• 50 Sorten Cornflakes im Öko-Test
  • Nur 15 der Produkte schneiden mit Bestnote ab
  • Vom Verzehr von 14 überprüften Cornflakes wird abgeraten - darunter namhafte Marken
  • Probleme mit Acrylamid, Pestiziden, Schimmelpilzgiften und hohen Salzgehalten

Vor der Schule, Arbeit oder Uni starten viele den Tag mit knusprigen Cornflakes. Öko-Test hat 50 Sorten der Frühstücksflocken genauer unter die Lupe genommen. Bei einigen Produkten wurde festgestellt, dass sie Acrylamid enthalten. In ein gesundes Frühstück gehört der Schadstoff jedoch nicht.

Öko-Test: Krebserregende Stoffe in Cornflakes gefunden

Acrylamid erhöht laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit möglicherweise das Risiko, an Krebs zu erkranken. Der Schadstoff steckt in Produkten namhafter Marken wie Kellog's, Nestlé, Seitenbacher oder Davert.  In Getreideflocken kann sich der Schadstoff bei heißem Rösten aus Zucker und der natürlicherweise in Getreide enthaltenen Aminosäure Asparagin bilden. Die Belastungen mit Acrylamid sind der Hauptgrund, weshalb nur 15 der 50 Cornflakes mit "sehr gut" abschneiden. 

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In 18 Flakes stufte Öko-Test die Acrylamidgehalte als bedenklich ein, in vier Produkten davon sind sie sogar stark erhöht. Jedoch zeigt der Test, dass auch sehr geringe Acrylamid-Werte möglich sind. Die Hersteller haben es zum Teil selbst in der Hand, wie viel Acrylamid sich in den Frühstücksflakes bildet. So kommt es beispielsweise darauf an, die ideale Kombination aus Erhitzungstemperatur und Erhitzungsdauer zu finden. Ein weiterer Risikofaktor ist die Zugabe von Zucker vor der Hitzebehandlung. 

Mit den Bewertungskriterien orientiert sich Öko-Test am EU-Richtwert für Frühstückszerealien "auf Mais-, Hafer-, Dinkel-, Gerste- und Reisbasis". Der Gesetzgeber hat trotz jahrelanger Diskussion um den krebserregenden Stoff immer noch keine verbindlichen Höchstmengen festgelegt. 

Je weniger Acrylamid, desto besser 

Grundsätzlich gilt ohnehin: Ein Grenzwert, ab dem Acrylamid kein Risiko birgt, lässt sich nach heutigem Wissensstand nicht festlegen. Je weniger Acrylamid ein Mensch aufnimmt, desto besser. 

Weitere Probleme, die bei den Laboruntersuchungen zutage traten, sind Schimmelpilzgifte, hohe Salzgehalte und bedenkliche Pestizide. 

In vier der getesteten Cornflakes steckten Spuren von bedenklichen Pestiziden. Für Verbraucher sind die festgestellten Gehalte nicht akut gefährlich. Dennoch hat Öko-Test diesen Produkten Minuspunkte vergeben, weil die Verwendung dieser Mittel im Anbau Bienen und generell die Artenvielfalt gefährdet. Die Kellogg's Special K Classic enthalten mit Glyphosat und Deltamethrin gleich zwei solcher problematischen Substanzen. 

Schimmelpilzgifte schwächen das Immunsystem 

Vier Frühstücksflocken sind außerdem mit Schimmelpilzgiften belastet, darunter auch die Cornflakes von Seitenbacher. Schimmelpilzgifte können das Immunsystem schwächen. Die Pilze, die diese Gifte bilden, befallen das Korn schon auf dem Feld. Die Wahrscheinlichkeit dafür hängt unter anderem von der Witterung ab. 

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In zwei der geprüften Frühstückflakes sind die Gehalte an gesättigten Mineralölkohlewasserstoffen "stark erhöht". Dazu gehören die glutenfreien Vitabelle Mehrkornflakes und die Schär Gluten-Free Cereal Flakes. Außerdem waren die problematischeren aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffe in den Cornflakes nachweisbar. Zu dieser Stoffgruppe können auch krebserregende Verbindungen gehören. 

Zudem wurde bei den Tests festgestellt, dass zehn Cornflakes nach Öko-Test-Kriterien zu viel Salz erhalten. Mit mehr als 1,6 Gramm pro 100 Gramm liegen ihre Salzanteile höher als die, der meisten Tiefkühlsalamipizzen. In Finnland zum Beispiel müssen solche Frühstückszerealien einen Warnhinweis tragen. In Deutschland setzt die Politik darauf, dass die Hersteller den Salzgehalt von Lebensmitteln freiwillig reduzieren. 

Die Zuckermenge in den Cornflakes befindet sich im Rahmen 

Dauerhaft viel Salz erhöht das Risiko für Bluthochdruck und damit für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt deshalb, nicht mehr als höchstens sechs Gramm Salz pro Tag zu essen. Die Zuckergehalte hingegen bewegen sich im Rahmen und liegen zwischen weniger als einem Gramm in ungesüßten Produkten und 11,9 Gramm pro 100 Gramm in den Kellogg's Special K Classic

Aus ernährungsphysiologischer Sicht sollte der Verbraucher auf Frühstücksflocken zurückgreifen, die wenig Salz und wenig Zucker, aber viele Ballaststoffe aus Vollkornzutaten enthalten. 

Hier haben wir Ihnen drei Tipps zusammengestellt, worauf Sie beim Verzehr von Cornflakes achten sollten: 

  1. Frühstücksflocken mit möglichst wenig Acrylamid wählen. Je weniger der Mensch davon aufnimmt, desto besser.
  2. Die getesteten, ungezuckerten Cornflakes sind in Ordnung, aber kein ausgewogenes Frühstück für jeden Tag.
  3. Cornflakes schmecken auch als knusprige Zusatz zu gesunden Haferflocken mit Obst und Nüssen oder (Soja-)Joghurt. 

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