Mitwitz
Zeckensaison

Tierarzt klärt auf: So schützen Sie Ihre Haustiere vor Zeckenbissen

Bei zunehmend milderen Temperaturen beginnt langsam die Zeckensaison. Der fränkische Tierarzt Maik Löffler erklärt, worauf Tierbesitzer zum Schutz ihrer Lieblinge achten sollten.
 
Zecke
Zeckenbisse können für Haustiere gefährlich sein. Ein Tierarzt gibt Tipps, wie Sie Hund und Katze am besten davor schützen. Foto: JerzyGorecki / pixabay
  • Zeckensaison etwa von März bis November
  • Gefahr für Haustiere: Zecken können gefährliche Krankheiten übertragen
  • Tipps vom Tierarzt: So können Sie Hund und Katze schützen 

Im März beginnt alljährlich langsam die Zeckensaison: "Ab Temperaturen zwischen sieben und acht Grad sind Zecken aktiv", erklärt Tierarzt Maik Löffler aus Mitwitz. Wenig Frost sorgt zudem dafür, dass  die Tiere leichter die Wintermonate überleben. Gerade Kronacher Raum sei "extrem durchseucht", was die Belastung mit Zecken betrifft. Das Problem dabei: "Fast alle Zecken übertragen irgendwelche Krankheiten."

Von Borreliose bis Anaplasmose: Zecken übertragen gefährliche Krankheiten auf Haustiere

Zwei der durch Zecken am häufigsten auf Haustiere übertragenen Krankheiten, sind die Borreliose und die Anaplasmose, wie Maik Löffler erklärt. Diese spielten vor allem bei Hunden eine Rolle, bei Katzen seien diese Krankheiten eher kein Problem, so der Tierarzt mit Blick auf die Erfahrungen, die er in seiner Praxis bisher gemacht hat. Andernorts könne das aber mitunter ganz anders aussehen.

"Rechtzeitig erkannt, lassen sich die meisten Erkrankungen gut behandeln", sagt Löffler. Die Krankheitsbilder seien jedoch oft unspezifisch. Sie reichten von Lahmheit über Blutarmut bis hin zu Fieberschüben und Schwellungen der Milz. Was sollten Besitzer also tun, wenn sie eine Zecke an ihrem Haustier bemerken?

"Wer an seinem Haustier eine Zecke entdeckt, sollte diese so schnell wie möglich entfernen", sagt Tierarzt Löffler. Als Werkzeug eigne sich eine Pinzette oder eine Zeckenzange. Und: "Man muss möglichst weit unten ansetzen, damit man die Mundwerkzeuge der Zecke zu fassen bekommt." Die fachlich korrekte Empfehlung laute dann, die Zecke senkrecht nach oben herauszuziehen, so Löffler. Er persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass sich die Zecke am besten mit einer Drehbewegung entfernen lasse.

Zeckenbiss bei Haustieren: Das rät der Tierarzt

Von den Zecken bevorzugte Orte, um sich festzusaugen, seien die Pfoten, der Kopf oder Stellen mit wenigen Haaren. Hat man die Zecke entfernt, könne man sie zum Beispiel in Klebefilm einwickeln, um sicherzustellen, dass diese nicht wieder aktiv wird. Zecken, die sich noch nicht festgebissen haben und die Haustierbesitzer auf ihrem Tier entdecken, sollten sofort abgelesen werden, erklärt Löffler weiter.

Darüber hinaus gibt es mehrere Möglichkeiten für Besitzer, Zeckenbissen vorzubeugen. Die Ansichten, wie man Haustiere vor Zecken schützen kann, gingen weit auseinander, sagt Maik Löffler. Von rein biologischen Mitteln hält er persönlich nicht viel. Tierbesitzer sollten sich am besten beim Tierarzt über Zeckenmittel informieren, rät Löffler. Die Mittel seien entsprechend geprüft und zertifiziert.

Zum einen gibt es Mittel mit Fernhaltewirkung, wie Löffler erklärt. Vor allem für Hunde bestehe hier eine große Auswahl. Zum anderen gebe es Mittel, die die Zecken schnell abtöten. "Jeder, ob Mensch oder Tier, ist unterschiedlich anfällig für Zecken", sagt Löffler. "Zum Beispiel spielt der Hauttyp eine Rolle." Das habe auch Einfluss auf die Wirksamkeit und die Verträglichkeit der unterschiedlichen Zeckenmittel.

Mit Mitteln, Halsbändern und Impfung gegen Zecken vorbeugen

Neben den Mitteln, die auf die Haut der Tiere aufgetragen werden, gibt es, wie Löffler erklärt, auch Halsbänder, die entsprechende Wirkstoffe abgeben. Auch über Tabletten ließen sich Wirkstoffe verabreichen. Nicht zuletzt bestehe die Möglichkeit, sein Haustier mit einer Impfung zum Beispiel vor Borreliose zu schützen.

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Beim Spazierengehen sollten Hundebesitzer ihre Laufwege anpassen, rät der Tierarzt weiter. "Zecken sind Wegelagerer, die sich in bis zu hüfthohem Gras aufhalten und dann beim Vorbeilaufen abgestreift werden." Zudem sollten Strecken vermieden werden, an denen viele Menschen oder Hunde entlanglaufen.

Die Zeckenlast sei außerdem an Stellen hoch, an denen es viele Nagetiere - wie etwa Mäuse - gibt. "Die jungen Zecken (Larven und Nymphen) saugen an kleinen Nagern und Säugetieren. Die älteren, ausgereiften Zecken gehen dann auf Hund oder Mensch über", berichtet Löffler.

Gefahr durch Zecken: Situation wird sich verschärfen

Insgesamt werde sich die Gefahr durch Zecken in den kommenden Jahren weiter verschärfen, sagt der Tierarzt. So seien heute in Deutschland zum Beispiel bereits Gebiete betroffen, in denen es vor einigen Jahren noch gar keine Zecken gab.

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Viele Krankheiten, die ursprünglich nur die Zecken übertrugen, würden zudem inzwischen auch von Mücken und anderen stechenden, blutsaugenden Insekten übertragen, berichtet Löffler. Gleichzeitig wanderten Tiere aus südlichen Ländern - und damit auch neue Krankheiten - mit den milden Wintern immer weiter nach Norden.

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