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Faktencheck

Im Faktencheck: Kettenbrief zur Corona-Warn-App kursiert

Aktuell kursiert eine Kettenbrief-Warnung zur neuen Corona-Warn-App: Ein Faktencheck.
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Vorsicht, Fallstrick: Die richtige Corona-Warn-App herunterladen
Erst vor Kurzem wurde die Corona-Warn-App veröffentlicht. Foto: Catherine Waibel/dpa

Kürzlich wurde die lang erwartete Corona-Warn-App für Deutschland präsentiert. Thematisch passend dazu kursiert aktuell ein Kettenbrief, der sich über Messengerdienste und soziale Netzwerke verbreitet. Darin wird behauptet, dass die neue App den Standort des Nutzers tracke und die Kontaktdaten des jeweiligen Smartphones auslese. 

Der Kettenbrief im Wortlaut: "Moin, es ist soweit, gestern, 16. Juni 2020 ging es los; die Corona-Warn-App ist da. Ich möchte erneute eine Bitte aussprechen an alle meine Kontakte, Freunde und Bekannte, die die neue App STOPCOVID nutzen wollen. Nimm es nicht persönlich, aber bitte streiche mich von Deiner Telefonkontaktliste und allen Social Media-Plattformen, die Du verwendest, bevor Du die App auf Deinem Smartphone installierst, oder sie installieren lässt ohne sie wieder zu entfernen. Du hast NICHT meine Zustimmung, meine Telefonnummer in Verbindung mit der Stopcovid App zur Identifizierung, Tracking oder Standortbestimmung meiner Person zu verwenden, denn wenn Du diese App hast, kann auf alle Deine Kontakte via App zugegriffen werden. Zu diesem Dossier hast Du nicht meine Zustimmung, mich in Deine persönliche Wahl mit einzubeziehen diese App zu nutzen, und ich ziehe jede Zustimmung zurück, meine Kontaktdaten in Verbindung mit der Stopcovid App zu nutzen bzw zu speichern. Ich weise an dieser Stelle auf die Datenschutzgrundverordnung DSGVO hin, die untersagt, dass ohne Zustimmung keine persönliche Daten wie z.b. Telefonnummern oder Adressen gespeichert werden dürfen.
Wenn Du die APP nicht nutzt oder nutzen willst, kannst Du das gern kopieren und weiter geben. Ich respektiere Deine Wahl.
Danke, dass Du meine auch respektierst."

mimikama.at hat den Kettenbrief einem Faktencheck unterzogen. inFranken.de ergänzt ihn und liefert eine kompakte Zusammenfassung:  

  • Trackt die neue Corona-Warn-App den Standort des Nutzers?

    Ja, das tut sie. Bereits bei der Installation der App fragt das Smartphone, vor allem falls es ein Android-Betriebssystem hat, nach einer Standort-Aktivierung. Die Logik der Warn-App sieht vor via Bluetooth anonym mit anderen Smartphones zu kommunizieren. Hintergrund ist, dass auf diese Weise Informationen über das Infektionsgeschehen im lokalen Umfeld ausgetauscht werden können. 

    Die Bundesregierung stellt dazu klar: "Daten, die eine Person identifizierbar machen, insbesondere Positionsdaten, werden nicht ausgelesen, verwendet oder gespeichert." Sprich: Die App ist anonym. 

  • Speichert die Corona-Warn-App Kontaktdaten aus dem Telefon des Smartphones?

    Nein, tut sie nicht. Bereits vor der offiziellen Vorstellung der App wurde der Quellcode veröffentlicht. Schon damals analysierten diverse Experten die Details der Warn-App - und kam zum Schluss: Transparenter geht es nicht. Selbst der sonst die Lage sehr kritisch beäugende "Chaos Computer Club (CCC)" äußerte sich positiv über die Corona-Warn-App: Die Bundesregierung habe tatsächlich mal auf die beanstandenden Risiken gehört, so ein Sprecher im "Bericht aus Berlin".

    Alle Experten sind sich einig: Die Corona-Warn-App liest keine Daten der Kontakte aus. Ganz im Gegenteil tun dies Apps wie "WhatsApp", die Millionen Deutsche täglich nutzen. 

  • Fazit: Der Kettenbrief ist zu großen Teilen ein Fake. Er kursierte laut Angaben von mimikama.at bereits Anfang Mai im Netz. Dass der Brief bereits vor Veröffentlichung der Corona-Warn-App entstanden sein muss, macht die Verwendung des Namens "STOPCOVID" deutlich. Das ist eine Bezeichnung, die die App nie hatte. 

    Die Behauptung des Standort-Trackings ist zwar zu Teilen wahr, allerdings im Gesamten völlig überzogen. Damit soll lediglich Panik gemacht werden. Die These, dass die App auf die Kontaktliste des Smartphones zugreife, ist schlichtweg falsch. 

tu