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Kronach
Vorführung

Kurzfilme junger Filmemacher

Am Sonntag, 9. Februar, stellen zwei junge Filmemacher ab 18 Uhr in der ehemaligen Kronacher Synagoge ihre Abschlussarbeiten an der Bauhaus-Universität Weimar im Studiengang Mediengestaltung vor. Es h...
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Am Sonntag, 9. Februar, stellen zwei junge Filmemacher ab 18 Uhr in der ehemaligen Kronacher Synagoge ihre Abschlussarbeiten an der Bauhaus-Universität Weimar im Studiengang Mediengestaltung vor. Es handelt sich dabei um je zwei Kurzfilme (circa 25 Minuten) mit dem Thema "Untergegangene Utopien".

Beide Filme wurden im letzten Jahr mit dem Medienkunstpreis des Bauhaus-Film-Instituts ausgezeichnet. Die beiden Künstler sind Christoph Hertel (geboren 1989 in Kronach) und Kate Ledina (geboren 1991 in Nürnberg).

"Nach mir die Sintflut"

Christoph Hertels Film trägt den Titel "Nach mir die Sintflut" und handelt davon, dass die Menschen sehenden Auges nicht auf eine drohende Katastrophe reagieren. Bewusst wurde die Spielhandlung in die 1950er Jahre verlegt, allerdings sind die Anspielungen auf die heutige Zeit beabsichtigt (Klimawandel, politische Krisen et cetera).

Die Handlung: Der junge Franz kehrt nach langer Zeit wieder in sein Heimatdorf Klein-Reichbach zurück. Doch erschüttert muss er feststellen, dass sein Heimatdorf durch einen Riss im alten, maroden Staudamm bedroht wird. Um das Dorf zu retten, muss Franz sich gegen die Bewohner stellen, die von der drohenden Gefahr nichts wissen wollen. Der Film versteht sich als Parabel auf den bevorstehenden Klimawandel und wie die Menschheit damit umgeht.

"Cold Buffet"

Kate Ledinas Film trägt den Titel "Cold Buffet" und hat dokumentarischen Charakter. Es ist ein Film über die Entwicklung einer utopischen Gesellschaft und die aktuelle Situation zweier Kibbuzim in unterschiedlichen Phasen der Privatisierung, mit einem ungewöhnlichen Blick auf die Bauhaus-Bewegung in Israel.

Die Handlung: Ruhama und Geva sind zwei Kibbizim in sehr unterschiedlichen Teilen Israels, die nach derselben Ideologie einer klassenlosen Gesellschaft, kollektiver Erziehung und gemeinsamen Eigentums leben. Sie haben aber auch eine architektonische Eigenschaft gemein: Ihre beiden Speisesäle werden von Architekten gestaltet, die früher am Bauhaus studierten, Shmuel Mestechkin und Arieh Sharon. Sie legten bei der Gebäudeplanung ihren Schwerpunkt auf den wichtigsten Teil eines jeden Kibbuz, den Speisesaal, soziales und kulturelles Zentrum von Ruhama und Geva.

Anhand der Geschichten der Bewohner beider Kibbizim erzählt der Film die Veränderung von wohnbaulichen Bedürfnissen im Wandel der gesellschaftspolitischen Strukturen. Viele Gebäude stehen leer oder existieren nicht mehr. Es scheint, dass Architektur an Bedeutung verliert, wenn die zugrundeliegende Utopie verblasst. Ist das Konzept Kibbuz - und an dieser Stelle auch das Bauhaus - gescheitert? red

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