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"65 Prozent Umsatzeinbußen": Hotels und Gaststätten ziehen verheerende Bilanz

Seit Kurzem dürfen die Hotels und Gaststätten in Bayern ihre Häuser wieder öffnen. Dies ist für viele Betreiber jedoch nur ein schwacher Trost. Die Corona-Pandemie hat die Branche hart getroffen – entsprechend bitter fällt die Bilanz aus.
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Coronavirus - Gastronomie
Die Corona-Pandemie hat die Gastronomie- und Hotelbranche hart getroffen – entsprechend bitter fällt die Bilanz aus. Der Ruf nach weiteren Lockerungen wird lauter. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Foto: Martin Schutt (ZB)

Inzwischen dürfen Gäste in Bayern wieder in Hotels, Pensionen oder auch auf Campingplätzen übernachten. Speiselokale und Biergärten haben bereits seit dem 29. Mai wieder auf. Für Bars und Gastronomie, die auf den reinen Getränkeausschank ausgerichtet ist, gibt es dagegen noch immer keine Perspektive.

Der bayerische Hotel- und Gaststättenverband zieht für seine Branche eine bittere Bilanz. Bis zum Jahresende bleibe die Perspektive mau, darauf deuteten die geringen Buchungszahlen hin.

Bayerischer Hotel- und Gaststättenverband warnt: "Die Corona-Pandemie ist noch lange nicht überstanden"

In ihrem 130 Milliarden Euro schwerem Konjunkturpaket einigten sich die Koalitionsspitzen auf eine zusätzliche Unterstützung in Milliardenhöhe für Branchen, die von der Corona-Krise besonders belastet sind. Für den bayerischen Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA Bayern) immerhin ein Schritt in die richtige Richtung. 

„Das verabschiedete Konjunkturpaket ist ein wichtiges und gutes Signal an die Betriebe und die gesamte Branche“, sagt Angela Inselkammer, Präsidentin von DEHOGA Bayern. Viele Vorschläge würden auf den noch langen Weg zur Normalität und im Kampf um das wirtschaftliche Überleben helfen. „Gerettet ist hierdurch jedoch noch keiner. Die Corona-Pandemie ist aus wirtschaftlicher Sicht noch lange nicht überstanden“, so Inselkammer.

Auch wenn der Betrieb in den bayerischen Restaurants, Cafés, Biergärten und Hotels wieder angelaufen ist, hält sich die Begeisterung der Branche in Grenzen. "Nach der letzten Umfrage haben wir 65 Prozent Umsatzeinbußen im Gegensatz zum letzten Jahr Pfingstferien", schlägt die DEHOGA-Präsidentin in einem BR-Interview vom Montag (08.06.2020) Alarm. 

Corona-Maßnahmen: "Es wäre an der Zeit, über weitere Lockerungen nachzudenken"

Das Hotelgewerbe hat die Corona-Pandemie ebenfalls hart getroffen – auch wenn die bayerischen Hotels inzwischen wieder Gäste empfangen dürfen. Ein Problem sei, dass Hotelgäste in anderen Bundesländern die Wellnessbereiche inzwischen wieder nützen dürfen – in Bayern jedoch nicht. Auch die Öffnung der Hotels in Österreich erschwere die Lage. Bis zum Jahresende bleibe die Perspektive mau, prognostiziert Inselkammer. Darauf deuteten die geringen Buchungszahlen hin.

Seitdem in der Gastronomie nach dem Lockdown die Speisebetriebe im Freistaat wieder Gäste bewirten dürfen, seien die Corona-Fallzahlen in Bayern nicht weiter gestiegen, betonte Inselkammer gegenüber dem BR. "Deshalb wäre es an der Zeit, über weitere Lockerungen nachzudenken." Betriebe wie Clubs oder Bars bräuchten laut Verbandschefin zudem zusätzliche Unterstützung, weil sie noch immer strikten Einschränkungen unterliegen.

Um für die Gaststätten und Hotels in Bayern eine Verbesserung zu erwirken, sieht Inselkammer nun die Politik am Zug: "Wir wünschen uns, dass vom bayerischen Staat eine Initiative kommt, dass den Menschen Mut gemacht wird, wieder aktiv am Leben teilzunehmen und rauszugehen und Freude zu haben, in die Gastronomie und in die Hotels zu kommen."