Laden...
Haßfurt
Rauschgift

Nach Streit: Mieter verpfeift Cannabis anbauenden Vermieter bei Polizei

Das Amtsgericht in Haßfurt verurteilte einen 39-Jährigen aus dem Steigerwald wegen eines Drogendelikts zu einer Bewährungsstrafe. Sein Mieter hatte ihn angezeigt.
Artikel drucken Artikel einbetten
Das Amtsgericht in Haßfurt verurteilte einen 39-Jährigen aus dem Steigerwald wegen eines Drogendelikts zu einer Bewährungsstrafe. Sein Mieter hatte ihn angezeigt. Symbolbild: Christopher Schulz
Das Amtsgericht in Haßfurt verurteilte einen 39-Jährigen aus dem Steigerwald wegen eines Drogendelikts zu einer Bewährungsstrafe. Sein Mieter hatte ihn angezeigt. Symbolbild: Christopher Schulz

Nach einem Streit mit seinem Vermieter in einem Steigerwalddorf wollte der Mieter dem Hauseigentümer eins auswischen. Er fotografierte mit seinem Handy die beiden erntereifen Cannabis-Pflanzen im Garten des Hausherren und präsentierte das Foto der Haßfurter Polizeidienststelle.

Bei einer Hausdurchsuchung am 24. September vergangenen Jahres fanden die Ermittler nicht nur zwei Pflanzen des berauschenden Gewächses im Garten des 39-Jährigen, sondern auch getrocknetes Cannabis, auch bekannt als Marihuana. Insgesamt betrug der Wirkstoffgehalt des gefundenen "Grases" 16,9 Gramm THC - mehr als das doppelte der "nicht geringen Menge" von 7,5 Gramm THC.

Staatsanwaltschaft fordert hohe Strafe

Dies hatte zur Folge, dass der bislang unbescholtene Hausbesitzer am Mittwoch zum ersten Mal auf der Anklagebank des Amtsgerichts in Haßfurt wegen eines Drogendelikts Platz nehmen musste. Das Schöffengericht verurteilte den Angeklagten zu einer siebenmonatigen Bewährungsstrafe plus 1000 Euro Geldauflage für einen guten Zweck.

Vor Gericht gab der 39-jährige Beschuldigte zu, dass das aufgefundene Cannabis sein Eigentum sei. Damit gehandelt habe er jedoch nie, gab er zu Protokoll. Dies bestätigte die ermittelnde Polizeibeamtin, die auf dem Handy des Angeklagten keine Indizien entdeckt hatte, die für ein Handeltreiben gesprochen hätten.

Einen ungewöhnlich hohen Antrag stellte der Staatsanwalt, der eine Bewährungsstrafe von eineinhalb Jahren verlangte plus eine Geldauflage von 4500 Euro. Verteidiger Jochen Kaller forderte Freispruch für seinen Mandanten. Die Polizei habe erst nach rund einem halben Jahr das Anwesen des Cannabis-Gärtners durchsucht, sagte der Anwalt. Bei "zeitnaher Durchsuchung" hätten die Beamten weit weniger oder kein Cannabis gefunden, argumentierte der Verteidiger, der daher ein "Verwertungsverbot" des gefundenen Rauschgifts forderte.

Den Gefallen eines Freispruchs tat das Gericht dem Angeklagten und seinem Anwalt nicht, blieb aber weit unter der Forderung des Staatsanwalts. Das konfiszierte Gras wird vernichtet; sein Handy erhielt der Verurteilte bereits wieder zurück, da es sich dabei nicht um ein Tatwerkzeug handelte.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren