Großenseebach
Der Querläufer unterwegs

Sightseeing abseits der Laufstrecke

Jochen Brosig vom FSV Großenseebach läuft die rund 600 Kilometer des Main-Radwegs ab: Diesmal nutzt er die Gelegenheit für einen Abstecher nach Bamberg.
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Die Markusbrücke verbindet die Inselstadt mit dem Sandgebiet. Fotos: privat
Die Markusbrücke verbindet die Inselstadt mit dem Sandgebiet. Fotos: privat
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Der Querläufer trifft sich regelmäßig mit Sportlern der Region auf deren Lieblingslaufrunde. Aktuell bewegt sich Jochen Brosig abseits von jeglichem Wettkampfstress auf dem Main-Radweg. Zum Auftakt lief der Röttenbacher von der Weißmainquelle nach Kulmbach und weiter vom Mainzusammenfluß über Bayreuth zur Rotmainquelle bei Creußen. Mittlerweile in Kemmern angekommen, macht er einen Abstecher nach Bamberg und nimmt Vereinskollege Rudi Riedl mit.

Querläufer:Ein langer Lauf nicht über Land, sondern durch die Stadt. Das ist doch einmal etwas anderes. Übrigens, in Bamberg war gerade Sandkerwa. Da machen wir einen Frühschoppen, oder?

Rudi Riedl: Abwechslung ist immer gut. Ich freue mich schon auf unseren Lauf durch die Gassen der Bamberger Altstadt und das malerische Klein Venedig.

Der Main-Radweg ist ein etwa 600 Kilometer langer Radfernweg in Franken und Hessen. Er beginnt an der Quelle des Weißen Mains am Ochsenkopf bei Bischofsgrün und bei der Quelle des Roten Mains in Creußen. Nach jeweils etwa 50 Kilometern vereinigen sich die beiden Quellarme bei Kulmbach zum Main. Brosig und Riedel starten genau dort, wo die vergangene Etappe endete. Am Sportheim des SC Kemmern. Entlang des Mains führt der Radweg über Hallstadt nach Bischberg. Über den Feldern steigt Bodennebel auf. Frische acht Grad, aber weißblauer Himmel und Sonne satt.

Hast du eine Verbindung zu Bamberg?

Mein Sohn wohnt mit seiner Familie am äußeren Rand von Bamberg. Somit bin ich oft in der Stadt. Sie hat schon ein besonderes Flair.

Das Lauf-Duo verlässt den Main und bewegt sich entlang der Regnitz durch Gaustadt. Über die Erba-Insel, vorbei an der alten Spinnerei und dem Skulpturenpark joggen die beiden im Schatten der Bäume. Die Markusbrücke ist ein Wendepunkt. Riedl und Brosig blicken auf die Regnitz bevor sie in die Untere Sandstraße einbiegen. Vor ihnen liegt der Anstieg zum Michaelsberg. Das Kopfsteinpflaster am Maienbrunnen macht das bewältigen der Steigung nicht leichter. Durch den Michaelsberger Garten geht es auf dem Benediktinerweg hoch zum Kloster Michelsberg. Vorher sind noch die Treppenstufen zu erklimmen. Die Aussicht lohnt die Mühen.

Ein herrlicher Blick. Nächstes Jahr ist Weltkulturerbelauf. Bist du wieder dabei?

Ja, auf jeden Fall. Das ist dann meine achte Teilnahme. Außer bei der ersten Auflage war ich immer dabei.

Weiter geht's entlang der Residenzstraße zum Domplatz. Auch die Alte Hofhaltung lassen die Läufer nicht aus. Immer mehr Menschen füllen die Bamberger Straßen. Touristengruppen mit Stadtführer. Alle haben ein Ziel. Das Gebiet um die Obere Sandstraße. Vom Jakobsplatz führt die Maternstraße in den Domgrund. Hier erhaschen der Querläufer und sein Begleiter einen schönen Blick auf den Bamberger Dom. Nächster Fotostopp ist die Obere Brücke. Sie geleitet die beiden Sportler über den Obstmarkt in die Fußgängerzone. Dort suchen sie sich ein Café für eine kurze Pause. Eine Apfeltasche und eine Tasse Kaffee geben Antrieb für die zweite Hälfte der Etappe.

Wann hast du mit dem Laufen angefangen?

Das muss so um das Jahr 2000 gewesen sein. Zum aktiven Fußballspielen hatte ich keine Lust mehr, wollte mich aber weiter sportlich bewegen. Ein Nachbar hat mich durch seine Erzählungen von Marathonläufen zum Laufsport motiviert. Die ersten Gehversuche fanden auf kleinen Runden im Ort statt. Bis die Kreise immer größer wurden und die Strecken immer länger. Im Jahr darauf lief ich meinen ersten Marathon in Berlin.

Schönleinsplatz und Nonnenbrücke haben sie passiert, und schon sind Riedl und Brosig wieder am linken Regnitzarm. Sie durchlaufen Theresienhain und Luisenhain. An der Buger Spitze geht es entlang des rechten Regnitzarms wieder zurück. Bis zur Europabrücke liegt der Fluss nun zur Rechten der beiden Läufer. Auf der Hallstadter Straße und der Emil-Kemmer-Straße joggen sie nach Halltadt. Die letzten fünf Kilometer liegen vor ihnen. Zwischen Hallstadt und Dörfleins treffen sie wieder auf den Main. So erreichen sie ganz locker nach viereinhalb Stunden Laufen ihren Ausgangspunkt.

Na Rudi, war dir das Abwechslung genug?

Das war ein sehr gelungener Lauf. Tolles Wetter, schöne Aussichten über und in die Bamberger Altstadt. Die Vorfreude auf den Weltkulturerbelauf 2019 ist bei mir auf jeden Fall jetzt schon sehr groß.

Auf der Reise von der Weißmainquelle zur Mündung in den Rhein ist der Querläufer also in Bamberg angekommen. Sieben Tagesetappen mit 240 Laufkilometern hat er zurückgelegt. Demnächst geht es weiter von Bamberg nach Schweinfurt. Man sieht sich auf dem Main-Radweg.

Run happy and smile!

Euer Querläufer



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