Seit Anfang April prangt auf Apple Maps ein neues Wort dort, wo eigentlich der Ballermann steht. Was steckt dahinter - und wie leicht lässt sich so etwas eintragen?
Wer dieser Tage mit dem iPhone den Urlaub auf Mallorca plant, erlebt beim Blick auf die Karte eine unerwartete Überraschung. Denn dort, wo eigentlich die Playa de Palma steht, prangt seit Anfang April ein einzelnes Wort - und das sorgt im Netz für Aufsehen. Doch der Streich wirft eine Frage auf, die jeden betrifft, der digitale Karten nutzt: Wie einfach lässt sich solch ein Eintrag überhaupt manipulieren?
Erstmals dokumentiert wurde die kuriose Umbenennung am 2. April 2026 vom Portal appgefahren.de. Seitdem zeigt Apple Maps das Areal rund um den Bierkönig an der Playa de Palma als "Betrunkene" an - Stand 8. April ist der Eintrag noch immer nicht korrigiert. Wer dahintersteckt, ist nicht bekannt.
Mallorca-Karte mit witzigem Fehler: Apple korrigiert peinlichen Eintrag nicht
Wer demnach auf dem iPhone nach dem Ballermann sucht, findet dort in großen Lettern das Wort "Betrunkene" - und zwar nicht nur auf der Karte. Wie das Apple-Fachportal Apfeltalk berichtete, greifen Apples Karten-App und die Wetter-App auf dieselben Ortsdaten zurück. Das führe dazu, dass in der Apple-Wettervorhersage für den Bereich s'Arenal schlicht "Betrunkene" angezeigt werde - samt Temperatur und Sonnensymbol.
Auch auf Google Maps finden sich an der Playa de Palma ähnliche Einträge, wie die Mallorca Zeitung dokumentierte: Auf Höhe des Balneario 6 sei "Platja dels Borratxos" - katalanisch für "Strand der Betrunkenen" - als touristische Attraktion verzeichnet. Direkt daneben, am Parc de les Meravelles, sei ein Abschnitt als "Platja de Betrunkene" auf Deutsch markiert. Auf Höhe des Balneario 4 tauche zudem eine "Balconing Street" auf - benannt nach der in Spanien bekannten Praxis, von Balkonen in Hotelpools zu springen. Praktisch jedes Jahr gebe es dabei tödliche Unfälle.
Wie solche Einträge auf digitale Karten gelangen, lässt sich am Beispiel beider Dienste erklären. Bei Google Maps kann grundsätzlich jeder angemeldete Nutzer neue Orte über "Ort hinzufügen" eintragen, wie das Technikportal giga.de erklärt. Bei Apple läuft das Verfahren hingegen über eine Prüfung durch das Unternehmen - ein Scherzeintrag kann also theoretisch trotzdem durchrutschen, wie der aktuelle Fall zeigt.
Wie Kartendaten wirklich funktionieren
Digitale Kartendienste wie Apple Maps und Google Maps sind keine statischen Produkte - sie werden laufend aktualisiert. Wie Navigationsdaten im Hintergrund zusammenwachsen, ist für die meisten Nutzer unsichtbar: Behörden- und Unternehmensdaten fließen ein, Satellitenbilder werden ausgewertet, und Nutzermeldungen ergänzen den Datenbestand laufend, erklärt unter anderem das Technikportal giga.de. Genau diese Offenheit macht die Systeme anfällig - und wirft die Frage auf, wie verlässlich die Routenplanung mit Google Maps im Urlaub eigentlich ist.
Bei Google Maps kann laut giga.de grundsätzlich jeder angemeldete Nutzer ohne besondere Berechtigung neue Orte eintragen. Dafür öffnet man einfach die Google-Maps-App, tippt auf "Beitragen" und dann auf "Ort hinzufügen". Name, Kategorie und Adresse eintragen - fertig. Zwar prüfe Google die Einträge vor der Übernahme und informiere per E-Mail über das Ergebnis, doch bei dem schieren Volumen an Meldungen rutscht immer wieder etwas durch. Laut Google selbst wurden im Jahr 2024 mehr als 240 Millionen Bewertungen blockiert oder entfernt, die gegen die eigenen Richtlinien verstießen - die meisten davon, noch bevor sie überhaupt sichtbar wurden.