Egal wie groß die Bemühungen auch sind, sich nur auf das benötigte Möbelstück zu konzentrieren, bei Ikea funktioniert es meistens nicht. Die ein oder andere Lampe, Kerze oder Pflanze landet sowieso noch im Einkaufswagen. Ein Ikea-Besuch endet oft in einem Tagesausflug. Dies liegt vor allem an den langen, taktisch ausgetüftelten Gängen des Unternehmens, denn sie führen die Kunden nahezu durch alle Bereiche und Ecken des Sortiments und regen dabei die Kauflust an. 

Ohne ausreichend Zeit, um sich mit anderen Familien und Paaren durch die Gänge zu quetschen, kommt man als Ikea-Kunde nicht wirklich schnell an sein gewünschtes Möbelstück. Ärgerlich könnte das vor allem bei einer reinen Raumplanung sein. Um zu den Mitarbeitern und den mit PCs ausgestatteten Planungsinseln zu gelangen, vergeht so unnötig viel Zeit.

Neues Filial-Konzept bei Ikea

Als Lösung dafür entwickelte der schwedische Möbel-Riese eine neue Geschäftsidee. Am 1. September eröffnet das Unternehmen in Berlin-Pankow eine deutlich kleinere, neue Filiale. Mit 450 Quadratmetern ist dieser Laden zwar keinen Tagesausflug mehr wert, allerdings können sich die Kunden hier zeitsparend um ihre Raumplanungen kümmern. Wie der Berliner Tagesspiegel berichtet, ist das neu eröffnete "Planungsstudio" ganze 77 Mal kleiner, als etwa die Ladenfläche des Einrichtungshauses in Tempelhof, welche rund 35.000 Quadratmeter misst. Allerdings werden in der neuen, kleineren Filiale hauptsächlich Beratungen und ein ausgewähltes, kleines Kernsortiment angeboten.

Bis Ende 2021 will Ikea laut Tagesspiegel fünf Planungsstudios in Berlin und Brandenburg eröffnen. Konzipiert wurden die kleinen Filialen aufgrund von gewandelten Kundenbedürfnissen. Außerdem sucht das Unternehmen den Kontakt zu seinen Kunden nun auch im innerstädtischen Raum, denn hier kann das Studio auch zu Fuß oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreicht werden.