Ludwigsstadt
Bürgerversammlung

Feuerwehr fordert neues Quartier

Kreisbrandmeister Harald Meyer beklagt die unzureichenden Verhältnisse im Feuerwehrhaus in Ludwigsstadt. Er bringt die Jahns-Bräu-Brache ins Gespräch.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Feuerwehr Ludwigsstadt leidet unter den beengten Verhältnissen in ihrer bisherigen Unterkunft.Veronika Schadeck
Die Feuerwehr Ludwigsstadt leidet unter den beengten Verhältnissen in ihrer bisherigen Unterkunft.Veronika Schadeck

Vieles bewegt hat sich in den vergangenen Jahren in Ludwigsstadt. Dies machte Bürgermeister Timo Ehrhardt bei der Bürgerversammlung deutlich (siehe unten stehenden Artikel). Aber es gibt noch einige Herausforderungen zu meistern. Eine davon ist das Feuerwehrgerätehaus, und das ist für den Kreisbrandmeister Harald Meyer ein Herzensanliegen, wie er in seiner Wortmeldung betonte.

Meyer sprach das Vorhaben der JAB-Immobilien an. Zusammen mit der Stadt wollen Privatinvestoren die Jahns-Bräu-Brache wiederbeleben. Entstehen sollen auf dem Areal unter anderem ein Hotel, eine Gaststätte, eine kleine Brauerei und Ausstellungsräume für das Handwerk. Der Anteil der Stadt liegt bei rund 3,7 Millionen Euro, davon erwartet die Stadt 3,2 Millionen Euro an Förderungen. Die Gelder sollen in den Rückbau der Gebäude und für die Gestaltung der öffentlichen Flächen verwendet werden.

Meyer wies darauf hin, dass sich diese Brache im "Dunstkreis" des Lebensmittelherstellers Wela befinde. Deshalb gebe es dort auch Geruchsbelästigungen. "Wenn ich als Gast diese miterleben würde, dann käme ich kein zweites Mal!" Meyer betonte die Notwendigkeit eines Hotels, stellte aber den Standort wegen der Geruchsbelästigung infrage. Man sollte darüber nachdenken, ob eine Teilfläche der Jahns-Bräu-Brache nicht als Standort für ein neues Feuerwehrhaus genutzt werden könnte.

Eine Treppe ins Leere

Wie nach der Versammlung zu erfahren war, wurde das jetzige Feuerwehrgerätehaus Anfang der 70er Jahre gebaut. Bis zum heutigen Tag ist der Bau nicht vollendet worden. Vorhanden ist eine Treppe, die ins Leere führt, das geplante Obergeschoss wurde nie vollendet, so Kreisbrandrat Joachim Ranzenberger. Es fehlen Sozialräume, klagt Meyer. Der Unterrichtsraum wurde in Eigenregie gegenüber, im ehemaligen Stadtarchiv, eingerichtet. Die Stellplätze seien zu kurz und die Ausfahrt für die Fahrzeuge zu schmal. Die Kameraden kleiden sich bei Einsätzen neben den Fahrzeugen ein.

Aufgrund der beengten Verhältnisse könne man bei Anschaffungen von Fahrzeugen immer nur auf einen Hersteller zugreifen. Zwölf Jahre lang sei er Kommandant der Feuerwehr Ludwigsstadt gewesen. Damals habe er verschiedene Vorschläge zwecks Gebäude und Standort, wie beispielsweise im Bereich der Tennishalle, des Mastenlagers der ehemaligen Firma Itting, dem damaligen Bürgermeister Bayerlein und Stadtrat unterbreitet. Aber es scheiterte an den finanziellen Mitteln und am Standort. Für ihn steht fest, dass das Feuerwehrhaus ganz oben auf der Prioritätenliste stehen muss, schon wegen der Fördermöglichkeiten. "Diese gibt es sicherlich nicht ewig!"

"Es ist ein Feuerwehrhaus, das nie fertig geworden ist", meint Ranzenberger. Bis zum Jahre 2023 möchte er Kreisbrandrat bleiben. Bis dahin, so ist sein Ziel, möchte er die beiden Problemfälle Feuerwehrhaus Ludwigsstadt und Wilhelmsthal gelöst sehen. Er spricht von Gefahren und von beengten Platzverhältnissen. "Die Fahrer haben keinen ausreichenden Platz, um mit ihren Fahrzeugen zurückfahren zu können!" Seit Jahren weist die Kreisbrandinspektion bei ihrer Besichtigung auf die Gefahrenpunkte und Unzulänglichkeiten hin.

Sowohl ihm als auch Meyer ist bewusst, dass so ein Feuerwehrhaus mit enormen Kosten verbunden ist. Auch wurde in die Feuerwehren investiert, so Meyer. Aber man sollte nie vergessen, dass das Feuerwesen Aufgabe einer Kommune sei, und ein Feuerwehrhaus nicht für die Kameraden, sondern für die Bürger gebaut werde.

Ehrhardt sieht Handlungsbedarf

Der Bürgermeister hatte in seiner Rede darauf hingewiesen, dass die Stadt in den letzten Jahren 1,3 Millionen Euro in die Feuerwehren, in die Ausstattung von Fuhrpark und Gerätehäusern investiert habe. Bei der Jahns-Bräu-Brache handele es sich um Privatinvestoren, die Stadt sei als Partner mit im Boot. Diese JAB müsse entscheiden, ob sie ihr Hotel in den "Dunstkreis der Wela" stellen wolle. Fakt sei, dass die Wiederbelebung der Jahns-Bräu-Brache mit dem Bau eines Hotels die gesamte Region voranbringen werde. Für den Bürgermeister steht fest, dass Handlungsbedarf beim Feuerwehrhaus bestehe und die Stadt sich um einen Neubau bemühen werde.

Für den CSU-Fraktionsvorsitzenden David Martin steht außer Frage: "Wir müssen das Thema Feuerwehrhaus jetzt aktiv angehen!" Er wies darauf hin, dass sich das Gremium bewusst dafür entschieden habe, zuerst in die Infrastrukturen von Fahrzeugen zu investieren. Denn diese werden dringender als ein Feuerwehrhaus benötigt, wenn es in der Region um die Rettung von Menschenleben geht. "Aber jetzt ist es an der Zeit, dass etwas passiert!"

Ludwigsstadt investierte in zehn Jahren 42 Millionen Euro

42 Millionen Euro wurden in den letzten zehn Jahren in der Stadt Ludwigsstadt in verschiedene Projekte und Infrastrukturmaßnahmen investiert. Der Anteil der Stadt lag bei 12,7 Millionen Euro. 185 Anregungen gab es in Bürgerversammlungen, davon wurden 158 erledigt, 27 sind noch in Bearbeitung, so lautete am Dienstagabend bei der Bürgerversammlung das Resümee des Bürgermeisters Timo Ehrhardt.

In einer kurzweiligen Rede ließ Ehrhardt die vergangenen zehn Jahre Revue passieren. Daraus wurde ersichtlich, es hat sich viel bewegt. Es wurde viel in Leerstände, Straßen und Brücken, Betreuungseinrichtungen etc. investiert.

Der Bürgermeister betonte, dass ihm, seiner Verwaltung und den Stadträten daran gelegen sei, Ludwigsstadt für seine Bürger attraktiv zu gestalten und entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen. In seinem Rückblick erwähnte er unter anderem die städtebauliche Entwicklung, das Leerstandsmanagement, die Aufwertung von Kinderspielplätzen, die Errichtung eines Outdoor-Fitnessparks. Er sprach die Sanierung verschiedener Straßen und Gebäude an, beispielsweise die alte Schule in Lauenhain, das Gemeindehaus in Steinbach/Haide, die Sport- und Kulturhalle Ebersdorf etc.

Investiert wird auch im Friedhofswesen. Ein Novum im Landkreis dürfte sein, dass seit wenigen Wochen in Ludwigsstadt Erdwiesenbestattungen möglich sind. Stolz äußerte er sich über die Shakespeare-Spiele, die Ludwigsstadt weit über die Landkreisgrenze hinaus bekannt machen.

Als einen Segen bezeichnete der Bürgermeister die aufgelegen Förderprogramme durch die bayerische Staatsregierung. Dadurch sei die Stadt unter anderem in der Lage, leer stehende Gebäude zu erwerben, diese abzureißen beziehungsweise einer neuen Nutzung zuzuführen.

Der Bürgermeister stellte aber auch klar: "Wir können nicht die ganzen Leerstände und alten Gebäude aufkaufen!" Auch die Eigentümer seien gefordert. In diesem Zusammenhang wies er auf das Kommunale Förderprogramm der Stadt hin und dass Privatleute, deren Eigentum sich im ausgewiesenen Sanierungsgebiet in Ludwigsstadt oder Lauenstein befindet, bei der Sanierung ihrer Gebäude Förderungen von 30 Prozent und maximal 15 000 Euro erhalten.

Weiterhin wies er darauf hin, dass der Bürgerbus immer am Dienstag innerhalb des Stadtgebiets im Einsatz ist. Jeder könne bis Freitag seinen Bedarf bei der Stadt melden.

Schwierige Arztsuche

Ehrhardt verhehlte aber auch nicht, dass noch einige Projekte offen seien. So erweise sich die Arztsuche als schwierig, auch konnte das Parkraumkonzept noch nicht fertiggestellt werden. Eine größere Sanierung stehe auch beim Schwimmbad an.

Auch wurden die Kommunalwahlen im März angesprochen. Hier werden noch Bürger beziehungsweise Wahlhelfer gesucht, die ihre Computer an diesem Tag für das elektronische Auszählen der Wahlergebnisse zur Verfügung stellen.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren