Carl von Heß legte mit seinem Familienvermögen den Grundstein für wohltätige und gemeinnützige Einrichtungen in Hammelburg , denen bis heute große Bedeutung zukommt. Der Abschluss der Sanierungsarbeiten an der von der Carl von Heß'schen Stiftung begründeten Friedhofskapelle und der 140. Todestag wurden jetzt von Sozialstiftung, Landkreis und Stadt Hammelburg mit einem Festakt begangen.

Im Rahmen eines Festgottesdienstes in der Stadtpfarrkirche St. Johannes wies Landrat Thomas Bold auf die sieben Seniorenheime mit rund 500 Plätzen in stationärer und Kurzzeitpflege hin, die inzwischen der Stiftung angehören. "Der Landkreis ist sich seiner Verantwortung bewusst und bekennt sich auch heute zum Stiftungszweck", unterstrich er vor zahlreichen aktiven und ehemaligen Stiftungsausschussmitgliedern und Personalvertretern. Veränderungen der Zeit folgend, gehören das Krankenhaus, der Kindergarten und das Waisenhaus nicht mehr der Stiftung an.

Die sanierte, prächtige Kirchhofkapelle wurde in den Jahren 1872 und 1876 erbaut, was Carl von Heß selbst nicht mehr erlebte. Er fand seine letzte Ruhe mit vier weiteren Familienmitgliedern in der Kapellengruft. Carl von Heß und seine beiden Brüder ehren der Landkreis und die Stadt mit Statuen im Innenraum des Kirchleins. Die im vorigen Jahr begonnene Sanierung beinhaltete eine Erneuerung der Elektro-Installation sowie Streich- und Verputzerarbeiten.

"Die Mühen haben sich gelohnt. Gläubige können hier den Alltag hinter sich lassen, eine besinnliche Zeit verbringen oder Innehalten und über die Weichenstellungen ihres Lebens nachdenken", sagte Thomas Bold.

Stiftungsvorsitzender Marco Schäfer würdigte die Familie von Heß, die sich die Hilfe von Armen und Kranken zur Aufgabe gemacht hatte. Die Innenrenovierung nannte er einen "notwendigen Schritt", zumal die letzte Erneuerung auf das Jahr 1965 zurückgeht.

Beim gemeinsamen Mittagessen im Pfarrzentrum überraschte Kreisarchivar Werner Eberth mit einem Buch über das Leben und Wirken von Carl von Heß und dessen Familie. Mit der Aushändigung eines Exemplars - seines 30. Werk - legte er auch die Buchrechte in die Hände des Landkreises. "Wir wollen den uns erteilten Auftrag erfüllen, die Verantwortung übernehmen und den Menschen zur Seite stehen", sagte der Landrat. Zuwachs stehe die Stiftung offen gegenüber - "allerdings nur wenn sie Sinn macht", betonte er.

Wie Hammelburgs Bürgermeister Armin Warmuth feststellte, "können wir Hammelburger stolz sein, dass die Erfolgsgeschichte der Sozialstiftung - die weit über die Stadtgrenzen hinausgeht - hier ihren Anfang nahm". Thomas Bold und Marco Schäfer würdigten abschließend die Leiterin des Dr. Probst-Heims, Yvonne Hepp, für ihr Engagement.
Zahlreiche Gäste nutzen nach dem Essen die Gelegenheit, die sanierte, und den ganzen Tag geöffnete Kirchhofkapelle und die Grablege zu besuchen, um hier in einem stillen Gedenken zu verweilen.