Doch auf Seite sechs des neuesten Investorenbriefs schreibt das Unternehmen: "Während wir in Netflix investieren und den Dienst verbessern, werden wir in Zukunft von Zeit zu Zeit unsere Mitglieder bitten, ein bisschen mehr zu zahlen, um diese Verbesserungen zu reflektieren. Dies hilft wiederum dabei, den positiven Kreislauf für zusätzliche Investitionen, die das Angebot verbessern, aufrechtzuerhalten." Damit verpackt Netflix die zukünftig fest eingeplanten Erhöhungen im lockeren Marketing-Jargon.
Netflix begründet Preishammer mit steigenden Produktionskosten
Die Frage ist jedoch, was Netflix bezüglich des Angebots plant, um die angepassten Preise zu rechtfertigen. Sollten dadurch Inhalte und Qualität der Filme und Serien verbessert werden, wäre eine Erhöhung vertretbar. Bezüglich der Qualität muss man allerdings feststellen, dass diese in den letzten Jahren eher ab- statt zugenommen hat.
Die Streamingplattform selbst begründet ihre Entscheidungen mit steigenden Produktionskosten. Denn in den vergangenen Jahren hat man bereits extrem viel in Serien wie "The Crown", "The Witcher" oder auch "Stranger Things" investiert. Demnach sollen die preislichen Anpassungen wohl ein Versuch sein, die Produktionskosten für neue Inhalte auszugleichen. Eine Begründung, die viele Nutzer voraussichtlich nicht glücklich stimmen wird.
Während konkrete Zeitangaben für die Preiserhöhungen in Deutschland noch ausstehen, wird in den USA über eine Erhöhung um 1,99 Dollar pro Abo diskutiert. Es wird spekuliert, dass dies in Deutschland zu einer Anpassung von 1,99 Euro führen könnte. Demnach bleibt zunächst abzuwarten, wann und ob Netflix seine neuesten Preise umsetzt. Nichtsdestotrotz ist das Zeichen der Streamingplattform, vor allem nach dem Wegfall des Basis-Abos und der Erhöhung vor wenigen Monaten, eine schwer zu verdauende Nachricht für die Abonnenten.
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