Kitzingen

Mit Stolpersteinen und Blumen gegen das Vergessen

Stolpersteine erinnern an deportierte und ermordete Juden. Seit Donnerstag hat Kitzingen drei neue. Geschmückt wurden diese nach jüdischer und christlicher Tradition.
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Eine kleine Gruppe steht vor den neu verlegten Stolpersteinen. Unter ihnen der Zweite Bürgermeister Klaus Heisel (Dritter von links), Organisatorin Claudia Gonschorek (mit der roten Jacke) und Vorsitzende des Fördervereins ehemalige Synagoge Margret Löther (Vierte von rechts). Foto: Janina Hupfer
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Zur Erinnerung an die deportierten und umgebrachten Juden sind in Kitzingen bereits rund 80 Stolpersteine zu finden . Jetzt folgten drei weitere. Um diese zu verlegen, zogen am Donnerstag Jungen und Mädchen der Kitzinger Paul-Eber-Schule, etliche Bürger, Organisatorin Claudia Gonschorek, die Vorsitzende Margret Löther des Fördervereins ehemalige Synagoge Kitzingen, Fördervereinsmitgliedern und der Zweite Bürgermeister Klaus Heisel durch Kitzingen. Ihr Weg führte sie dabei von ihrem Treffpunkt am Rosengarten zuerst zur Moltkestraße 14 und anschließend zur Rosenstraße 13. Der erste Stein wurde Jette Wild gewidmet. Ihr Stein prangt nun in der Moltkestraße, neben dem ihres Schwagers Simon Sonder – vor ihrem letzten Wohnhaus. Auch vor der Rosenstraße 13 lagen bereits Stolpersteine. Sie wurden 2004 den Schwestern Gerda und Marianne Oppenheimer gewidmet. Nun folgten Recha und Leopold Oppenheimer, die Eltern der beiden. Die Familie wurde 1942 deportiert und ermordet, nur der Sohn Josef Oppenheimer konnte entkommen. Verlegt wurden die Steine von Mitarbeitern des Kitzinger Bauhofs. Die Stolpersteine wurden anschließend noch mit Blumen und Steinchen geschmückt, was eine christliche und eine jüdische Tradition vereinte. Anders als bei vorherigen Aktionen konnte Gunter Demnig nicht nach Kitzingen kommen. Der Künstler aus Köln war der Initiator des europaweiten Projekts Stolpersteine. Er ist mittlerweile mit über 70 000 Stolpersteinen weltweit ein beschäftigter Mann. Nach der Verlegung lud der Förderverein noch in die alte Synagoge ein, um sich auszutauschen und bei Kaffee und Kuchen einen Zeitzeugen-Film anzusehen.

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