Sind die Deutschen schon in Weihnachtsstimmung? Die repräsentative Weihnachtsstudie der Universität der Bundeswehr München beleuchtet jährlich, wie sich die Bürgerinnen und Bürger auf die Feiertage vorbereiten. Anfang Dezember wurden 1.137 Personen mittels Onlinebefragung befragt. Neben Wünschen und Geschenken untersuchten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auch explizit den Einfluss der Coronakrise. Mit erstaunlichem Ergebnis ...

Während mehr als drei Viertel der Befragten (78%) die Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Pandemie begrüßen, geben fast die Hälfte (42%) der Teilnehmer an, sich über die Einschränkungen hinwegsetzen zu wollen. Eine Schnittmenge von knapp 25%  erwägt eine Missachtung der Maßnahmen zu Weihnachten, obwohl sie die Einschränkungen eigentlich befürworten.

Weihnachtsstudie: Paradoxes Ergebnis - Corona-Regeln: Ja - Einhaltung: Nein  

"Überdurchschnittlich viele Menschen glauben fälschlicherweise, dass sie eine Situation wie diese im Gegensatz zu anderen Menschen überdurchschnittlich gut einschätzen können," sagt Professor Rauschnabel, von der Professur für digitales Marketing und Medieninnovation. Demnach würden Menschen Gesetze für andere gutheißen, sich selber aber darüber hinwegsetzen. Außerdem bestehe die Gefahr, dass Menschen es für legitim halten die Regeln nicht zu beachten, wenn andere Menschen sie auch nicht beachten. 

Durch die Pandemie wurden viele weihnachtliche Rituale verboten. Der Studie zufolge vermissen die Teilnehmer in der Weihnachtszeit am meisten die Deutschen Weihnachtsmärkte (72%),  gefolgt von Restaurantbesuche (54%) und Wiedersehen mit Freunden (35%).

Der Aussage "Weihnachten wird zwar anders, aber trotzdem schön" stimmen 51% der jüngeren Generation und nur 39% der über 55-Jährigen zu. Die jungen Leute sehen also das diesjährige Weihnachten positiver als die älteren Menschen. Die Hälfte aller Befragten hofft übrigens, dass wir an Weihnachten nicht alle hinter dem Smartphone verbringen werden. 

Teilnehmer sehen auch die positive Seite der Pandemie 

Fast ein Drittel aller Teilnehmer sehen in der Pandemie eine Chance: Durch den Virus sei es möglich, unliebsamen Verpflichtungen aus dem Weg gehen zu können und somit auch weniger Streit an Weihnachten zu haben.  Außerdem würden 25% weniger Geld für Unnötiges ausgeben. Knapp die Hälfte der Befragten freuen sich über weniger "Vorweihnachtsstress".  

Weniger vom diesjährigen Weihnachtsfest  im Verhältnis zu den Letztjährigen erwarten 38% aller Befragten. Darin sieht Professor Rauschnabel einen Vorteil: "Niedrige Erwartungen, die Notwendigkeit für kreative Alternativen gepaart mit dem Optimismus vieler Menschen sind eine ideale Grundlage für ein schönes Weihnachtsfest." 

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