Sauerkraut-Test: Discounter-Kraut ist der Überraschungs-Sieger

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Öko-Test prüft 28 Sauerkraut-Sorten aus dem Supermarkt. Discounter schneiden besser ab als bekannte Marken, ein Traditionsprodukt fällt durch.

Hinweis der Redaktion: Dieser Artikel bezieht sich auf einen Testbericht des Magazins Öko-Test aus dem November 2025. Ein neuerer Test liegt derzeit nicht vor.

Sauerkraut gilt als gesund und ist aus deutschen Küchen kaum wegzudenken. Doch wie steht es um die Qualität der Produkte aus dem Supermarkt? Ein aktueller Öko-Test hat 28 verschiedene Sauerkraut-Sorten genauer unter die Lupe genommen. Das Ergebnis überrascht: Während günstige Discounter-Produkte mit "sehr gut" abschneiden, fällt eine bekannte Traditionsmarke durch. In mehreren Produkten wurden Pestizide und die Industriechemikalie Bisphenol A (BPA) nachgewiesen. Wer Wert auf Gesundheit legt, sollte beim Sauerkraut-Kauf genauer hinschauen. Die kompletten Testergebnisse kann man bei Öko-Test nachlesen (kostenpflichtig).

Traditionsmarke enttäuscht: Gründe für das schlechte Abschneiden im Sauerkraut-Test

Insgesamt erhalten elf Produkte das Gesamturteil "sehr gut" – sieben aus biologischem und vier aus konventionellem Anbau. Darunter sind jeweils die Eigenmarken der Supermärkte Penny, Rewe und Kaufland. Die drei Produkte können Pluspunkte gegenüber den Mitbewerbern verbuchen: Sie sind preiswert, haben keine Belastungen durch Pestizide und im Gesamturteil schneiden sie mit "sehr gut" ab. Die ebenfalls im Gesamturteil mit "sehr gut" bewerteten Bio-Marken sind mit 0,91 Euro bis 1,34 Euro deutlich teurer.

Sehr gut: Penny

  • Penny: Greenland Weinsauerkraut mild
  • Salzgehalt pro 100 Gramm: 1,1 Gramm
  • Pestizidbelastung: Nein
  • Vitamin C: Mittel
  • Gesamturteil: "sehr gut"
  • Preis pro 500 Gramm: 76 Cent (Stand 2025)

Sehr gut: Rewe

  • Rewe: Ja! Weinsauerkraut
  • Salzgehalt pro 100 Gramm: 0,9 Gramm
  • Pestizidbelastung: Nein
  • Vitamin C: Nein
  • Gesamturteil: "sehr gut"
  • Preis pro 500 Gramm: 76 Cent (Stand 2025)

Sehr gut: Kaufland

  • Kaufland: K-Classic Mildes Weinsauerkraut
  • Salzgehalt pro 100 Gramm: 1,1 Gramm
  • Pestizidbelastung: Nein
  • Vitamin C: Viel
  • Gesamturteil: "sehr gut"
  • Preis pro 500 Gramm: 76 Cent (Stand 2025)

Pestizide und BPA im Sauerkraut: Die Belastungen im Test

Überraschend durchgefallen ist mit "mangelhaft" das Produkt von Hengstenberg: Mildessa Mildes Weinsauerkraut (Preis: 1,48 Euro). Dass ausgerechnet Hengstenberg die rote Laterne im Testlabor bekommt, ist tragisch, weil die Firma 1932 das erste Sauerkraut auf den Markt brachte, das durch Pasteurisierung haltbar war. Heute empfehlen Gesundheitsexperten rohes, nicht pasteurisiertes Sauerkraut.

Das Sauerkraut von Hengstenberg enthält laut Testlabor Pestizide und die Industriechemikalie Bisphenol A (BPA). Eine BPA-Belastung ist ein Problem, das alle Dosenprodukte im Test haben können. Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass die Bewertung möglicher gesundheitlicher Risiken durch BPA seit Jahren kontrovers diskutiert wird. Die Risikobewertung der EU kommt, ebenso wie die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA), zu dem Schluss, dass kein Anlass zur Sorge besteht, wenn Produkte auf BPA-Basis sachgemäß verwendet werden.

Trotzdem hält Öko-Test an der kritischen Einschätzung von BPA fest. Begründung: vorbeugender Verbraucherschutz. Es sei bekannt, dass BPA aus Beschichtungen von Konservendosen in Lebensmittel übergehen können.

Vitamin C und Salzgehalt: Gesundheitswert von Sauerkraut im Test

Gravierender als BPA bewertet Öko-Test Rückstände von zwei Pestizidspuren im Sauerkraut von Hengstenberg. "Das ist zwar nicht exorbitant viel. Dennoch sehen wir eine Mehrfachbelastung mit Spritzmitteln grundsätzlich kritisch, denn die mögliche Wechselwirkung einzelner Wirkstoffe ist noch immer nicht ausreichend erforscht."

Salz ist ein unverzichtbarer Bestandteil für die Herstellung von Sauerkraut. Doch einige Hersteller übertreiben es aus der Sicht von Öko-Test mit dem Salz: Sie überschreiten die Marke von 1,1 Gramm Salz pro 100 Gramm. Streng reagiert Öko-Test: "Wir ziehen eine Note ab, denn ein dauerhaft hoher Salzkonsum erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen."

Ganz anders sieht die Lage beim gesunden Vitamin C aus. Davon gibt es eher zu wenig in den Produkten, obwohl Sauerkraut als Lieferant für die Wintermonate gilt. Entsprechend überrascht zeigte sich Öko-Test, wie unterschiedlich der Vitamin-C-Gehalt beim Sauerkraut im Test war. Einige Hersteller werben zwar damit, die Testergebnisse im Labor waren aber enttäuschend, berichtet Öko-Test in seinem Report. Bei den von uns genannten drei Produkten enthält nur das Weinsauerkraut von Kaufland (K-Classic Mildes) viel Vitamin C.

Frisches Sauerkraut mit probiotischen Vorteilen

Wann immer möglich, sollte man zum frischen Sauerkraut auf dem Wochenmarkt oder in der Kühltheke greifen. Es enthält auch eine größere Anzahl von lebenden Milchsäurebakterien, die probiotisch sind und somit positiv auf die Darmgesundheit wirken. Sie gehen beim Erhitzen (Pasteurisieren) verloren. Wer das Kraut lieber selbst ansetzt, findet dazu eine passende Anleitung in unserem Beitrag zum Thema "Sauerkraut selbst herstellen".

Sauerkraut lässt sich für verschiedenste Gerichte nutzen: zum Beispiel für Sauerkraut mit Speckwürfeln, Sauerkrautsalat, Sauerkraut-Kartoffel-Auflauf, Eintopf oder fränkische Bratwurst mit Sauerkraut. Ein Sauerkrauteintopf ist vor allem in Polen und Ungarn beliebt, lässt sich aber mit wenigen Änderungen ganz fränkisch zubereiten. Das zeigt dieses Rezept für fränkischen Sauerkrauteintopf mit Brühe und Tomaten. Alle fränkischen Rezepte im Überblick.

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