Kulmbach
Einsatz

Kulmbach: Sperrmüll-Container brennt - Einsatzkräfte kämpfen gegen giftige Dämpfe

Für die Feuerwehren aus Kulmbach und Melkendorf war um 5 Uhr die Nachtruhe vorbei: Brand eines Müllcontainers im Industriegebiet Am Goldenen Feld.
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Dieser Müllcontainer ist am frühen Morgen in der Umladestation Am Goldenen Feld in Brand geraten.Peter Müller
Dieser Müllcontainer ist am frühen Morgen in der Umladestation Am Goldenen Feld in Brand geraten.Peter Müller
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"Ein Routineeinsatz war das nicht", bilanzierte Stadtbrandmeister Michael Weich am Mittwoch gegen 11 Uhr. Ihm und seinen 25 Kameraden von den Feuerwehren aus Kulmbach und Melkendorf sind deutlich die Anstrengungen der vergangenen sechs Stunden anzusehen. Seit fünf Uhr früh forderte sie ein ungewöhnlicher Einsatz an der Müllumladestation in der Von-Linde-Straße. Dort war in einem Container, der mit rund 20 Tonnen gepresstem Sperrmüll beladen war und auf einem Bahnwaggon zur Abholung bereitstand, aus bislang ungeklärter Ursache Feuer ausgebrochen.

Ein Arbeiter, der im Industriegebiet mit dem Auto auf dem Weg zu seiner Firma war, hatte die Rauchentwicklung in der Müllumladestation bemerkt und den Alarm ausgelöst.

Die Einsatzkräfte der Feuerwehren Kulmbach und Melkendorf, die kurz darauf eintrafen, stellten fest, dass es es sich bei dem Brandobjekt um einen von zwei Containern handelte, der auf einem Waggon zur Abholung bereitstand. "Der Container ist mit gepresstem Sperrmüll beladen, so dass man an den Brandherd nicht herankommt", beschrieb Stadtbrandmeister Michael Weich die Problematik des Löscheinsatzes.


Bevölkerung wurde gewarnt

Aufgrund der giftigen Dämpfe - zum Glück enthielt der Container keinen gefährlichen Sondermüll - konnten sich die Feuerwehrmänner mit ihren Strahlrohren dem brennenden Container nur mit Schwerem Atemschutz nähern. Allerdings ließen sich die Flammen im Container allein mit Kühlwasser von außen nicht löschen. Nur die Rauchentwicklung konnte dadurch etwas gemindert werden. Wie Hauptkommissar Volker Püttner von der Polizeiinspektion Kulmbach mitteilte, wurde die Bevölkerung durch entsprechende Rundfunkdurchsagen gewarnt.

Bereits gegen 7 Uhr war klar, dass der Container entleert werden muss, um die Brandnester auszurotten. Deshalb wurde ein Kranwagen der Firma Klug angefordert, mit dem der Behälter auf den freien Platz vor dem Gebäude der Müllumladestation gehievt wurde. Ebenso kam das Bergeräumgerät des Technischen Hilfswerks zum Einsatz, mit dessen Hilfe der Sperrmüll zum endgültigen Löschen der Flammen ausgeladen wurden. Die Arbeiten des THW zogen sich dann etwas in die Länge, weil ein Hydraulikschlauch des Greifarms platzte.

Der Waggon mit den beiden Sperrmüll-Containern hätte um 8.30 Uhr von einer Diesellok abgeholt werden sollen, die ihn dann nach Schwandorf geschleppt hätte. Von der Polizei, die ein Fremdverschulden gestern ausgeschlossen hat, wird der Schaden auf rund 30 000 Euro geschätzt - "eher glimpflich", wie der Geschäftsführer des Zweckverbands Müllverwertung Schwandorf, Thomas Knoll, sagt. "Bei jedem Verbandsmitglied brennt jährlich mindestens ein Fahrzeug aus, da geht der Schaden schon mal in die Hunderttausende", so Knoll, der auch eine mögliche Ursache des Feuers nennt:


Grillkohle, Sprays, Batterien?

"Es gibt immer wieder Leute, die werfen Grillkohle und Spraydosen in den Müll oder Lithium-Ionen-Batterien, die explodieren können." Immerhin: In der Kulmbacher Umladestation ist dies der erste Brand seit 1982.

Einen hohen Anteil der Schadenssumme dürfte der Einsatz der Firma Klug ausmachen, am Container und am Bahnwaggon war wenig zu sehen. Außerdem, so Abfallberater Detlef Zenk vom Landratsamt Kulmbach, musste der Hausmüll, der an diesem Tag anfiel, bei der Firma Veolia gewogen und zwischengelagert werden.

Vor Ort waren auch der geschäftsleitende Beamte der Stadt Kulmbach, Uwe Angermann, und Landrat Klaus Peter Söllner, der auch in seiner Eigenschaft als stellvertretender Zweckverbandsvorsitzender Feuerwehren und BRK für den "hervorragende Einsatz" dankte.

Wegen der Löscharbeiten war die Von-Linde-Straße mehrere Stunden lang voll gesperrt, die Verkehrsteilnehmer mussten Umfahrungen in Kauf nehmen.
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