Komplett nutzlos: Samsung-Handys stecken nach Update in Endlosschleife

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Nutzer sind sauer: Nach dem jüngsten Update funktioniert das Galaxy S22 teils gar nicht mehr.

Samsung-Nutzer berichten nach dem neuesten Sicherheitsupdate über massive Probleme bei ihren Galaxy-Smartphones. Auf der Plattform Reddit beschweren sich mehrere Besitzer des Galaxy S22, dass ihr Handy seit dem Update nicht mehr richtig startet. Es hängt stattdessen in einer endlosen Startschleife ("Bootloop") fest. 

Betroffen sind den Nutzermeldungen zufolge alle Modelle der S22-Reihe, also auch das Galaxy S22 Plus und S22 Ultra. Der Update-Fehler scheint aber nur bei einem Teil der User aufzutreten. Die Ursache ist bislang unklar. Laut dem Portal "Android Police" könnte ein Installationsfehler, die alternde Hardware oder ein Bug im Update selbst dahinterstecken. 

Samsung-Handys hängen nach neuem Update in Endlosschleife fest

Der Update-Fehler macht das Handy komplett unbrauchbar. In Tech-Kreisen wird dabei von "bricking" gesprochen, da das Gerät quasi in einen Ziegelstein (engl. brick) verwandelt wird. Nutzer konnten ihre Galaxy-Smartphones teils nur mit drastischen Maßnahmen retten: Sie mussten die Firmware manuell mit ihrem Computer neu auf das Handy aufspielen. Bei anderen reichte aber schon ein erzwungener Neustart, um das Handy zu retten.

Samsung selbst rät zu den folgenden Schritten, wenn das Smartphone in einem "Bootloop" festhängt oder wiederholt neu startet:

  • Software-Update manuell herunterladen: Gehe zu Einstellungen > Software-Update > Nach Updates suchen. Wichtig: Diese Option ist nicht verfügbar, wenn das Handy überhaupt nicht mehr richtig hochfährt. 
  • Sicheren Modus starten: Schalte dein Smartphone aus und wieder ein. Sobald das Samsung-Logo erscheint, halte die Leiser-Taste gedrückt. Ist der sichere Modus aktiviert, erscheint ein entsprechender Hinweis in der unteren Ecke des Bildschirms. Wichtig: Diese Option eignet sich, um andere Fehlerquellen wie fehlerhafte App-Updates auszuschließen. Das System wird ohne Drittanbieter-Apps geladen.
  • Android Recovery starten: Android Recovery ist ein Notfallmodus zur Wiederherstellung, falls dein Handy Probleme macht. Viele Optionen im Recovery Modus richten sich an Fortgeschrittene und Profis, diese drei Funktionen kann aber jeder bedienen:
    • reboot system now: System wird komplett neugestartet. Da der Recovery Modus in der Regel den Bootloop unterbricht, lohnt es sich, es zunächst mit dieser Option zu probieren.
    • wipe cache partition: Temporäre Dateien im Zwischenspeicher werden gelöscht, was Fehlfunktionen beheben kann. Samsung-Geräte verfügen noch über diese Option, viele andere Android-Geräte nicht mehr.
    • wipe data/factory reset: Gerät wird auf die Werkseinstellungen zurückgesetzt. Sämtliche Dateien wie Bilder, Kontakte und persönliche Einstellungen werden gelöscht, sofern du kein Backup erstellt hast.

Garantie schon abgelaufen: Das kannst du tun, wenn dein Galaxy S22 im Bootloop hängt

Android Recovery lässt sich über eine Tastenkombinationen starten, die je nach Handy-Modell variiert. Samsung weist aber darauf hin, dass alle ihre Smartphones mit Android 11/ One UI 3 oder höher zuerst per USB mit einem Laptop oder Tablet verbunden werden müssen. Alternativ kannst du USB-C-Kopfhörer anschließen. Beim Galaxy S22 gehst du so vor:

  • Halte die Leiser-Taste und die Funktionstaste gedrückt, um einen Zwangsneustart durchzuführen.
  • Sobald das Einschaltbild erscheint, drücke die Lauter-Taste und die Funktionstaste, bis das Handy vibriert und das Samsung-Logo erscheint.
  • Es sollte das minimalistische Recovery Menü erscheinen - du kannst hier nur per Lauter-/Leiser-Taste durch das Menü navigieren. Zum Auswählen musst du die Funktionstaste drücken.

Was für viele Samsung-Nutzer vermutlich noch ärgerlicher ist: Das Galaxy S22 erschien 2022, damit ist die Garantie für die meisten Geräte bereits abgelaufen. Ist eine Reparatur nötig, bleiben sie auf den Kosten sitzen. Liegt der Fehler im Update selbst, müsste Samsung allerdings ein Patch zur Behebung bereitstellen. Denn neben dem Gewährleistungsrecht für das Handy selbst, gibt es auch ein Software-Gewährleistungsrecht.

Laut Verbraucherzentrale sind Hersteller demnach verpflichtet, Updates zur Verfügung zu stellen, die "für die volle Nutzung und Sicherheit erforderlich sind".  Das gilt für alle digitalen Produkte wie Apps und Waren mit "digitalen Elementen" wie Handys oder Laptops. Funktioniert das Handy aufgrund eines Updates nicht mehr richtig, müsste der Hersteller zumindest Nachbessern. Eine feste Verjährungsfrist für das Gewährleistungsrecht bei Software und Co. gibt es übrigens nicht. Zwar wird davon ausgegangen, dass bei Handys dieselbe Frist wie für das eigentliche Gerät gilt. Hersteller wie Google, Apple und Samsung, liefern jedoch über diesen Zeitraum hinaus Sicherheitsupdates.

Update-Probleme bei Samsung-Handys - Sammelklage gestartet

Die Modelle der S22-Reihe werden nach dem aktuellen Update-Plan von Samsung nur noch vierteljährlich mit Sicherheitsupdates versorgt. Bei einem fehlerhaften Update müssen Nutzer aber in der Regel nicht auf das nächste planmäßige Update warten. Dennoch heißt es erstmal abwarten, ob sich Samsung zu dem Problem äußert und eine Lösung liefert. 

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Update Samsung-Nutzern Probleme bereitet. In den USA wurde deswegen erst kürzlich eine Sammelklage gegen den Smartphone-Riesen eröffnet. Das Update auf One UI 6.1.1 hatte im Herbst 2024 - ebenfalls bei der Galaxy-S22-Reihe - "Bootloops" verursacht.  Laut Berichten wird dem Konzern in der Klage vorgeworfen, die fehlerhafte Aktualisierung trotz bekannter Risiken verteilt und zugesagte erweiterte Garantien für beschädigt Geräte nicht eingehalten zu haben. Ob der Fall tatsächlich vor Gericht landet, ist noch unklar. Es zeigt aber, wie schnell ein Update-Fehler für Unternehmen zum rechtlichen Problem werden kann.

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