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Ketchup-Falle im Supermarkt: Dieses Wort entscheidet über den Tomatenanteil


Autor: Strahinja Bućan, Stefan Lutter

Deutschland, Donnerstag, 08. Oktober 2026

Ketchup ist nicht gleich Ketchup: Die Bezeichnung auf der Flasche, der Tomatenanteil sowie Zucker und Salz machen den Unterschied.
Neue Ketchup-Rezepturen setzen auf mehr Tomaten und weniger Zucker oder Salz. Das verändert die Unterschiede zwischen Tomatenketchup und Gewürzketchup.


Wer im Supermarkt Ketchup kauft, steht oft vor einer großen Auswahl verschiedener Flaschen. Soll die Soße möglichst viele Tomaten enthalten, lohnt sich ein genauer Blick auf die Produktbezeichnung. Die Verbraucherzentrale NRW erklärt, worin sich Tomatenketchup, Ketchup und Gewürzketchup unterscheiden und worauf Verbraucher beim Einkauf achten sollten.

Tomatenketchup und Ketchup: Der Unterschied beim Tomatenanteil

Zu Fleisch, Pommes oder zur Bratwurst schmeckt Ketchup besonders gut. Vorsicht ist jedoch geboten, wenn auf der Flasche ausschließlich "Ketchup" steht: Die darin enthaltenen Tomaten lassen sich vermutlich an einer Hand abzählen. "Im Deutschen Lebensmittelbuch wird nur für Produkte, die als ‚Tomatenketchup‘ bezeichnet werden, eine Mindestmenge von sechs Prozent Tomatentrockenmasse definiert", erklärt die Verbraucherzentrale.

Grundsätzlich sollten Verbraucher beim Ketchup außerdem den Zucker- und Salzgehalt im Blick behalten. Dem Portal Verbraucherfenster der hessischen Landesregierung zufolge stecken in einem Klacks Ketchup bis zu 20 Gramm Zucker. Das entspricht ungefähr einem halben bis ganzen Teelöffel. Zusätzlich ist mit einem Anteil von rund 0,3 Gramm Salz zu rechnen – also etwa einer ganzen Prise pro Ketchup-Ladung. Übrigens: Viele lagern Ketchup daheim falsch.

Seit Anfang 2026 gelten zudem strengere Bewertungskriterien für die Lebensmittelkennzeichnung. Die neue Nutri-Score-Berechnung stuft Produkte mit hohem Zucker- und Salzgehalt deutlich schlechter ein als bisher. Davon sind auch viele Ketchup-Sorten betroffen, was Hersteller zu Änderungen an ihren Rezepturen bewegt.

Gewürzketchup: Weniger Tomaten und mehr Spielraum bei der Rezeptur

Weniger streng geregelt ist die als "Ketchup" oder "Gewürzketchup" bezeichnete Würzsoße. Anders als beim Tomatenketchup gibt es für Gewürzketchup keine festgelegte Mindestmenge an Tomaten, da nicht alle Produkte in den Leitsätzen für Lebensmittel abgebildet werden.

Die Verbraucherzentrale weist deshalb darauf hin, dass der Tomatenanteil in Curry-Ketchup und ähnlichen Produkten deutlich geringer ausfallen kann.

Stattdessen enthalten Gewürzketchups häufig reichlich andere Zutaten. "Oft sind dann beispielsweise mehr Zucker oder Süßungsmittel in diesen Produkten enthalten", erklärt Ernährungsexpertin Antonia Brandstädter von der Verbraucherzentrale NRW. Wer bewusst weniger Zucker aufnehmen möchte, sollte bei diesen Produkten daher besonders genau auf die Zutatenliste schauen.

Die wichtigsten Kriterien beim Ketchup-Kauf

Damit Verbraucher eine für sie passende Ketchup-Sorte finden, sollten sie beim Einkauf auf mehrere Angaben achten:

  • Die genaue Produktbezeichnung prüfen: Nur "Tomatenketchup" garantiert mindestens sechs Prozent Tomatentrockenmasse.
  • Die Zutatenliste genau studieren, um den Zucker- und Salzgehalt einzuschätzen.
  • Bei "Gewürzketchup" oder schlicht "Ketchup" mit einem deutlich geringeren Tomatenanteil rechnen.
  • Auf die Nährwertangaben achten, besonders bei einer zuckerreduzierten Ernährung.
  • Bio-Produkte bevorzugen, die häufig weniger Zusatzstoffe enthalten.

Mehr Tomaten und weniger Zucker: Neue Ketchup-Rezepturen

Auf das wachsende Gesundheitsbewusstsein der Konsumenten reagiert auch die Lebensmittelindustrie. Mehrere Hersteller haben in den vergangenen Jahren ihre Rezepturen überarbeitet, um den Tomatenanteil zu erhöhen und zugleich Zucker sowie Salz zu reduzieren. Heinz beispielsweise hat mit seinem Zero-Ketchup eine Variante entwickelt, die 35 Prozent mehr Tomaten enthält als der klassische Heinz-Tomatenketchup und weitgehend auf Zucker und Salz verzichtet.

Der Trend zu "Clean Label"-Produkten mit mehr natürlichen Zutaten und weniger Zusatzstoffen dürfte sich in den kommenden Jahren fortsetzen. Für Verbraucher wächst dadurch die Auswahl an Ketchup-Varianten, die geschmacklich überzeugen und zugleich ernährungsphysiologisch ausgewogener sein können.

Wer besonders viel Wert auf Qualität legt, kann außerdem selbst Ketchup herstellen: Aus passierten Tomaten, Gewürzen, etwas Essig und Honig lässt sich mit wenig Aufwand eine gesündere Alternative zubereiten.

Ketchup und Senf im Vergleich: Zucker, Kalorien und Salz

Für die Wahl der passenden Soße lohnt sich außerdem ein Blick auf die Unterschiede zwischen Ketchup und Senf. Ein Vergleich von Senf und Ketchup zeigt, dass Ketchup durchschnittlich rund 100 Kalorien und etwa 20 Gramm Zucker pro 100 Gramm enthält. Senf kommt dagegen auf ungefähr 60 Kalorien und enthält meist weniger als fünf Gramm Zucker pro 100 Gramm.

Beim Salzgehalt liegt Senf dafür häufig höher: Je nach Sorte können es bis zu vier Gramm pro 100 Gramm sein, während Ketchup bei etwa 1,5 Gramm liegt. Bei einer üblichen Verzehrmenge von ein bis zwei Teelöffeln fallen diese Unterschiede allerdings kaum ins Gewicht.