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Android-Betriebssystem

Schluss mit Google-Diensten: Tech-Gigant sperrt bestimmte Smartphones aus - Update kommt im September

Ab September sperrt der Tech-Gigant Google bestimmte Smartphones von seinen Diensten wie YouTube oder dem Mailprogramm aus. Abhilfe schafft entweder ein neues Handy, oder ein System-Update, sofern das Telefon neu genug für ein Update ist.
Google-Dienste
Alte Android-Handys werden von Google bald ausgesperrt. Foto: Lukas Schulze/dpa
  • 61 Millionen Smartphones in Deutschland im Umlauf
  • Apple- und Android-Betriebssysteme am weitesten verbreitet
  • Google trifft Entscheidung: Bestimmte Smartphones von Diensten ausgesperrt
  • Wann kommt das Update und welche Smartphones sind betroffen?

Fast 61 Millionen Smartphones befinden sich laut dem Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien im Besitz der deutschen. Tendenz steigend. Begonnen hat dieser Trend mit der Einführung des Smartphones im Jahr 2007, maßgeblich vorangetrieben durch den damaligen Firmenchef von Apple, Steve Jobs. Seitdem werden die Handys immer mehr zu kleinen Computern für die Hosentasche.  Und genauso wie bei alten Computern, kommt auch für Smartphones der ersten Stunde der Moment, an dem sie schlicht ersetzt werden müssen, oder ersetzt werden sollten. Ein aktuelles Beispiel sind Mobiltelefone mit dem Android-Betriebssystem mit der Versionsnummer 2.3.7 und dem Codenamen „Gingerbread“. Wie Google, der Hersteller des Android-Betriebssystems, nun in einem Blog-Beitrag bekannt gegeben hat, wird die Unterstützung für Handys mit diesen oder älteren Betriebssystemen eingestellt. Zumindest zu einem überwiegenden Teil.  

Ab September ohne Google: "Gingerbread" und "Froyo"-Smartphones 

Das Unternehmen erklärt seine Entscheidung wie folgt: „Im Rahmen unserer ständigen Bemühungen um die Sicherheit unserer Nutzer wird Google ab dem 27. September 2021 keine Anmeldung auf Android-Geräten mit Android 2.3.7 oder niedriger mehr zulassen. Wenn Sie sich nach dem 27. September bei Ihrem Gerät anmelden, erhalten Sie möglicherweise Fehlermeldungen wie einen falschen Nutzernamen oder ein falsches Passwort eingegeben zu haben, sollten sie versuchen, Google-Produkte und -Dienste wie Google Mail, YouTube und Maps zu nutzen.“

Versucht man also nach dem 27. September sich auf einem Android-Gerät bei einem Google-Service wie YouTube oder Gmail anzumelden, wird das vom Hersteller unterbunden worden sein. Sobald ein Nutzer sich also ausloggt, kann er sich nicht wieder anmelden. Das gilt auch für das Zurücksetzen des Gerätes. Ändert man sein Passwort und wird infolgedessen auf allen Plattformen abgemeldet, wird ebenfalls keine erneute Anmeldung möglich sein.

Wirklich überraschend kommt der Schritt des Tech-Giganten nicht. Bereits in der ersten Jahreshälfte des Jahres 2020 waren insgesamt noch 0,3 Prozent der Gesamtnutzer mit dem entsprechenden Betriebssystem unterwegs. Nutzer mit dem Vorgänger-Betriebssystem 2.2 (Froyo, Abkürzung für frozen yoghurt) waren zu diesem Zeitpunkt gar nicht mehr im Netz unterwegs. Seit dem zweiten Halbjahr 2020 sank der Anteil von „Gingerbread“-Nutzern weiter auf unter 0,1 Prozent. Darum wird seit rund einem Jahr weder „Gingerbread“ noch „Froyo“ bei der Versionsverteilung von Android aufgelistet.

Dienste weiter nutzen: Google mit Notfall-Lösung zur Überbrückung

Umgehen kann man diese Einschränkung, indem das Gerät mindestens auf die Firmware „Android 3.0“ (Eclair) oder höher aktualisiert wird. Ob diese Aktualisierung für das jeweilige Gerät verfügbar ist, kommt auf das individuelle Smartphone oder Android-Gerät an.

Wer sich trotzdem nicht von seinem alten Gerät trennen möchte, aber weiterhin zumindest einen Teil der Google-Services nutzen möchte, der kann mit dem Webbrowser auf einige Dienste zugreifen. Google empfiehlt sich über den Webbrowser bei dem Google-Konto anzumelden. Damit ließen sich weiterhin „einige“ Google-Dienste nutzen, schreibt das Unternehmen.