• Nonnen retten seltenen Lurch vor dem Aussterben
  • Axolotl-Schleim wird zu Hustensaft
  • Arterhaltungsmaßnahmen der frommen Schwestern

Der Pátzcuaro-See ist ein See mit 126 Quadratkilometern Fläche. Er liegt auf 1.920 Metern Höhe im mexikanischen Bundesstaat Michoacán. Der Pátzcuaro-See ist der ursprüngliche Lebensraum des Dumerils Querzahnmolches. Der Molch lebt nur in diesem See, nirgendwo anders auf der Welt. Er ist damit eine sogenannte "endemische Art". Wird der fragile Lebensraum einer endemischen Art zerstört, wird diese unwiederbringlich von unserer Erde verschwinden. Noch heute werden jedes Jahr immer wieder endemische Tier- und Pflanzenarten von Forschern und Wissenschaftlern entdeckt.

Nonnen bemerkten das Verschwinden des Dumerils Querzahnmolches

Die Ordensschwestern, die in der Basilika "Unserer Lieben Frau der Gesundheit" im Pátzcuaro-See im Namen der heiligen Jungfrau Maria leben, bemerkten irgendwann, dass sich der Dumerils Querzahnmolch immer seltener fangen ließ. Die Nonnen ernteten seit jeher von den gefangenen Lurchen den Schleim, um damit gewinnbringend Hustensaft herzustellen und ihre Finanzen voranzutreiben. Plötzlich aber ging die Fangquote auffällig bergab.

Was war der Grund? Durch das rasante Anwachsen der Bevölkerung in den Städten und in dem Umland des Sees stieg einerseits die Nachfrage nach Nahrungsmitteln. So wurde vermehrt im Pátzcuaro-See gefischt, was zu einer Überfischung der Molche führte. Das Fischen nach den Tieren ist verlockend, denn so ein Dumerils Querzahnmolch ist immerhin mit einer Größe von bis zu 35 cm eine fette Beute.

Andererseits wurden im großen Maßstab ungefilterte Abwässer in den See gleitet, was zu einem massiven Schaden der Wasserqualität des Sees und des darin befindlichen Lebens führte. So ist es also kein Wunder, dass diverse Tierarten, darunter Dumerils Querzahnmolch, im Pátzcuaro-See immer seltener wurden.

Die Nonnen sahen ihre Einkünfte bedroht

Durch den Rückgang der Fangzahlen des Dumerils Querzahnmolches wurden die Ordensschwestern aktiv und legten eine Erhaltungszucht des Lurches hinter ihren Klostermauern an. Während derzeitig die Molche im Pátzcuaro-See mittlerweile fast ausgestorben sind, erwiesen sich die Nonnen als geschickte und erfolgreiche Halterinnen und Züchterinnen der Tiere.

Mittlerweile gilt der Dumerils Querzahnmolch als eines der seltensten und gefährdetsten Tiere auf der ganzen Welt. Dumerils Querzahnmolch wird von der IUCN (International Union for Conservation of Nature) als „vom Aussterben bedroht“ gelistet. Unterstützt werden die Ordensschwestern in ihren Erhaltungsbemühungen des seltenen Molches durch Spenden für ihre Zuchtstation und durch Nachahmer in zoologischen Einrichtungen, und das mittlerweile weltweit.

Es wäre nicht nur ein großer Verlust, dieses außergewöhnliche Tier als Art auf unserer Erde zu verlieren. Besondere Bedeutung haben Axolotl oder Querzahnmolche auch in der Wissenschaft und Medizin, weil sie amputierte Gliedmaßen wieder regenerieren können. Axolotl und Querzahnmolche bleiben ein Leben lang, selbst als ausgewachsene Tiere, im Larvenstadium.

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