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Kronach
Ausstellung

Siebenbürgen wird mit jedem Klick lebendig

Seit Montag sind in der Galerie des Kronacher Landratsamts beeindruckende Impressionen aus Siebenbürgen (Rumänien) zu sehen. 34 großformatige Fotografien von Christa Apel und Claus Züchner lassen die ...
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Kreiskulturreferentin Gisela Lang (links) freute sich über die sehr sehenswerte Ausstellung von Claus Züchner und Christa Apel. Foto: Schülein
Kreiskulturreferentin Gisela Lang (links) freute sich über die sehr sehenswerte Ausstellung von Claus Züchner und Christa Apel. Foto: Schülein

Seit Montag sind in der Galerie des Kronacher Landratsamts beeindruckende Impressionen aus Siebenbürgen (Rumänien) zu sehen. 34 großformatige Fotografien von Christa Apel und Claus Züchner lassen die so wechselvolle Geschichte der Region lebendig werden.

Malerische Landschaften, urige kleine Häuser, ehrwürdige Kirchen und Kapellen, historische Burgen oder auch Ceauescus prunkvoller Palast in Bukarest - und immer wieder Menschenporträts: 34 beeindruckende Impressionen der Fotoreise von Christa Apel und Claus Züchner aus dem Jahr 2017 spiegeln die Schönheit und einzigartige Faszination von Siebenbürgen wider.

"Siebenbürgen ist für mich sehr vertraut", erklärte Kreiskulturreferentin Gisela Lang, als sie eingangs die vielen Besucher willkommen hieß. Sie zeigte sich sehr angetan von der Aussagekraft und der hohen Qualität der Exponate. Diese verband sie selbst mit schönen Erinnerungen. Bei einem Besuch mit der historischen Gruppe in der Region hatten sie und ihr Ehemann ein Auto gemietet, mit dem sie durch Siebenbürgen fuhren. "Erinnerungen an eine wunderbare Reise mit wunderbaren Menschen", blickte sie zurück. In Siebenbürgen gebe es herrliche Häuser im Jugendstil mit tollen Fassaden und zierenden Ornamenten. Leider aber verkämen viele von ihnen.

Beeindruckende Porträts

Umso mehr freute sie sich über die Ausstellung, die mit ihren Landschaftsansichten, Architekturbildern und Menschenporträts auch einen Status Quo der Region darstelle und deren so wechselvolle Gesichte in schönen Bildern festhalte. Die beiden Fotografie-Begeisterten Christa Apel und Claus Züchner sind seit 20 Jahren gemeinsam rund um den Erdball unterwegs und sammeln Eindrücke an verschiedensten Orten und bei unzähligen Begegnungen mit Einheimischen. Viele ihrer Erlebnisse fangen sie respektvoll mit ihren Digitalkameras ein und präsentieren die Ergebnisse nicht nur im Foto-Amateur-Club Mainleus-Kulmbach, bei dem sie aktive Mitglieder sind, sondern auch in eigenen Ausstellungen; nunmehr auch in Kronach. Besonders beeindruckend sind für Lang gerade auch die Menschenporträts der Beiden. Diese hätten nicht einfach nur fotografiert, sondern sich dabei unter das Volk gemischt, sich mit den Menschen verständigt und auch eine Bindung mit ihnen eingegangen. So sind die beiden auch auf zwei Bildern - Claus Züchner im zünftigen Franken-T-Shirt - im Gespräch zu sehen. Lang hatte die Fotografien mit geübtem Händchen themenbezogen für eine stimmungsvoll-harmonische Gesamtwirkung gehängt.

Aus Claus Züchner sprudelte es anschließend nur so heraus, als er mit leuchtenden Augen von seiner Reise durch eine der schönsten Gegenden Rumäniens und zahlreichen Erlebnissen erzählte. Der Gehülzer kam durch kleine Reisen, deren Erlebnisse er anfangs noch mit einer Super-8-Kamera und in analoger Aufnahmetechnik festhielt, zur digitalen Fotografie. Christa Apel ist eine gebürtige Neuhauserin. Die gelernte Glas- und Porzellanmeisterin faszinierten schon immer schöne Landschaften und anrührende Motive, die sie im Bild festhalten möchte. Anfänglich erfolgte dies in gemalten Bildern und dann als Fotos. Gemeinsam haben sie sich auch der Wettbewerbs-Fotografie verschrieben. Als aktive Mitglieder des Fotoclubs, der schon einige Titel in dieser Disziplin gewonnen hat, engagieren sie sich schon lange.

Ein Stück deutsche Geschichte

Der Name der Region Siebenbürgen beruhe vermutlich auf den anfangs sieben Siedlungen beziehungsweise Burgen der Deutschen, die auch im historischen Wappen der Region abgebildet sind. Später seien es einmal 241 Burgen gewesen, von denen 150 aber verfallen und nicht mehr begehbar seien. Die Vergangenheit verfolge einen auf Schritt und Tritt, so Züchner und Apel weiter. Der Einfluss der Siedler sei bis heute sichtbar. Dennoch hinterlasse die Zeit ihre Spuren am Kulturerbe der Siebenbürger Sachsen mit oftmals gravierenden Änderungen. Leider habe man aufgrund strenger Auflagen nicht alles fotografieren dürfen.

Die überaus sehenswerte Ausstellung kann bis zum 27. März bei freiem Eintritt zu den regulären Öffnungszeiten des Landratsamts besucht werden. hs