• Was ist InSight?
  • Seit wann läuft die Mars-Mission?
  • Wie stark war das Erdbeben?
  • Deshalb sind die Wissenschaftler*innen so überrascht.

Der Mars ist zwar unser unmittelbarer Nachbar, kreist aber immerhin mit einem Abstand von mindestens 56 Millionen Kilometer zur Erde um die Sonne. Der Abstand variiert. Am 5. Mai 2018 startete die Trägerrakete Atlas V-401 mit dem Mars-Lander InSight von der kalifornischen Vandenberg Air Force Base im US-Bundesstaat Kalifornien aus in Richtung des "roten Planeten". Noch im November desselben Jahres landete das stationäre und autarke Labor auf dessen Oberfläche. Seitdem sammelt Insight Gesteinsproben, misst die klimatischen Verhältnisse, registriert Bewegungen im Inneren des Planeten und an der Oberfläche. Die Daten werden zur Erde gesendet. Anfang Mai 2022 die Sensation: Die Wissenschaftler*innen erreichten Informationen über das stärkste Erdbeben, das je auf einem anderen Planeten gemessen wurde und sind genauso überrascht wie begeistert.

Erdbeben auf dem Mars: Diese Stärke hat InSight gemessen

Wie das Jet Propulsion Laboratory (JPL) der US-Raumfahrtsbehörde NASA mitteilte, registrierte InSight am 4. Mai auf dem Mars ein Erdbeben mit der Stärke 5 auf der nach oben offenen Richterskala. Seit der Landung wurden schon 1.313 Erschütterungen gemessen. Im August 2021 schickte das Mars-Labor Informationen über ein Beben mit einer Stärke von 4,2 zur Erde. Für irdische Verhältnisse sind das mittelmäßige Stärken.

Zum Vergleich: In Oberfranken kam es 2018 zu einem Erdbeben ebenfalls mit der Stärke 4,2. Das bislang stärkste Beben auf der Erde mit einer Stärke von 9,5 forderte am 22. Mai 1960 im chilenischen Valdivia rund 1.600 Todesopfer.

Der wissenschaftliche Leiter der InSight-Mission Bruce Banerdt bringt seine Begeisterung ob der Stärke des Mars-Bebens in der JPL-Mitteilung zum Ausdruck: "Seit wir unseren Seismografen im Dezember 2018 abgesetzt haben, warten wir auf 'das Große'‘." Dieses Beben werde mit Sicherheit einen unvergleichlichen Einblick in den Planeten gewähren, freut sich der Forscher.

Europäische Experten: Mars-Mission mit deutscher Beteiligung

InSight ist Teil des Discovery-Programms der NASA unter der Federführung des Marshall Space Flight Centers. Das US-amerikanische Rüstungsunernehmen Lockheed Martin Space hatte den Mars-Lander gebaut. Neben zum Beispiel der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich und der britischen Oxford Universität ist auch das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) in Göttingen an den seismographischen Messungen im Rahmen des Forschungsprojektes beteiligt.

InSight hatte seine Hauptmission Ende 2020 abgeschlossen und seine ursprünglichen wissenschaftlichen Ziele erreicht. Die NASA verlängerte die Mission aber bis Ende 2022.

Während Erdbeben auf der Erde oft Unheil bringen, sind die Wissenschaftler*innen von dem starken Erdbeben auf dem Mars begeistert. Der Grund: Es bringt viele neue Erkenntnisse über unseren Nachbarn im Sonnensystem. In den kommenden Jahren wollen die Forscher*innen die Daten analysieren, um mehr über den Mars zu erfahren.