• Fakten rund um die Milchstraße
  • Entdeckung der Astronom*innen
  • Fazit

Das Weltall erscheint für uns als ein Mysterium. Immer wieder gibt es spannende und neue Entdeckungen im All, die besonders faszinierend sind. Was steckt hinter dem Fund von "Desinfektionsmittel" im Zentrum der Milchstraße?

Die Entdeckung nahe dem Zentrum der Milchstraße

Die Milchstraße wird auch "Galaxis", nach dem griechischen Wort "gálaktos" für Milch, genannt. Sie ist diejenige Galaxie, in der sich unser Sonnensystem und somit unsere Erde befinden. Ihren Namen erhielt die Galaxie durch ihre milchig-helle Farbe. Das helle, wolkige Band, dass du manchmal am Himmel betrachten kannst, setzt sich aus 100 bis 200 Milliarden Einzelsternen zusammen.

Unsere Galaxie ist bisher bei Weitem nicht in allen Einzelheiten erforscht. So werden immer wieder neue Entdeckungen verzeichnet. Ein internationales Team aus Astronom*innen konnte Erstaunliches im Weltall entdecken: die Substanz Isopropanol. Bei Isopropanol handelt es sich um einen sogenannten sekundären Alkohol. Besser bekannt ist dir die klare, farblose Flüssigkeit wahrscheinlich als Desinfektionsmittel

Wie das Max-Planck-Institut für Radioastronomie (MPIfR) mitteilte, stellt der Fund des Isopropanols den bisher größten Fund eines Alkoholmoleküls im Weltall dar. Die Substanz wurde von Astronom*innen bei der Untersuchung einer Molekülwolke in der Region Sagittarius B2 entdeckt. Allgemein gilt die Region als eine Art Geburtsstätte für neue Sterne. Sie liegt nahe dem Schwarzen Loch im galaktischen Zentrum der Milchstraße.

Wissenswertes rund um Moleküle in der Galaxie

Das Isopropanol ist nicht die erste Substanz, die in der Region entdeckt werden konnte. In der Vergangenheit konnten bereits weitere organische Moleküle nachgewiesen werden, wie Astronom*innen berichten. Unter anderem konnten Isopropylcyanid, N-Methylformamid und Harnstoff nachgewiesen werden. Aufgrund seiner Molekülvielfalt untersuchen verschiedenste Forscher*innen aus aller Welt die chemische Zusammensetzung der Sagittarius B2.

Das internationale Forscherteam unter der Leitung von Arnaud Belloche vom MPIfR, welches das Isopropanol aufspüren konnte, berichtete erfreut von den Erkenntnissen. Ihre Beobachtungen beurteilen die Forscher*innen als erfolgreich, da sie dazu beitragen, die interstellaren Nachweise von organischen Molekülen zu erweitern.

Ein organisches Molekül in einem Sternentstehungsgebiet nachzuweisen, stellt eine besondere Herausforderung dar. Es wird ein spezielles Equipment benötigt. In diesem Fall benutzen die Forschenden das sogenannte ALMA-Radioteleskop in Chile. Wie Holger Müller von der Universität Köln erklärte, hängt es von der Größe des Moleküls ab, wie viele sogenannte Spektrallinien bei verschiedenen Frequenzen es emittiert. Gibt es eine Vielzahl von Molekülen, wie es bei der Sagittarius B2 der Fall ist, überschneiden sich deren Spektren häufig. Damit ist es für die Forscher*innen besonders schwierig, sie als Einzelne zu identifizieren.

Fazit

Einzelne organische Moleküle in einer galaktischen Region zu identifizieren, ist mit einem hohen Aufwand verbunden. Dennoch beschäftigen sich Forscher*innen weltweit damit, da sie verstehen wollen, wie diese Moleküle sich bilden, wie komplex sie sind und welche Aufgaben sie erfüllen. Welche Bedeutung die Entdeckung des "Desinfektionsmittels" wirklich hat, ist noch nicht final erforscht worden. Dennoch erweitert die Entdeckung bereits jetzt unser Verständnis über die Zusammensetzung unserer Galaxie.