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Renovieren - Modernisieren

Welcher Boden darf es sein?

Parkett und Laminat gehören zu den beliebtesten Bodenbelägen und haben individuelle Vor- und Nachteile
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Foto: hanohiki - stock.adobe.com
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Sowohl Parkett als auch Laminat sind aus deutschen Haushalten nicht mehr wegzudenken. Häufig kommt es zur Verwechslung, obwohl sich die beiden Fußbodenbeläge gravierend unterscheiden. Während es sich beim Parkett um einen natürlichen Bodenbelag handelt, ist Laminat genau genommen ein künstliches Produkt. Unter der aus Melaninharz bestehenden Decklage befindet sich eine Dekorfolie, mit der sich viele verschiedene Strukturen wie Holz, Stein oder Fliesen realitätsgetreu abbilden lassen. Die Trägerplatte ist meist eine HDF-Platte - also eine hochverdichtete Holzfaserplatte, die für Stabilität und Härte sorgt. Im Gegensatz zu früher wird dem Laminat heute häufig eine holzähnliche Oberflächenstruktur verliehen, was eine Unterscheidung zum Parkett schwierig macht. Auch in Räumen mit Fußbodenheizung kann Laminat problemlos verlegt werden. Die Aufbauhöhe liegt durchschnittlich bei sechs bis zwölf Millimetern.

Verschiedene Schichten

Parkett bestand früher komplett aus Holzstücken, die zusammengesetzt wurden. Derartiges Parkett erhält man heute noch unter dem Begriff "Massivparkett". Gängiger ist mittlerweile jedoch das sogenannte Dreischichtparkett, bei dem die oberste Schicht aus Echtholz besteht. Eine Versiegelung aus Wachs, Öl oder Lack soll diese schützen. Das auch als Fertigparkett bezeichnete Produkt setzt sich aus besagter Echtholz-Schicht, einer Mittellage, die entweder aus Sperrholz, Nutzholzstäbchen oder einer HDF-Platte besteht, sowie einem Gegenzugfurnier zusammen. In Räumen mit Fußbodenheizung empfiehlt sich ein Zweischichtparkett. Es hat eine geringere Aufbauhöhe und lässt mehr Wärme durch.

Allgemein sollte ein Fertigparkett von guter Qualität eine Höhe von circa 15 bis 20 Millimetern aufweisen. Zudem passt sich naturbelassenes oder geöltes Parkett durch Ausdehnen oder Zusammenziehen den raumklimatischen Bedingungen an. Diese Eigenschaft weist Laminat nicht auf.

Edler Echtholzboden

Wer besonderen Wert auf natürliche Materialien legt, der sollte auf Parkett setzen. Der Echtholz-Bodenbelag schafft eine gemütliche Atmosphäre und punktet auch in Sachen Fußwärme. Der achtsame Umgang mit dem Material und die Möglichkeit, den Parkettboden bei entstandenen Kratzern und Dellen abzuschleifen, verlängern seine Lebensdauer. Verschiedenste Holzarten sowie zahlreiche Varianten der Oberflächenbearbeitung schaffen eine große Vielfalt. Wurde Parkett früher vollflächig verklebt, so hielt mit dem Fertigparkett auch das Klick-System, die schwimmende Verlegung, Einzug. Während Letzteres leichter umzusetzen ist, eignet sich eine vollflächige Verklebung vor allem bei einer Fußbodenheizung. Naturgeölter Parkettboden erfordert eine intensivere Pflege, lackiertes Parkett dagegen hat einen geringeren Pflegeaufwand, büßt dadurch aber auch Natürlichkeit in seiner Oberflächenstruktur ein.

Robuster Alleskönner

Laminat gilt als wahrer Alleskönner. Der Bodenbelag ist äußerst robust, weshalb er auch im gewerblichen Bereich häufig zum Einsatz kommt. Entstandene Kratzer oder Dellen lassen sich mit Hilfe eines Reparatursets leicht entfernen. Auch größere Schäden stellen keine Hürde dar. Bei dem dank Klick-System einfach zu verlegenden Material können defekte Teile problemlos ausgetauscht werden. Einen weiteren Vorteil gegenüber dem Parkett stellt die Lichtechtheit des Laminats dar. Während Parkett seine Farbe durch Sonneneinstrahlung ändert, ist die Oberfläche des Laminats beständig gegenüber Lichteinfluss. Auch dieser Bodenbelag kann vollflächig verklebt werden, dies wird jedoch eher weniger empfohlen. Preislich ist ein Laminatboden zunächst attraktiver als die edle Parkett-Variante. Dennoch sollte beim Kauf auf eine gute Qualität geachtet werden, was den Preis schnell in die Höhe schnellen lässt. Dass Laminatboden nicht nur gegenüber Licht, sondern auch gegenüber Haushaltschemikalien beständig ist, macht ihn relativ pflegeleicht. Absaugen oder nebelfeuchtes Abwischen sind meist ausreichend.

Die Frage, welcher Bodenbelag die bessere Variante ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Je nach persönlichem Geschmack, den individuellen Bedürfnissen und dem Budget sollte zwischen den verschiedenen Varianten abgewogen werden. Während Laminat in Sachen Preis, Abrieb- und Kratzfestigkeit, Lichtechtheit und Pflegeaufwand punkten kann, schneidet das Parkett bei Natürlichkeit, Wohngesundheit und Raumakustik deutlich besser ab. Eine ausführliche Beratung durch einen Fachmann kann Klarheit bei der Suche nach dem richtigen Fußbodenbelag bringen. jr

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