Neustadt bei Coburg

Kritischer Blick zum Nachbarn

In Rödental wird viel gebaut. Nicht alles lassen die Mitglieder des Neustadter Bausenats ohne Kritik stehen. Vor allem die wachsende Fläche für großflächigen Einzelhandel ist ihnen ein Dorn im Auge.
Artikel drucken Artikel einbetten
Der Edeka Markt an der Gnaileser Straße wird durch einen neuen ersetzt. Rödentals Nachbarn in Neustadt finden, dass die Stadt ein wenig viel großflächigen Einzelhandel in ihren Mauern zulässt. Foto: Rainer Lutz
Der Edeka Markt an der Gnaileser Straße wird durch einen neuen ersetzt. Rödentals Nachbarn in Neustadt finden, dass die Stadt ein wenig viel großflächigen Einzelhandel in ihren Mauern zulässt. Foto: Rainer Lutz

Wenn eine Kommune ihre Planung zur Bebauung ändert oder größere Projekte plant, muss sie das auch den Nachbargemeinden mitteilen, damit diese Stellung nehmen können, falls sie ihre eigenen Interessen berührt sehen. Seit Jahren sieht Neustadt die Entwicklung der Nachbarn in Rödental in einigen Punkten kritisch. So auch bei jüngsten Planungen - wenn auch verhalten.

Sorgten Vorhaben wie Bau- oder Elektronikmärkte und Spielzeugwelten in der Vergangenheit gar für Rechtsstreite, hat der Neustadter Bausenat bei seiner Sitzung am Mittwoch sich eher auf ein paar kritische Anmerkungen beschränkt. Es geht, wieder einmal, um Handel. Der Edeka-Markt an der Gnaileser Straße soll abgerissen und durch einen neuen ersetzt werden. Allerdings wird der neue ein wenig größer als der alte Markt. Supermarkt und mit geplante Konzessionäre, bekommen eine Gesamtfläche von 2450 Quadratmetern zur Verfügung. Bisher, so die Informationen des Neustadter Bauamtes, hat der Markt einschließlich Backshop und Gaststätte 1600 Quadratmeter Gesamtverkaufsfläche.

In der neuen Planung hat der Lebensmittelmarkt eine Fläche von 1750 Quadratmetern, ein Textilfachmarkt ist mit 350 Quadratmetern geplant, weitere 100 Quadratmeter sind für einen Bäcker und 250 für einen Laden, der noch nicht benannt wurde, eingeplant.

Stadtplanerin Christine Schirmer sieht dennoch die Belange der Stadt Neustadt durch den in der Rödentaler Innenstadt geplanten Markt nicht berührt. Sie gibt aber zu bedenken, dass mit der neu geplanten Verkaufsfläche diese Flächen in Rödental sich auf einen Zahl von mehr als 23 600 Quadratmeter summieren. Der Möbelmarkt ist dabei nicht mitgerechnet.

Der Bausenat bittet daher die Nachbarstadt, eine aktuelle Auswirkungsanalyse sowie eine Verträglichkeitsprüfung zur geplanten Ansiedlung großflächigen Einzelhandels zu erstellen, damit die Situation besser beurteilt werden kann.

Nichts gegen Wohnmobile

Neben der Sport- und Freizeitanlage in Oeslau soll ein Reisemobilstellplatz entstehen. Dazu wird der gesamte 2,5 Hektar große Bereich überplant. Für bis zu 42 Wohnmobile wird eine Fläche von 4670 Quadratmetern vorgesehen. Die Organisation von der Bezahlung für den Stellplatz bis zu Strom und Wasser erfolgt über Automaten. Das Projekt ist Teil einer Tourismusinitiative in der Region, die vor allem das Angebot an Stellplätzen für Wohnmobile verbessern soll. Dagegen erhob der Bausenat Neustadt keine Einwände.

Auch am geplanten Solarpark bei Blumenrod haben die Neustadter Bausenatoren nichts auszusetzen. Er soll nördlich des Stadtteils auf einer Fläche von 4,3 Hektar errichtet werden. Das Gelände ist in Richtung Süden leicht geneigt und grenzt an ein vorhandenes Gewerbegebiet.

Bei der Wohnbebauung, die entstehen soll, wo bisher ein Schalthaus eines Energieversorgers in Mönchröden stand, gibt Stadtplanerin Christine Schirmer zu bedenken, dass bei Wohnbebauung die Grundflächenzahl (sie gibt den Anteil der Grundstücksfläche an, der bebaut werden darf) von 0,4 nicht überschritten werden soll. Das sei dort aber der Fall. Einwände gegen das Vorhaben erhebt die Stadt aber nicht.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren