Deutschland
Brandkatastrophe am Urlaubsort

Urlaubsort in Flammen: Was tun, wenn es in der Urlaubsregion brennt?

Was ist zu tun, wenn es in deiner Urlaubsregion brennt? Wie verhältst du dich richtig? Gibt es eine Versicherung, die für mögliche Schäden aufkommt?
Was tun, wenn es in der Urlaubsregion brennt?
Was tun, wenn es in der Urlaubsregion brennt? Foto: CC0 / Pixabay / valtercirillo
+3 Bilder
  • Was musst du tun, wenn es in deiner Urlaubsregion brennt?
  • Was geschieht, wenn vor deiner Hinreise ein Feuer vor Ort ausbricht?
  • Gibt es Versicherungen, die für Schäden an deinen Sachen aufkommen?
  • Kannst du deinen Urlaub abbrechen?

Du hast dich auf deinen Urlaub gefreut, und dann das: Gerade da, wo du dich aufhältst, bricht ein Feuer aus. Evakuierung und Verlust deiner persönlichen Habe folgen, du wirst irgendwo untergebracht. Was musst, was kannst du tun? Und wer kommt dafür auf?

Es brennt: Worauf musst du achten?

Im Moment hört man es fast täglich. Überall brennt es. Auch in beliebten Urlaubsregionen lodern die Feuer. Und gerade dort willst du deinen Urlaub verbringen, aber das Hotel oder deine Ferienwohnung liegt im Gefahrenbereich. Was kannst du nun tun? Wenn vor deiner Abreise an einem Urlaubsort ein Feuer ausbricht, kannst du unter Umständen kostenlos stornieren. Das gilt dann, wenn deine Reise durch unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände absehbar beeinträchtigt wird. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn dein Hotel in der Nähe eines Brandes liegt und damit Asche und Rauch in der Luft sind. Zudem muss deine gebuchte Reise in die Region führen, die direkt betroffen ist. Allerdings gilt dies auch nur, wenn deine Reise unmittelbar bevorsteht. Sagst du deinen Urlaub schon Wochen vorher ab, gibt es kein Recht auf kostenlose Stornierung, da es sich nicht vorhersagen lässt, wann die Feuer gelöscht sind und wie weit die Region im Nachhinein noch davon betroffen ist. Hier hilft nur, die Situation zu beobachten und ggf. mit dem Veranstalter in Kontakt zu treten. 

Doch was ist, wenn du bereits vor Ort bist? Hier kannst du entweder den Vertrag, den du mit der Reisegesellschaft abgeschlossen hast, kündigen und die Heimreise antreten oder aber den Reisepreis mindern. Wenn du also vor Ort bist und ein Feuer bricht aus, aber eine Evakuierung noch nicht nötig ist, solltest du den Urlaub abbrechen und dich an deinen Veranstalter wenden, am besten über die Hotline. Dieser muss dann klären, wie du deine Heimreise antreten kannst. Dieses Telefonat gilt dann bereits als Kündigung, dennoch solltest du auch abklären, wie deine Heimreise abgesichert ist. Und zusätzlich gilt: Bestätige den Abbruch schriftlich. Es kann aber auch vorkommen, dass du schnell abreisen musst, weil du evakuiert wirst. Sollte der Fall eintreten, dass du den Veranstalter nicht erreichen kannst, weil möglicherweise die Telefone und das Handynetz nicht mehr funktionieren, kannst du alle dadurch anfallende Kosten zuzüglich den Ausfall für nicht erbrachte Leistung, also den Resturlaub, geltend machen. Wichtig ist dann, alle Quittungen aufzubewahren, wie beispielsweise Taxi, Bus, Bahn und Flug, und dem Veranstalter zuzusenden. Am einfachsten per Mail, ansonsten solltest du von allen Belegen Kopien anfertigen, damit du diese Kosten nachweisen kannst. Grundsätzlich ist - sofern bei deiner Buchung auch die An- und Abreise inbegriffen sind - der Veranstalter verantwortlich, die Reisenden wieder sicher nach Hause zu transportieren. Daher kommt er für zusätzlich entstandene Kosten auf, wenn die Rückreise nicht wie pauschal geplant möglich ist. Sind etwa Zufahrtsstraßen blockiert und müssen Reisende länger bleiben, zahlt der Veranstalter für die Unterkunft für einen Zeitraum von maximal drei Tagen.

Möchtest du allerdings in der Urlaubsregion bleiben, so kannst du eventuell den Reisepreis mindern. Dies ist möglich, wenn einzelne Leistungen wie Transport, Verpflegung und Unterkunft nicht mehr dem gebuchten Standard entsprechen. Auch hier gilt: Umgehend ist der Veranstalter zu informieren. Wobei du dir dabei auch die Frage stellen solltest, ob du dich dort weiter aufhalten möchtest. Etwas anders ist es auch, wenn du keine Pauschalreise gebucht hast, sondern Individualreisende*r bist. Nach deutschem Recht musst du gebuchte Leistungen nicht zahlen, wenn diese nicht erbracht werden können, weil die Region gesperrt ist. Ist es jedoch möglich, anzureisen, ohne dass du dich in Gefahr begibst und die Unterkunft ist nicht gesperrt, so bist du auf die Kulanz des Anbieters, sprich Fluggesellschaft oder Hotel, angewiesen. 

Es gibt nicht nur Feuer

Doch was machst du, wenn es nicht brennt, aber dafür andere Umstände eintreten, wie Erdbeben, Tsunami, Vulkanausbruch oder ein Hurrikan? Hier gilt grundsätzlich das gleiche wie bei Bränden: Die Region muss unmittelbar betroffen sein oder in unmittelbarer Nähe zum Ereignis liegen. Wenn also im Süden ein Vulkan ausbricht, du aber weit im Norden bist und die Region weiter besuchbar ist, kannst du nicht stornieren. Ausnahme: Wenn durch die Aschewolke eines Vulkans der Flugverkehr so stark beeinträchtigt ist, dass keine Flüge stattfinden können, ist eine Stornierung kostenfrei möglich. 

Innerhalb der EU hast du folgende Rechte:

  • Rückerstattung des Ticketpreises (inkl. Steuern und Gebühren) oder Umbuchung

  • Essen, Getränke und Hotelunterkunft

Es muss sich jedoch um einen EU-Flug handeln. Das heißt, entweder startet dein Flug in der Europäischen Union (EU) oder dein Zielflughafen liegt innerhalb der EU und du fliegst diesen mit einer europäischen Airline an. Die Airline muss jedoch keine Entschädigung zahlen, wenn die Annullierung auf außergewöhnliche Umstände zurückgeht. Die Beweislast trifft die Airline. Sie muss nachweisen, dass sie alles unternommen hat, um die Beeinträchtigung für den Fluggast so gering wie möglich zu halten. Fällt der Flug wegen außergewöhnlicher Umstände aus oder findet er verspätet statt, kannst du zusätzliche Kosten (zum Beispiel Stornogebühren für Hotel oder Mietwagen) nicht von der Airline ersetzt bekommen.

Gleiches gilt allerdings auch für den Veranstalter. Der Reiseveranstalter kann und muss vor Reisebeginn von dem Reisevertrag zurücktreten, wenn er die gebuchte Reise wegen außergewöhnlicher Umstände nicht oder nur eingeschränkt durchführen kann. Tritt er aus diesem Grund vom Reisevertrag zurück, so muss er innerhalb von 14 Tagen den Reisepreis ohne Abzüge erstatten. Eine Reiserücktrittsversicherung greift hier übrigens nicht. Diese springt bei unvermeidbaren außergewöhnlichen Umständen nicht ein. Sie sichert ein anderes Risiko ab: das der Reisenden, vor beziehungsweise während der Reise zu erkranken oder wenn eine nahestehende angehörige Person stirbt.

Und wenn die Urlaubsregion zum Kriegsgebiet wird?

Durch das aktuelle Weltgeschehen ist diese Frage durchaus berechtigt. Was ist zu tun, wenn die Region, in der du dich gerade befindest, durch terroristische Aktivitäten oder durch einen bewaffneten Konflikt plötzlich unsicher wird? 

Leider ist auch dies nicht durch die Reiserücktrittsversicherung gedeckt. Wenn also vor Beginn deiner Reise ein solcher Fall eintritt, liegt es meistens im Ermessen des Veranstalters, ob du deine Reise überhaupt antreten kannst. Ausnahme: Spricht das Auswärtige Amt eine Reisewarnung aus, so kannst du vom Veranstalter eine Umbuchung oder Stornierung verlangen. Bist du allerdings bereits dort, so kannst du verlangen, ohne Mehrkosten zurückgeholt zu werden.

Eine pauschale Rückholaktion, wie sie zu Beginn der Corona-Pandemie durch die Bundesregierung erfolgte, ist allerdings eher die Ausnahme. Befindest du dich in einer solchen Region, so solltest du unbedingt mit dem Auswärtigen Amt oder der Deutschen Botschaft Kontakt aufnehmen. 

Fazit

Gegen außergewöhnliche Umstände kann man sich nicht versichern. Sei es ein Feuer, eine Naturkatastrophe oder kriegerische Auseinandersetzungen. Viele dieser Dinge sind nicht vorhersehbar. Hier kannst du nur das aktuelle Geschehen beobachten und dich im Zweifelsfall mit deinem Veranstalter in Verbindung setzen.