Coburg
Handball

HSC Coburg zeigt Biss gegen die Löwen

Der Zweitligist lieferte dem Deutschen Vizemeister und Pokalsieger Rhein Neckar Löwen vor 1069 Fans einen beherzten Kampf. Am Ende siegt der Favorit 34:26.
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Pontus Zetterman ging dorthin, wo es bekanntlich weh tun kann - nämlich in den gegnerischen Kreis. Der Neuzugang wurde für seine mutigen Aktionen öfters belohnt; links Abwehrchef Markus Hagelin.Iris Bilek
Pontus Zetterman ging dorthin, wo es bekanntlich weh tun kann - nämlich in den gegnerischen Kreis. Der Neuzugang wurde für seine mutigen Aktionen öfters belohnt; links Abwehrchef Markus Hagelin.Iris Bilek
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Exakt 1069 Fans waren gekommen, um den HSC 2000 Coburg erstmals in dieser Saison im "Schwitzkasten" HUK-Arena live zu erleben. Und sie sahen einen tollen Test. Der Favorit gewann zwar erwartungsgemäß, doch der hochmotivierte Zweitligist hinterließ einen hervorragenden Eindruck. Die "Löwen" gewannen in der Vestestadt mit 26:34 (13:15).
Die Leistung gegen den amtierenden Deutschen Pokalsieger und Vizemeister war absolut okay. Das Ergebnis auch. Bis zum Saisonstart in der 2. Bundesliga sind es jetzt noch genau 16 Tage. Der Countdown beginnt. Zeit zum Durchatmen bleibt den HSC-Männern nach dem gestrigen Vorbereitungs-Höhepunkt also kaum noch.


Die Feinschliff-Phase beginnt

Die Belastung ist hoch, das Programm in den letzten Tagen straff. Deshalb kommt die dreitägige Regeneration ab heute zur rechten Zeit. Ab Montag beginnt dann die Feinschliff-Phase. Dann muss Trainer Jan Gorr noch genauer hinschauen, die verbleibenden Einheiten richtig dosieren und seinem "wilden Team" das nötige Rüstzeug für den Ernstfall mit auf den Weg geben.
Gegen die Rhein Neckar Löwen wurde am Mittwochabend deutlich, dass der neu formierter Kader schon prima harmoniert. Da wächst etwas zusammen. Neben einigen gestandenen Spieler stehen hoffnungsvolle Youngster im Perspektivkader. Die Hoffnung der Fans auf den "Neuen HSC", der schneller, bissiger, attraktiver und frecher als in der letzten Saison spielt, scheint berechtigt. Ob er erfolgreicher ist - Platz 4 aus der Vorsaison gilt es zu toppen - muss sich aber erst noch zeigen.


Interner Konkurrenzkampf

Teambuilding darf ab sofort in den Hintergrund rutschen, jetzt gilt es an der Taktik und an der Technik zu feilen. Und natürlich muss auch der interne Konkurrenzkampf angeheizt werden, denn nur dann sind Höchstleistungen möglich.
Die Grundlagenausdauer ist erarbeitet, die Athletik passt. Integration und Streicheleinheiten sind aber genug verteilt. Jetzt müssen die Profis richtig hinlangen. So wie beispielsweise Markus Hagelin gegen die "Löwen". Der Schwede hatte Biss, war trotz seiner zwei Zeitstrafen stärkster Coburger Abwehrspieler. Aus diesem Holz sind Siegertypen geschnitzt.
Aber erst unter Druck wird sich zeigen, wie gefestigt die HSC-Auswahl tatsächlich schon ist. Deutscher Vizemeister und Pokalsieger hin oder her - es war nur ein Test. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

HSC Coburg gegen Rhein
Neckar Löwen 26:34 (13:15)
Jan Gorr begann mit Kulhanek, Spross, Prakapenia, Hagelin, der im Angriff für Varvne Platz machte, Weber, Zetterman und Kapitän Billek. Neuzugang Marcel Timm musste mit Rückenproblemen dagegen passen.
Auffälligster Spieler war in den ersten Minuten Tobias Varvne, der nicht nur das 1:0, sondern auch das 2:2 und das 5:4 markierte (8.). Die Neuzugänge Prakapenia und Zetterman sowie Billek zum 6:6 sorgten für eine torreiche und ausgeglichene Anfangsphase (12.). Und das obwohl Jan Kulhanek nicht nur bei einem gehaltenen Siebenmeter des öfteren Szeneapplaus für seine tollen Reflexe von den gut aufgelegten Coburger Zuschauern bekam.
Nachdem Varvne seinen eigenen Kreisläufer Sebastian Weber aus Nahdistanz K.o warf, zogen die "Löwen" trotz zweier schöner Treffer von Neuzugang Christoph Neuhold binnen weniger Minuten zwischenzeitlich auf 8:11 (19.). Dabei waren einige toll ausgespielten Angriffe des deutschen Vizemeisters zweifelsohne eine Augenweide. Nach der ersten Auszeit von Gorr gestalteten die "Gelben" das Spiel schnell wieder auf Augenhöhe.
Die Schlussphase gehörte dann Florian Billek: Erst verwandelte er einen Siebenmeter, verkürzte dann auf 12:14, um sich wenige Sekunden später einen Anschiss von seinem Trainer abzuholen.


Billek mit einem "Joker"

Grund: Mit einem übermotivierten Diagonalpass über das ganze Feld schmiss er leichtsinnig die Chance auf das 13:14 weg. Doch Billek wäre nicht Billek, wenn er nicht noch eine "Joker" im Ärmel hätte: Er packte einen Wut-Wurf aus dem Rückraum aus. De Ball zappelte zum 13:15-Halbzeitstand im Netz.
Sein Partner Lukas Wucherpfennig führte sich mit einem tollen Treffer von Rechtsaußen nach dem Wechsel sofort gut ein und der neue Torsteher Poltrum deutete sein Können an. Varvne und Knauer verkürzten auf 16:17 (35.) - plötzlich war richtig Stimmung in der Bude. Doch die routinierten Rhein Neckar Löwen ließen sich dadurch natürlich nicht ins Boxhorn jagen und verschärften jetzt das Tempo. Über 18:22 (40.), 21:26 (48.) und 22:29 (53.) setzte sich der Favorit ab. Die Gäste aus Baden-Württemberg profitierten dabei auch von einigen Zeitstrafen.


Mit Kampfgeist bis zum Schluss

Die Gastgeber gaben jedoch zu keine Zeitpunkt auf und die Fans unterstützten ihr Team weiter lautstark. Zetterman mit einem tollen Heber, Neuhold mit viel Übersicht, Hagelin mit einem Tor vom Kreis und der inzwischen im Tor stehende Fabian Apfel mit einer Parade sorgten dafür, dass die Stimmung in den Schlussminuten sogar noch einmal stieg. Zetterman verkürzte auf 26:31 (57.), ehe der Deutsche Pokalsieger nach einem Pfostentreffer des neuen HSC-Linksaußen Max Jäger mit dem 26:34 den Schlusspunkt setzte.
HSC 2000 Coburg: Kulhanek/Poltrum/Apfel - Hagelin (1), Jäger, Wucherpfennig (1), Spross (1), Weber, Prakapenia (1), Billek (5/2), Knauer (2), Zetterman (4), Varvne (6), Neuhold (5).
Rhein Neckar Löwen: Appelgren/Palicka - Schmid, Lipovina (3), Sigurdsson (4), Radiovojevis, Tollbring (3/1), Abotoviv (1), Mensah Larsen (8), Fäth (3), Groetzki (4), Taleski (2), Guardiola, Petersson (4), Nielsen (1), Kohlbacher (2).
Zeitstrafen: Hagelin (2), Jäger / Abutovic. / Beste Spieler: Varvne, Neuhold / Mensah Larsen. / Zuschauer: 1069.
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