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TK Maxx: Rückruf für Bialetti-Kaffee wegen Schimmelpilzgift


Autor: Stefan Lutter

Deutschland, Mittwoch, 28. Oktober 2026

Im Bialetti-Kaffee mit Karamellgeschmack, verkauft bei TK Maxx, wurde der Grenzwert für das Schimmelpilzgift Ochratoxin A überschritten. Die Rückgabe in den Filialen ist möglich.
TK Maxx ruft einen Bialetti-Kaffee zurück, weil er zu viel Ochratoxin A enthält – vom Verzehr wird dringend abgeraten


TK Maxx ruft gemahlenen Bialetti-Kaffee mit Karamellgeschmack zurück. Bei einer Untersuchung wurde der zulässige Höchstgehalt des Schimmelpilzgifts Ochratoxin A überschritten. Verbraucherinnen und Verbraucher sollen den betroffenen Kaffee nicht mehr konsumieren.

Am Freitag, 23. Oktober 2026, informierte TK Maxx auf seiner Rückrufseite über die Testergebnisse. Die Warnung erschien außerdem auf Lebensmittelwarnung.de und Produktwarnung.eu.

Bialetti Perfetto Kaffee zurückgerufen: Ochratoxin A über dem Grenzwert

Betroffen ist der Artikel "Bialetti – Gemahlener Perfetto Kaffee mit Karamellgeschmack" mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 29.05.2027 und der Chargennummer LC5 BD149T. Verkauft wurden die Packungen laut Warnung von Juli bis November 2025 in den TK-Maxx-Filialen.

Grund für den Rückruf ist ein zu hoher Gehalt an Ochratoxin A. Bestimmte Schimmelpilze der Gattungen Aspergillus und Penicillium bilden den Stoff, der natürlicherweise vorkommt. Wie hoch der gemessene Wert war, nennt die Warnung nicht.

Deshalb rät die europaweit tätige Handelskette dringend vom Verzehr des betroffenen Kaffees ab. Laut Warnung wirkt die Substanz stark nierentoxisch.

Bialetti-Kaffee im Rückruf: Charge, EAN und Mindesthaltbarkeit

Zur Identifikation des betroffenen Produkts nennt TK Maxx folgende Angaben:

  • Produkt: Bialetti – Gemahlener Perfetto Kaffee mit Karamellgeschmack
  • Inhalt: 250 Gramm
  • Chargennummer: LC5 BD149T
  • EAN-Code: 8006363076203
  • Mindesthaltbarkeitsdatum: 29.05.2027
  • Verkaufszeitraum: Juli bis November 2025 in den TK-Maxx-Filialen
  • Hersteller: Bialetti Industrie S.p.A., Via Fogliano 1, 25030 Coccaglio (BS), Italien
  • Händler: TK Maxx (TJX Deutschland Ltd. & Co. KG mit Sitz in Düsseldorf; Mutterkonzern mit Sitz in Massachusetts/USA)

Vor einer Rückgabe sollten Kunden Chargennummer, EAN-Code und Mindesthaltbarkeitsdatum auf der Packung mit diesen Angaben vergleichen. Betroffene Packungen können in TK-Maxx-Filialen zurückgegeben werden; der Kaufpreis wird erstattet. Zunächst war laut Warnung unklar, ob die Charge ausschließlich in Filialen verkauft wurde. Auf Nachfrage sei bestätigt worden, dass der Kaffee nicht über bialetti-shop.de angeboten wurde. Eine französische Meldung mit Verweis auf RappelConso nennt MaxiCoffee und Ponera als Verkäufer desselben Lots in Frankreich.

Bei Fragen hilft der TK-Maxx-Kundenservice per E-Mail unter kundenservice@tkmaxx.de oder telefonisch unter +49 (0)211/88223267 weiter. Eine Kundeninformation zum Rückruf steht ebenfalls als PDF bereit.

Ochratoxin A im Kaffee: Wirkung und EU-Höchstgehalte

Bei Ochratoxin A handelt es sich um ein Mykotoxin, also ein giftiges Stoffwechselprodukt von Schimmelpilzen. Es kommt unter anderem in Getreide, Kaffee, Trockenfrüchten und Gewürzen vor. Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) stuft Ochratoxin A in Gruppe 2B ein. Das bedeutet, dass der Stoff für den Menschen möglicherweise krebserregend ist; die Datenlage beim Menschen gilt als begrenzt. Die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA bestätigte 2020, dass Ochratoxin A die Niere "krebserzeugend schädigen" kann. Für die meisten Verbrauchergruppen sieht sie deshalb Anlass zur gesundheitlichen Sorge.

Wie groß die Gefahr im Einzelfall ist, hängt von der aufgenommenen Menge und der Dauer der Belastung ab. Daher gilt in der Lebensmittelüberwachung das Vorsorgeprinzip: Die Belastung sollte so gering wie möglich sein. Für Ochratoxin A gelten in der EU die Vorgaben der Verordnung (EU) 2022/1370. Seit dem 1. Januar 2023 darf gerösteter Kaffee höchstens 3 Mikrogramm pro Kilogramm und löslicher Kaffee höchstens 5 Mikrogramm pro Kilogramm enthalten.

Wie selten Überschreitungen dieser Höchstgehalte sind, zeigt eine Untersuchung des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) aus dem Jahr 2022. Damals wiesen 59 von 63 untersuchten Kaffeeproben kein Ochratoxin A oberhalb der Bestimmungsgrenze von 0,50 Mikrogramm pro Kilogramm auf. In den vier Proben mit Schimmelgift-Nachweis lagen die Werte deutlich unter den Höchstgehalten.

Auch andere Rückrufe im Oktober 2026 betreffen unterschiedliche Risiken: Bei einem Kik-Küchenhelfer-Set können sich möglicherweise krebserregende Verbindungen lösen; bei einem Arla-Frischkäsering geht es um möglichen Insektenbefall. Zudem können Nautica-Forellenfilets bei Lidl unter Umständen Listerien enthalten. Ein weiterer aktueller Lebensmittelrückruf betrifft tiefgekühlte Himbeeren mit möglichen Glassplittern; betroffene Packungen können laut Meldung auch ohne Kassenbon zurückgegeben werden.

Kaffee richtig lagern: Schimmelpilzgifte vermeiden

Auch die Lagerung von Lebensmitteln ist wichtig: Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weist darauf hin, dass Mykotoxine bereits auf dem Erntegut oder erst während der Lagerung entstehen können. Eine sorgfältige Aufbewahrung zu Hause kann eine Belastung daher nicht in jedem Fall ausschließen.

Für den Alltag empfiehlt das BfR, Lebensmittel sauber, trocken und kühl zu lagern. Geöffneter Kaffee sollte deshalb gut verschlossen und vor Feuchtigkeit geschützt aufbewahrt werden. Bei einem Rückruf ist unabhängig davon stets entscheidend, ob Produkt, Charge und Mindesthaltbarkeitsdatum mit den Angaben in der Warnung übereinstimmen.

Aktuelle Waren- und Lebensmittelrückrufe

Weitere aktuelle Rückrufe von verunreinigten Lebensmitteln und verunreinigten Waren finden Sie in unserem Rückrufe-Dossier.