Berlin
Social-Media-Hype

Clubhouse: Was steckt hinter dem Hype der neuen Social-Media-App?

Eine neue Social-Media-App weckt derzeit das Interesse der Mediennutzer und App-Liebhaber - "Clubhouse". Dahinter steckt ein neues Konzept: Livegespräche ohne Bild unter einer kleinen Nutzerschaft. Was Sie über die trendende App wissen sollten.
 
Clubhouse App
Die "Clubhouse" App ist im Hype. Doch woher kommt diese Popularität? Foto: William Krause/Unsplash
  • Großer Hype um Social-Media-Plattform "Clubhouse", auf der live geredet werden kann - ohne Bild und Schrift
  • Zugang und Teilnahme nur über Einladung eines Nutzers
  • Kritik an der App: keine Moderation und problematische Datenschutzrichtlinien

Bis vor einigen Tagen kannte sie keiner hierzulande, mittlerweile kommt man nicht mehr an ihr vorbei - vor allem auf Social Media kursiert die neue App. Heute landet sie sogar auf Platz zwei der meistgeladenen Anwendungen im deutschen App-Store von Apple und hat damit sogar die App "Telegram" überholt. Die Rede ist von der App "Clubhouse". Doch was steckt eigentlich hinter dem plötzlichen Hype um die neue Kommunikationsmöglichkeit?

"Clubhouse" - Was ist das eigentlich?

"Clubhouse" ist eine Social-Media-App des US-Unternehmens "Alpha Exploration", bei der sich Menschen vernetzen und miteinander kommunizieren können - die Art der Online-Kommunikation hebt sich allerdings von den klassischen Diensten wie Facebook und Instagram ab. Bei "Clubhouse" wird live und ohne Bild geredet. Man kann sich das Ganze wie einen interaktiven Podcast oder eine Onlinekonferenz vorstellen.

Jeder Nutzer kann einen virtuellen Raum zu einem beliebigen Thema eröffnen und dort dann mit anderen Nutzern sprechen. Die sogenannten "Rooms" können privat, offen für alle oder nur offen für Nutzer sein, denen man folgt. Hosts solcher "Rooms" können außerdem festlegen, welche Teilnehmer selbst sprechen können und welche nur zuhören dürfen. Außerdem gibt es bei "Clubhouse" die Funktion, virtuell die Hand zu heben - so können Wortmeldungen ermöglicht werden.

In der neuen App können allerdings weder Nachrichten geschrieben, noch Likes gegeben werden. Grundsätzlich klingt die populäre App nach einer hohen Interaktivität, aktuell funktioniert sie allerdings eher wie ein Vortrag oder ein Live-Podcast. Wenige reden und viele hören zu.

Nicht jeder kann teilnehmen

Da "Clubhouse" aktuell noch nicht für Android erschienen ist, sind die Nutzer iPhone-Besitzer. Die App befindet sich noch in der "Private Beta", weshalb sie derzeit nicht für jeden zugänglich ist. Die Macher von "Clubhouse" beschränken den Zugang zum Netzwerk: Nur wer eine Einladung von einem anderen Mitglied erhält, darf ebenfalls teilnehmen

So kann es durchaus sein, dass viele iPhone-Nutzer, die sich die App gedownloadet haben, aktuell gar nicht an dem Kommunikationsangebot teilnehmen können. Bekommt man allerdings den Zugang zur App freigeschaltet, so kann man selbst zwei weitere Personen einladen. Dafür werden die Mobilfunknummern der anderen zwei Personen benötigt.

Vor allem Influencer und Personen aus denen Bereichen Politik, Marketing und Medien scheinen aktuell besonders aktiv zu sein. Entsprechend stehen viele verschiedene "Rooms" mit den unterschiedlichsten Themen zur Auswahl. Außerdem gibt es viele Räume, die sich mit "Clubhouse" selbst beschäftigen und etwa Nutzerfragen beantworten.

Woher kommt der plötzliche Hype um "Clubhouse"?

Ein bekanntes und bewährtes Marketingmittel ist, den Zugang zu etwas zu beschränken. Nur wer eine Einladung bekommt, darf teilnehmen, so das Konzept. Diese künstliche Verknappung der App-Entwickler führt dazu, dass sich mehr Leute über die App unterhalten und Teil des "elitären Kreises" sein wollen.

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Hinzu kommt, dass in den vergangenen Tagen zunehmend prominente Personen in den "Clubhouse Rooms" anzutreffen waren. Vor allem auf den Social-Media-Plattformen Instagram und Twitter gewinnt die App zunehmend an Popularität und Nutzer teilen ihre Profile. 

Neben diesem Marketing ist aber natürlich auch das Konzept von "Clubhouse" interessant: Menschen können zusammenfinden und frei miteinander sprechen. Die gesprochene Sprache steht im Mittelpunkt - nicht etwa schrift- oder bildbasierter Content. Die Mischung aus Innovation und Dabei-sein-Wollen kann eine Erklärungen für den derzeitigen Erfolg der App sein.

Es hagelt Kritik an der der App

So spannend die neue Plattform auch klingt, birgt sie auch einige Probleme, die in Zukunft gelöst werden müssen. So kann jeder zu jedem Thema sprechen - eine echte Moderation durch die Betreiber der App gibt es aktuell noch nicht. Zudem ist es auch deutlich schwerer Verstöße gegen die Richtlinien zu beweisen - denn einen schnellen Screenshot kann man nicht anfertigen. Hassreden können dadurch ungehindert stattfinden. Ein weiterer Kritikpunkt ist der Datenschutz: Wer Clubhouse benutzen will, soll der App Zugriff auf das Adressbuch seines iPhones geben. Ohne diesen Zugriff lassen sich keine Freunde einladen. Interessierte sollten also genau überlegen, ob ihnen der Zugang zu "Clubhouse" diese Datenfreigabe wert ist - schließlich betrifft sie auch unbeteiligte Kontakte.

Übrigens bietet die Plattform den Nutzern auch keine direkte Möglichkeit oder Option in der App, ihre eigenen Daten wieder löschen zu lassen. Wer seinen Account von "Clubhouse" entfernen will, muss eine separate Mail schreiben.

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