Haßfurt

Für Mobilität und Identifikation

Zwei Leader-Projekte in Knetzgau und Gleusdorf erhalten Förderungen. Die Maßnahmen sollen den Kreis stärken.
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Bei der Übergabe der Förderbescheide (von links): Bettina Fritzler, Susanne Wolfrum-Horn (beide Leader-Verwaltung), Bürgermeister Thomas Stadelmann (Zeil), Leader-Haßberge-Geschäftsführerin Karin Gadamer, Thomas Zettelmeier, Bürgermeister Stefan Paulus (beide Knetzgau) und der Untermerzbacher Bürgermeister Helmut Dietz Foto: gg
Bei der Übergabe der Förderbescheide (von links): Bettina Fritzler, Susanne Wolfrum-Horn (beide Leader-Verwaltung), Bürgermeister Thomas Stadelmann (Zeil), Leader-Haßberge-Geschäftsführerin Karin Gadamer, Thomas Zettelmeier, Bürgermeister Stefan Paulus (beide Knetzgau) und der Untermerzbacher Bürgermeister Helmut Dietz Foto: gg

Für zwei Leader-Projekte im Landkreis gab es jetzt die Förderzusage. Für das Gemeinschaftsprojekt "Mitfahrerbänke" erhielt die Gemeinde Knetzgau 25 851 Euro und für das Informationszentrum für die Orts- und jüdische Geschichte "Synagoge Gleusdorf" kann die Gemeinde Untermerzbach auf eine Förderung von 87 600 Euro bauen. Die beiden Projektträger nahmen die Förderbescheide entgegen. Leader-Mittel sind Zuschüsse der Europäischen Union (EU).

In Vertretung von Landrat Wilhelm Schneider beglückwünschte der Bürgermeister der Stadt Zeil, Thomas Stadelmann (SPD), die beiden Projektträger. In Knetzgau hat das "Bündnis für Familien und Senioren" bereits im Oktober 2017 ein Bürgerforum veranstaltet und dabei die Themen Familien- und Seniorenfreundlichkeit abgefragt. Dabei wurden konkret zur Verbesserung der Mobilität die Mitfahrerbänke vorgeschlagen. Vor allem Bürger, die nicht mehr mobil sind und bei Einkaufs- oder Arztfahrten auf Hilfe angewiesen sind, können dadurch eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität erfahren. Mitfahrerbänke signalisieren, dass derjenige, der darauf sitzt, mitgenommen werden will.

Vorhaben in Gleusdorf

Der zweite Förderbescheid ging an die Gemeinde Untermerzbach, die in Gleusdorf die ehemalige Synagoge in ein Informationszentrum für die Orts- und jüdische Geschichte umbauen will. In diesem historischen Gebäude soll die reiche Geschichte des Ortes Gleusdorf (Beginn achtes Jahrhundert) erzählt werden. Es sollen die Erinnerungen an die bereits 1521 nachweisbare jüdische Geschichte wachgehalten werden. "Obwohl die jüdische Gemeinde damals nur aus wenigen Familien bestand, wurde eine eigene Synagoge unterhalten mit einem eigenen angestellten Religionslehrer", betonte Stadelmann.

Bei diesem Projekt soll die Geschichte der jüdischen Familien dargestellt sowie das einstige Aussehen des Gebäudes und des ehemaligen Judenviertels rekonstruiert und mittels 3-D-Simulation dargestellt werden. Das Informationszentrum wird auf die Fragen ausgerichtet: "Wie sah das Dorf aus? Wie haben die Juden gelebt? Wie war die Synagoge innen eingerichtet?"

Für die Region ist die Verknüpfung der Orts- mit der jüdischen Geschichte etwas weitgehend Neues. Dazu kommen Veranstaltungen, die vom Trä-gerverein gestaltet werden.

Die Leader-Aktionsgruppe Haßberge beschäftigte sich bei der Übergabe mit weiteren geplanten Leader-Projekten. Themen waren das "Mint-Labor" am Regiomontanus-Gymnasium in Haßfurt, die Erlebniswelt "Fränkischer Sandstein" in Breitbrunn, die "alte Schmiede" in Happertshausen, die zisterziensischen Klosterlandschaften in Mitteleuropa (Steigerwald mit Ebrach) sowie eine Skate- und Bikeanlage in Knetzgau.

Thomas Zettelmeier von der Gemeindeverwaltung in Knetzgau stellte den Skate- und Bikepark vor, den die Gemeinde installieren will. "Der Park hat ein Alleinstellungsmerkmal, weil es so etwas im Landkreis noch nicht gibt; er soll ein Leuchtturm in Sachen Bewegung werden." Das Projekt sei von den Jugendlichen selbst in die Diskussion geworfen und mit ihnen besprochen worden. Es sei eine Alternative zum Medienkonsum. Die Bewegung sei das zentrale Anliegen, sagte er. gg

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