eine Liga darunter unterwegs und schloss hier auf Platz 13 ab.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat also nicht ganz unrecht, wenn er die SpVgg Greuther Fürth zur Nummer 1 in Franken erklärt. Das war der "Bild"-Zeitung am Mittwoch eine große Schlagzeile wert. Bemerkenswert ist die Aussage deshalb, weil Söder in Nürnberg geboren wurde und selbst bekennender Club-Fan ist. Man muss allerdings auch den Kontext sehen, wo der Satz Söders ("Im Fußball seid ihr inzwischen die Nummer eins") laut Bild gefallen sein soll. Das war nämlich zur Eröffnung der Michaelis-Kirchweih in Fürth. Auch Kleeblatt-Boss Rachid Azzouzi bleibt da entspannt. "In Nürnberg hätte er das nicht gesagt", ordnet der 53-Jährige ein, "das ist aber auch gar nicht unser Thema."