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Stiftung Warentest

Smarte Lautsprecher im Test: Kein einziges Produkt mit "gut" bewertet

Stiftung Warentest untersuchte 33 smarte Lautsprecher - diese können mehr als nur Musik wiedergeben. Integrierte Sprachassistenten helfen beispielsweis bei der Steuerung von Smart-Home-Funktionen. Das enttäuschende Ergebnis: Der Sound ist bei den meisten smarten Lautsprechern mau, die Missachtung des Datenschutzes gibt Anlass zur Sorge.
 
Stiftung Warentest überprüfte 33 smarte Lautsprecher auf ihre Funktion und Leistung. Und anderem auch darauf, wie es die Hersteller mit dem Datenschutz halten. Foto: Howard Bouchevereau/Unsplash.com.
Stiftung Warentest überprüfte 33 smarte Lautsprecher auf ihre Funktion und Leistung. Und anderem auch darauf, wie es die Hersteller mit dem Datenschutz halten. Foto: Howard Bouchevereau/Unsplash.com.

Was wurde getestet? Im Smart Speaker-Test befanden sich insgesamt 33 smarte Lautsprecher - davon sind zwölf für die Ausgabe 11/2020 der Stiftung Warentest neu hinzugekommen.  Marken, die im Test vertreten sind, sind unter anderen Amazon, Bose, Sonos und Google. Drei der getesteten Modelle unterstützen jeweils zwei Sprachassistenten, weshalb die Tester insgesamt 15 neue Testergebnisse auflisten. Vier Lausprecher verfügen über ein Display. Aus dem Vorgängertest aus dem Jahr 2019 befinden sich 18 Geräte im Test. 

Das Ergebnis: Das Ergebnis ist enttäuschend, denn kein einziger der getesteten Smart Speaker bekommt eine gute Bewertung. Die Lautsprecher werden lediglich "befriedigend" und "ausreichend" bewertet. Der Grund ist in der mangelhaften Durchsetzung des Datenschutzes zu finden. Google, Apple und Amazon fangen zu viele Daten ab - einige Lautsprecher leiten mehr Daten an diese Anbieter weiter als andere. 

Kein einziger smarter Lautsprecher ist "gut": Mängel beim Datenschutz

Nur drei der smarten Lautsprecher im Test haben einen Sound, der sich hören lassen kann - die anderen schneiden durchschnittlich ab. Problematisch ist aber in erster Linie der Datenschutz. Die App Google Home für iOS-Geräte sammelt eifrig Daten, auch ohne die Einwilligung Dritter. 

Datenschutz der smarten Lautsprecher erweist sich als echtes Problem

Der Grund, weshalb so viele smarte Lautsprecher im Test abgewertet wurden, liegt in erster Linie im Datenschutz, den Stiftung Warentest als häufig nicht gut eingehalten einschätzt. Sehr kritisch hierbei: Der Internet-Riese Google. Dieser sammelt sogar Daten Dritter ohne deren Einwilligung. Beispielsweise die Telefonnummern von Familie und Freunde. Zu weit gehen auch Bose und Archos - sie halten nicht einmal die Datenschutzgrundverordnung ein. Die Bedingungen von JBL, Harman Kardon und Bose entsprechen nicht einmal deutschem Recht

Beim Datensammeln sind die Anbieter sehr fleißig: Alle verwendeten Apps in diesem Test schicken Standortdaten an Google, Apple oder Amazon. Besonders negativ fallen hier Bose, Telekom und Archos auf, da sie ganz besonders viele Daten an die App-Anbieter weiterleiten. Die Spitze des Eisbergs ist allerdings die App Google Home für iOS-Geräte. Sie ist eine absolute Datenkrake und sammelt mit Abstand am meisten Informationen über den Nutzer. Auch kritisch: Amazons Alexa gewährt jedem Einblick in den persönlichen Kalender des Nutzers - wenn eine entsprechende Anfrage gestellt wird. Im Gegenzug dazu veröffentlich der Google Assistant diese Daten erst dann, wenn er die Stimme des Nutzers erkannt hat. Der Lautsprecher von Archos verfügt über einen Sperrbildschirm, was ihn sehr sicher macht. 

Smarte Lautsprecher mit Display enttäuschen beim Klang

Mittlerweile verfügen einige smarte Lautsprecher sogar über ein Display, auf denen beispielsweise Kochvideos  verfolgt werden können, während man parallel in der eigenen Küche den Kochlöffel schwingt. Vier der getesteten Lautsprecher verfügen über einen solchen Bildschirm. Wem jedoch ein guter Klang wichtig ist, sollte auf diese Modelle verzichten: Der Sound überzeugt die Tester nicht, sie stufen den Bass als zu schwach ein. Die Displayqualität ist jedoch gut. Der Speaker von Google erinnert die Tester an einen Handylautsprecher.

Bei der Displayqualität liegt Amazon mit seinem Echo Show 8* vorne ("befriedigend", 2,9). Auch das Display des Lautsprechers Smart Display 8 von Lenovo* kann sich durchaus noch sehen lassen ("befriedigend", 3,1). Nicht zu empfehlen sind Nest Hub von Google ("ausreichend", 3,7) und Hellos 7 von Archos ("ausreichend", 4,5). 

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Nur drei Lautsprecher überzeugen mit gutem Klang

Wer Wert auf einen guten Sound legt, kann sich eigentlich nur mit drei Geräten zufrieden geben: Mit den Modellen von Sonos*, Bose* und Harman Kardon*. Bei Ihnen konnten die Tester einen satten Klang mit gutem Bass feststellen. Besonders Sonos One sticht mit seinem Klang hervor und ist deshalb Testsieger - für den Sound vergeben die Tester ein "sehr gut". 

Problematisch bei den meisten der getesteten Lautsprechern: Steht der Hörer seitlich der Box, lässt die hörbare Klangqualität nach. Steht man direkt vor den Lautsprechern ist das kein Problem. Einige der Geräte liefern jedoch einen gleichbleibenden Klang, auch wenn der Hörer seitlich des Speakers steht: Amazon Echo (ohne Display), Gigaset, Google, JBL und der Telekom-Lautsprecher. 

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Sprachassistenten: Amazons Alexa überzeugt - Telekoms Magenta klingt zu unnatürlich

Alle Lautsprecher verfügen über einen integrierten Sprachassistenten, mit dessen Hilfe sich die Boxen steuern lassen. Die meisten der smarten Speaker verwenden dafür Amazons Alexa oder den Google Assistant. Im Test schneidet Amazons Alexa einen Hauch besser ab, weil ihre Stimme weniger künstlich klingt als die des Google Sprachassistenten. Außerdem reagiert sie besser auf Folgefragen.

Der smarte Lautsprecher der Telekom verfügt sogar über zwei Sprachassistenten: Amazons Alexa und der Telekom-eigene Sprachassistent Magenta. Die Stimme von Magenta kommt bei den Testern nicht gut an: Sie klingt einfach zu sehr nach Roboter und sehr unnatürlich. Die Boxen von Sonos und Bose stellen ebenfalls zwei Sprachassistenten zur Auswahl, Alexa und den Google Assistant. 

Probleme mit dem Magenta-Lautsprecher der Telekom

Der Magenta-Speaker der Telekom wird von Stiftung Warentest an einigen Stellen bemängelt. Um über den Lautsprecher zu telefonieren wird die Technologie Dect genutzt. Die Dect-Einrichtung der Magenta-Box lief nicht ohne Weiteres über die Bühne, die Tester beschreiben die Box als "widerspenstig". Die Einrichtung der Smart-Home-Funktionen war ebenfalls kompliziert - wenn man kein Telekom-Kunde ist. 

Bei anderen der getesteten smarten Lautsprecher läuft die Telefonie über das Internet, was komfortabel und wenig aufwendig ist. Solche sind beispielsweise die Geräte von Google, Amazon, Gigaset und Lenovo. Hier hatten die Tester nichts zu beanstanden.

Das komplette Testergebnis finden Sie auf der offiziellen Website der Stiftung Warentest.

Fazit: Datenschutz katastrophal, Klang nur bei drei Lautsprechern gut

Wer nicht möchte, dass persönliche Daten wir Kalendereinträge oder die Telefonnummern von Freunden und Bekannten an Fremde weitergegeben werden, wird mit den meisten der getesteten smarten Lautsprechern nicht glücklich. Wer das akzeptieren kann und in erster Linie eine smarte Box mit gutem Sound haben möchte, sollte sich an die Modelle von Bose, Sonos und Harman Kardon halten. 

 

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