Lager Hammelburg
Bundeswehr

Kommandowechsel beim Hammelburger Ausbildungszentrum Infanterie

Brigadegeneral Andreas Hannemann verlässt das Hammelburger Ausbildungszentrum Infanterie. Brigadegeneral Michael Matz hat nun das Sagen am Standort.
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Zeremonie: Brigadegeneral Andreas Hannemann (rechts) schreitet mit Generalmajor Norbert Wagner, Kommandeur Ausbildungskommando, die Front der Soldaten ab. Foto: Arkadius Guzy
Zeremonie: Brigadegeneral Andreas Hannemann (rechts) schreitet mit Generalmajor Norbert Wagner, Kommandeur Ausbildungskommando, die Front der Soldaten ab. Foto: Arkadius Guzy
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Ein Freund des Hammelburger Weins ist Michael Matz schon länger. In seiner Zeit als Standortkommandeur in Berlin habe er Bocksbeutel als Geschenk verteilt. Von vielen Lehrgängen kennt er den fränkischen Bundeswehrstandort. Nun ist der Brigadegeneral neuer Kommandeur des Ausbildungszentrums Infanterie.

Mit der üblichen militärischen Zeremonie übernahm Matz das Kommando von Brigadegeneral Andreas Hannemann. Dieser wechselt als Kommandeur zur Division Schnelle Kräfte nach Stadtallendorf in Hessen.

Hannemann hatte seit September 2016 das Kommando auf dem Lagerberg. Die Verbesserung der Methodik der Ausbildung nannte er als einen der Schwerpunkte in seiner Zeit. Er erwähnte beim Übergabeappell außerdem die Zusammenarbeit mit den Niederlanden und der US Army Infantry School. Der Austausch mit den USA soll laut Hannemann neben dem militärischen Nahkampf und der Schießausbildung um die Ausbildungsthemen Fallschirmsprung und Winterkampf erweitert werden.

Der Brigadegeneral verabschiedete drei Soldaten in den Ruhestand und zeichnete drei weitere für ihre Leistungen aus. Hannemann wurde aber auch privat: "Neben einer dienstlich erfüllenden Zeit hatte ich hier persönlich einige Stürme zu bestehen." Er sprach den Autounfall kurz vor der Kommandoübernahme in Hammelburg, den er nur knapp überlebt hatte, die längeren gesundheitlichen Folgen sowie die Erkrankung und den Tod seiner Frau an.

"Sie haben in einer bewegten Zeit die Führung des Ausbildungszentrums übernommen", sagte Generalmajor Norbert Wagner, Kommandeur Ausbildungskommando in Leipzig. Diesem unterstehen alle Ausbildungseinrichtungen des Heeres. Wagner zählte unter anderem die "überkritische und zum Teil unsachliche Berichterstattung", die "Trendwende Personal" und die Neustrukturierung der Führerausbildung auf. Er bescheinigte Hannemann Elan und, dass die Soldaten und Mitarbeiter ihm vertraut haben. Sein Nachfolger, Matz, sei einsatzerfahren und bringe für die Aufgabe als neuer Kommandeur "beste Voraussetzungen" mit. Matz war zuletzt stellvertretender Kommandeur der 1. Panzerdivision in Oldenburg.

Beim Empfang nach dem Appell würdigte Bürgermeister Armin Warmuth (CSU), dass Hannemann vieles auf den Weg gebracht habe, was zur Bedeutung des Standorts beitrage. Dem neuen Kommandeur wünschte er: "Fühlen Sie sich wohl in Hammelburg."

Volker Halbauer, Präsident des Bunds der Deutschen Infanterie, Sigrid Kuhlmann, "die Mutter der Infanterie", und die Vertreterin der Militärseelsorge schlossen sich den Wünschen an.

Für Hannemann ist die Verbindung nach Hammelburg damit nicht gekappt - ganz im Gegenteil: Seine neue Aufgabe ist militärisch sozusagen eine logische Weiterentwicklung. So gehören der Division Schnelle Kräfte zum Beispiel alle Fallschirmjäger an, für die Hammelburg bei der Ausbildung eine große Rolle spielt.

Der neue Kommandeur Brigadegeneral Michael Matz ist 59 Jahre alt und stammt gebürtig aus Wesselburen in Schleswig-Holstein. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. Seine Soldatenlaufbahn begann beim Jägerbataillon 381 in Flensburg. Er war unter anderem Kommandeur des Panzergrenadierbataillons 401 in Hagenow und Kommandeur des Wachbataillons in Berlin. Zuletzt war er in Oldenburg. Matz wohnt in Berlin, Hammelburg wird sein Zweitwohnsitz.

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