Die Kriminalromane der Weingartser Schriftstellerin Maria Dries schreiben Erfolgsgeschichte. Inzwischen wurden von den insgesamt fünf Romanen mehr als 300 000 Bücher verkauft. Auch in der fünften Auflage des Normandie-Krimis, die den Titel "Der Kommissar und der Tote von Gonneville" trägt, hat der französische Ermittler Philippe Lagarde wieder alle Hände voll zu tun.
Wenn das Weingartser Ehepaar Dries in den Urlaub fährt, dann ist es meist Arbeitsurlaub, denn dann geht es in die Normandie. "Wir lassen uns im Urlaub natürlich von der Landschaft inspirieren und sind auch auf der Suche nach neuen Tatorten für die nächsten Normandie-Kriminalromane", verrät Schriftstellerin Maria Dries. "Lagarde hat inzwischen schon eine richtige Fangemeinde"; freut sich die Weingartserin, die nie und nimmer daran gedacht hatte, dass die Normandie-Krimis so rasenden Absatz finden.


Neuer Franken-Krimi

Angefangen hat aber alles nicht mit Krimis aus der Normandie, sondern im Jahr 2010 mit einem Franken-Krimi, der mit dem Titel "Mord im Sautrog" erschienen war und in der Fränkischen Schweiz spielte. 2012 folgte dann mit dem "Nachtgieger" die zweite Auflage des Franken-Krimis.
Auch damals wurden bereits rund 15 000 Bücher von den zwei Frankenkrimis verkauft. Im Mai 2017 soll mit dem Apfelbaum-Henker ein weiterer Franken-Krimi erscheinen, der rund um das Walberla spielt. Wie Maria Dries zum Schreiben gekommen ist? "In der Zeit als 2010 dann die Heimatkrimis aufgekommen sind, habe ich mir gedacht, dass man so etwas auch für die Fränkische Schweiz machen könnte", erinnert sich die Schriftstellerin an die Anfänge zurück.
Schon kurz nach ihrem ersten Buch hatte sie "Blut geleckt". Es folgte der zweite Franken-Krimi, dann entstand schnell die Idee auch dort, wo das Ehepaar sonst immer Urlaub macht, eine Krimireihe entstehen zu lassen. "Jede Straße wo der Kommissar im Buch fährt, fahren wir im Urlaub auch", sagt die Autorin über die Art und Weise, wie ihre Kriminalromane vor Ort in der Normandie entstehen. Zwar schreibt Maria Dries auch über Mord und Totschlag, die Bücher sollen aber nicht niveaulos wirken; deswegen hat sie für sich selbst Tabus aufgestellt. "Keine Gewalt gegen Kinder und auch das Thema Flüchtlinge wird sich in meinen Romanen nicht wiederfinden", sagt die Schriftstellerin.
"Klar gibt es bei mir auch Tote, aber bei mir wird keiner gequält, oder muss lange leiden", sagt sie mit einem Augenzwinkern. "Den Todeskampf muss man auch nicht ausführlich beschreiben", so Dries. Besonders freut sie sich darüber, dass der ledige, französische Ermittler Lagarde inzwischen eine richtige Fangemeinde hat. "Wir bekommen viel Post von Leuten, die sich in deren Urlaub in der Normandie die Schauplätze des Kriminalromans anschauen und zwar ziemlich genau", erzählt die Schriftstellerin. "Da bekommt man schon mal einen Brief in dem Leser, dass eben eine Entfernungsangabe über eine gefahrene Strecke von Phillippe Lagarde nicht der im Buch beschriebenen Entfernung gleicht, sondern etwas länger oder kürzer ist", sagt Dries mit einem Schmunzeln.


Fünfter Normandie-Krimi

"Da kommen auch E-Mails, in denen die Leser das Geschriebene bestätigen und sagen, dass sie alles, was auch im Buch beschrieben wurde, vorgefunden hätten, nur den Kommissar hätten sie nicht getroffen", fügt die Schriftstellerin an, die hauptberuflich bei der WAB Kosbach in Höchstadt arbeitet, in Erlangen geboren ist und in Weingarts gemeinsam mit ihrem Ehemann und "Manager" Herbert Dries lebt.
Seit Dezember 2016 ist nun also der fünfte Normandie-Krimi am Markt. Maria Dries gönnt dem Kommissar keine Verschnaufpause: Ab Juni schickt ihn die Weingartserin erneut auf Verbrecherjagd. Der Titel lautet dann: "Der Kommissar und die Morde von Verdon".