Deutschland
Testbericht 2021

Neue Kinder-Autositze bei Stiftung Warentest: Ein Model wegen Schadstoffe "mangelhaft"

Stiftung Warentest hat auch 2021 aktuelle Modelle von Kindersitzen fürs Auto auf ihre Sicherheit geprüft. Unter den kürzlich bewerteten Sitzen fiel ein Produkt wegen Schadstoffe besonders negativ auf. In vorherigen Tests hingegen erhielten mehrere Sitze die Höchstnote.
 
24 neue Kindersitze bei Stiftung Warentest
Stiftung Warentest hat 24 neue Auto-Kindersitze und Babyschalen getestet. Mehr als die Hälfte davon sind "gut", einer jedoch "mangelhaft". Symbolfoto: Frank May/dpa
  • Im Stiftung Warentest: 373 Kindersitze und Babyschalen fürs Auto
  • 24 neue Produkte in den Test aufgenommen
  • Testzeitraum: 2021
  • Testkriterien: Handhabung, Ergonomie, Schadstoffe und Sicherheit
  • Ergebnis: Ein Modell ist lebensgefährlich, Schadstoffe enthalten wenige Sitze

Auch 2021 hat Stiftung Warentest Auto-Kindersitze auf ihre Sicherheit getestet. Nach wie vor können einige der Modelle das Kind nicht zuverlässig schützen - bereits ein Aufprall bei einer Geschwindigkeit von 30 KM/H kann tödlich enden. Die Schadstoff-Belastung der Sitze ist dieses Jahr überwiegend unauffällig, jedoch schneiden einige Sitze in diesem Bereich lediglich mangelhaft ab.

Auto-Kindersitze bei Stiftung Warentest: Besseres Ergebnis als im Vorjahr

Stiftung Warentest hat 2021 erneut Auto-Kindersitze unter die Lupe genommen. Entscheidende Kriterien waren auch im Jahr 2021 die Sicherheit im Falle eines Aufpralls sowie die in Bezug enthaltenen Schadstoffe. Weitere Kriterien waren Handhabung und Ergonomie. Viele Auto-Kindersitze und Babyschalen erhielten das Testurteil "gut", ein Kindersitz wurde sogar mit "sehr gut" ausgezeichnet. Von einem Kindersitz rät Stiftung Warentest jedoch ab: Er schützt bei einem Frontal-Crash nicht zuverlässig und kann für das Kind lebensgefährlich werden. 

Im Test aus dem Jahr 2019 hatte Stiftung Warentest 31 Babyschalen und Kindersitze ab dem Laufalter untersucht und dem Crashtest unterzogen. Alle überstanden den Aufpralltest, erstmals seit Jahren. Dennoch wurden vier von ihnen mit dem Testurteil "mangelhaft" abgestraft.

Im Oktober dieses Jahres hat Stiftung Warentest die  Bewertung 24 weiterer Kindersitze veröffentlicht. Das Urteil fällt insgesamt zufriedenstellend aus: Mehr als die Hälfte der Kindersitze (14) wurden mit "gut" bewertet. Die Höchstnote wurde nicht vergeben. Zudem fiel ein Kindersitz wegen hohem Schadstoffgehalt negativ auf, was für die Bewertung "mangelhaft" sorgte. Das Produkt ist mittlerweile im Gegensatz zu vielen der vormals getesteten Modelle nicht mehr erhältlich. Bei einem vorherigen Test in diesem Jahr schnitten einige Sitze gar nicht gut ab: 37 Sitze und Babyschalen werden mit einem "mangelhaft" abgestraft. Aber es gibt auch viele empfehlenswerte Sitze: Acht sind "sehr gut", 227 immerhin "gut".

Neu im Test 2020: Gewinner, Verlierer, Preistipp

Empfehlenswert im Kindersitz-Test 2021 ist Dream + Dream i-Size Base von Silver Cross. Die Babyschale bietet einen sehr guten Schutz bei einem Frontalaufprall und einen guten Schutz bei einem Seitenaufprall. Das Modell ist einfach im Auto eingebaut und ermöglicht ein unkompliziertes Anschnallen. Positiv ist auch der geringe Platzbedarf im Auto und die gute Ergonomie. Zudem ist dieser Kindersitz der Preis-Tipp des diesjährigen Kindersitz-Tests: Im Laden ist dieses Model für etwa 100 Euro zu haben (aktuell bei Amazon: 119 Euro, Stand: 02.06.21*).

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Ebenfalls zu empfehlen: die Babyschale Dream + Dream i-Size Base von Silver Cross. Das Modell schlägt mit Kosten von 500,00 Euro zu Buche, allerdings auch zurecht: Die Tester bewerten diesen Kindersitz mit einem "Sehr gut". Der Sitz eignet sich für Kinder von der Geburt bis ca. eineinhalb Jahren und wird als "sehr sicher" bewertet. Lediglich mit einem "mangelhaft" bewertet wird hingegen der Kindersitz Flux Plus von Osann. Dieser schützt zwar bei einem Seitenaufprall, jedoch nicht genügend bei einem Frontal-Crash.  Das kann das Kind in lebensbedrohliche Situationen bringen. Der Einbau des Sitzes ist nicht so leicht wie etwa bei der Babywanne von Joie. Zusätzlich nimmt der Sitz viel Platz im Auto weg. 

In den neuesten Ergebnissen kommt vor allem der "Snugessentials + Snugride i-Size Basis" von Graco gut davon. Mit einem Qualitätsurteil von "gut" und einer Note von 1,8 überzeugt der Sitz vor allem durch die geringe Anzahl an Schadstoffen. In dieser Kategorie wurde der Sitz sogar mit "sehr gut" bewertet. In vorherigen Tests schnitten die Sitze Pallas G i-Size* und Solutions S i-Fix* von der in der Bayreuth ansässigen Firma Cybex ebenfalls gut (2,0 und 1,8) ab. Der Pallas G i-Size ist der Spitzenreiter der Kategorie "Kleinkind plus Kind", der Solutions S i-Fix ist Nummer eins in der Kategorie "Kind bis 1,50 Meter Körpergröße". Beide Sitze erhalten Bestnoten in den Kategorien Sicherheit, Handhabung und Ergonomie. 

Stiftung Warentest warnt vor diesem Kindersitz

Im Test 2021 schnitten die schlechtesten Kindersitze mit einem "mangelhaft" ab. Darunter unter anderem Oreo360 und der Oreo 360 2 von Osann, welche vor allem aufgrund vieler Schadstoffe auffallen. Diese Sitze sollten Sie ebenfalls umgehen: Chicco Kiros i-Size + Kisos i_Size Basis, BeSafe iZi Go Modular X1 i-Size, sowie Swandoo Marie 2.

Alarm-System: Einige der getesteten Modelle enthalten ein neuartiges Alarmsystem, das verhindern soll, dass Eltern ihre Kinder im Auto vergessen - in Italien ist dieses bereits Pflicht. Auf der Wunschliste der Tester steht zudem ein Alarmsystem, das auslöst, sobald ein Kind sich während der Fahrt abschnallt.

Preis-Leistung: Die Preisspanne der getesteten Auto-Kindersitze bewegt sich von 50 bis 500 Euro. Die gute Nachricht: Ein mit "gut" bewerteter Auto-Kindersitz muss nicht teuer sein. Empfehlenswerte Modelle gibt es schon ab 50 Euro. Auf der anderen Seite entpuppt sich einer der teureren Kindersitze als kleiner Reinfall: Das Modell Beryl von Maxi-Cosi erhält lediglich ein "befriedigend" - bei einem stolzen Preis von 340,00 Euro. 

Kindersitz kaufen: Tipps der Stiftung Warentest

Die Stiftung Warentest liefert zudem wertvolle Tipps für Familien, die den Kauf eines Auto-Kindersitzes planen.

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  • "Ausprobieren ist Pflicht. Passt der Sitz in Ihr Fahrzeug? Prüfen Sie Alternativen."
  • "Lassen Sie Ihr Kind Probe sitzen. Prüfen Sie Passform und Komfort. Bauen Sie den Sitz unbedingt ins eigene Auto ein."
  • "Achten Sie beim Kauf auf das Prüfsiegel ECE R 44 mit der Prüfnummer 03 oder 04. Der orangefarbene Aufkleber garantiert, dass der Sitz nach der neuesten Norm getestet und zugelassen ist."
  • Vom Gebrauchtkauf eines Auto-Kindersitzes auf Flohmärkten, Basaren oder das Internet rät die Stiftung Warentest ab. "Verwenden Sie gebrauchte Auto­Kindersitze nur, wenn Sie Herkunft und Vorgeschichte kennen."

Den kompletten Auto-Kindersitze-Test der Stiftung Warentest mit insgesamt 373 getesteten Sitzen (262 aktuell lieferbar) und Babyschalen finden Sie gebührenpflichtig auf der Webseite der Stiftung Warentest. Lesen Sie auch: Drei Kinder-Buggys fallen im Test bei Stiftung Warentest durch - worauf Eltern achten sollten.

 

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