Hammelburg
Reise

Sebastian Fickert erzählt über Abenteuer in Ecuador

Sebastian Fickert legt sein mittlerweile sechstes literarisches Werk vor: eine Erzählung über seine Reise durch Ecuador.
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Sebastian Fickert am Pichincha, dem Vulkan-Hausberg von Quito, der Hauptstadt von Ecuador. Foto: Sebastian Fickert
Sebastian Fickert am Pichincha, dem Vulkan-Hausberg von Quito, der Hauptstadt von Ecuador. Foto: Sebastian Fickert
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Nils hat merklich zu kämpfen. "Ich sehe, wie sich seine Schritte verkürzen und wie schwer sie fallen." Sebastian Fickert versucht ab nun seinen eigenen Weg. Er setzt sich von Nils und dem Führer ab. "Ich bin alleine, auf Höhe der Wolken und über der Graslandschaft. Ab jetzt muss ich klettern. Ich sehe zwei Bergsteiger und verstehe, warum man sich verirren kann. Eine eindeutige Route ist nicht erkennbar." Doch er schafft es. Fickert steht im Nebel auf dem Gipfel des Pichincha.

Pasochoa, Pichincha und Cayambe gehören zu den drei Bergen, die Fickert mit seinem Freund bestieg. Nun, fast genau ein Jahr später, nimmt er jeden, der möchte, noch einmal mit auf die Touren. Sie sind seit Kurzem im Buch "Ecuador - Eine Reiseerzählung" nachzulesen.

Es ist nicht die erste Reisegeschichte, die Fickert vorlegt. So erschien von ihm zum Beispiel das Buch "Ararat - Eine Berggeschichte". "Ein Kollege, der das Buch gelesen hatte und dessen Tochter in Ecuador lebt, meinte, dass ich Ecuador lieben werde, wenn mich Berge so faszinieren", sagt Fickert.

Die Neugier war damit geweckt. Etwa ein halbes Jahr lang bereitete Fickert sich auf die zweiwöchige Reise vor: Er las Bücher über Ecuador und frischte seine Spanischkenntnisse auf. "Je besser man sich vorbereitet, desto mehr nimmt man von einem Land mit", erklärt Fickert.


Extreme Bedingungen

Er wusste auch, worauf er sich einlässt. Von verschiedenen Bergtouren konnte Fickert sich sicher sein, dass er die Höhe verträgt. Quito, die Hauptstadt von Ecuador, liegt allein auf fast 3000 Meter Höhe. Der Pichincha ragt deutlich über 4000 Meter empor. Beim Cayambe sind es noch 1000 Meter mehr.

"Als wir in Quito nur unsere Koffer die Treppe hochschleppten, merkten wird es schon in den Beinen", erzählt Fickert. Er und sein Freund planten Zeit für die Akklimatisierung ein. Fickert hatte mit Sport seinen Körper für die

Anstrengung trainiert. Bei der Übernachtung am Cayambe spürte er trotzdem die körperlichen Auswirkungen der Höhe: Im Schlafsack liegend ging sein Puls nicht herunter. Zur Umkehr zwang die beiden allerdings ein Schneesturm. Neben der Höhe bilden die extremen Wetterumschwünge eine Herausforderung für jede Besteigung, wie Fickert sagt.

In seinem Buch beschreibt er nicht nur diese Erlebnisse am Berg. Eine Tour durch den Regenwald war ebenso Teil der Reise. Die Vielfalt hat Fickert sehr für das Land eingenommen - und sie ließ die Packliste umfangreich ausfallen.

Begegnungen mit Kultur und Geschichte schlagen sich ebenfalls im Buch nieder. Er habe die Reise aber nicht mit der Absicht angetreten, wieder eine Erzählung zu schreiben. Sein Notizheft hatte Fickert trotzdem dabei. Wieder zurück sei es ihm leicht gefallen daraus ein Buch zu machen: "Ich hatte sehr viele Impulse mitbekommen."

Fickert, der als Mitglied von Spectaculum mit Hammelburg verbunden ist, arbeitet als Jurist. Zum Schreiben kam er vor einigen Jahren mehr per Zufall während seines Referendariats an der Botschaft in Tokio. Ein Bekannter, dem die an den Freundeskreis gerichteten Berichte aus Japan gefielen, vermittelte den Kontakt zu einem Verlag. So entstand das erste Buch.

Im Augenblick, nach der Reiseerzählung über Ecuador, drängt sich Fickert erst einmal kein weiteres Buch auf. Es sei auch keine neue Reise geplant. Der 41-Jährige kann im Gespräch aber nicht verhehlen, dass ihn Ecuador sehr beeindruckt hat und er das Land sicher irgendwann noch einmal besuchen wird.

"Ecuador - Eine Reiseerzählung" von Sebastian Fickert ist im Verlag Königshausen & Neumann erschienen. Das Buch hat 184 Seiten.


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