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Franken
Kettenbrief

Angeblich mehrere Kinder-Selbstmorde in Franken: Polizei warnt vor Panik rund um die "Goofy-Challenge"

Auf WhatsApp, Instagram und TikTok verbreitet sich ein ernstzunehmender neuer Kettenbrief. Ein gruselig aussehender Goofy treibt dort sein Unwesen. Was es mit Jonathan Galindo auf sich hat und warum nun auch die Polizei in Franken davor warnt - inFranken.de klärt auf.
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  • Die gefährliche "Goofy-Challenge" kursiert derzeit im Netz.
  • Sie verbreitet sich unter anderem als WhatsApp-Kettenbrief.
  • Auch auf TikTok verbreitet sich die Challenge.
  • Mehrere Behörden warnen nun davor -  aber auch vor Falschmeldungen

Aktuell verbreitet sich die sogenannte "Goofy-Challenge" per Kettenbrief im Internet. Unter anderem wird diese via WhatsApp verschickt, insbesondere in Gruppen geteilt. Die Behörden warnen davor.

Update vom 21.07.2020: Fränkische Polizei warnt vor Goofy-Challenge 

Erst kürzlich hat das "Bayerische Landeskriminalamt (LKA)" vor gefährlichen "Challenges" im Internet gewarnt: "Gefährliche Challenges kursieren immer wieder im Internet. Der Umgang mit ihnen und die mediale Auseinandersetzung mit diesen Phänomenen stellt regelmäßig eine Herausforderung dar", hieß es in einem Statement. 

Nun greift auch die Polizei Unterfranken diese Warnung auf - mit einem aktuellen Bezug. Im Raum Aschaffenburg kursiert derzeit die Falschmeldung, dass sich dort bereits fünf Kinder aufgrund der "Goofy-Challenge" das Leben genommen hätten.

Wichtig: Dabei handelt es sich um reine Panikmache, um Eltern und Kinder zu verunsichern. 

In der Falschmeldung heißt es unter anderem: "Passt auf eure Kinder auf, in Aschaffenburg haben bisher 5 Kinder Selbstmord begangen...es stimmt wirklich...teilt es...jeder muss informiert sein."

Die Polizei betont: "Es handelt sich hierbei um eine Falschmeldung! Bitte teilt sie nicht und gebt den Verfassern keine Plattform!"

Erstmeldung vom 17.07.2020: Grusel-Goofy kursiert als WhatsApp-Kettenbrief - und fordert Kinder zu Selbstmord auf 

Kettenbriefe in WhatsApp sind keine Seltenheit. Nicht immer sind damit auch negative Hintergründe verknüpft - doch in vielen Fällen leider schon. Im Jahr 2016 wurde zum ersten Mal die "Blue Whale Challenge" bekannt. Dabei wurden vermehrt Kinder und Jugendliche zu einer Reihe von Aufgaben animiert, die zuletzt im Selbstmord enden sollten.

Jetzt erscheint in den sozialen Medien erneut eine ähnliche Masche. Eine erschreckend aussehende Gruselfratze treibt nun ihr böses Spiel. Deutschlands bekanntester Cyber-Kriminologe Dr. Thomas-Gabriel Rüdiger warnt auf seiner LinkedIn-Seite ausdrücklich davor.

WhatsApp-Kettenbrief: Warnung vor "Grusel-Goofy" Jonathan Galindo

Laut Dr. Rüdiger treibt ein neuer Account auf WhatsApp, Instagram und TikTok sein Unwesen - erkennbar ist auf den Profilbildern jeweils eine gruselige Goofy-Fratze. Der Cyber-Kriminologe beschreibt auf seiner Seite das Vorgehen auf Instagram und TikTok.

Sobald eine von diesem Kontakt ausgehende Anfrage angenommen wird, erhalten die Betroffenen einen Link in ihrem Postfach. Wird dieser angeklickt, wird man zu einer Liste von Aufgaben weitergeleitet - ähnlich wie bei der "Blue Whale Challenge".

Von Aufgabe zu Aufgabe werden die geforderten Handlungen immer schlimmer - das geht sogar so weit, dass lebensgefährliche Taten von den Opfern verlangt werden. Auf WhatsApp sieht der Aufbau einer solchen Nachricht ähnlich aus. Per Kettenbrief wird dort wohl der entsprechende Link weitergeleitet. Auch wenn so ein Hoax, also eine verbreitete Falschmeldung, von vielen Menschen erkannt und gar nicht erst beachtet wird, so sollten vor allem Kinder auf dieses Problem aufmerksam gemacht werden.

WhatsApp-Kettenbrief forderte Todesopfer

Ein solcher Kettenbrief wäre nicht der erste seiner Art. Vor noch nicht allzu langer Zeit geisterte die Momo-Challenge durch WhatsApp und löste dabei eine Welle der Angst aus. Auch damals war eine Horrorfratze zu erkennen. Doch im Gegensatz zu Momo scheint sich hinter Jonathan Galindo eine reale Person zu verbergen.

Sogar Youtube-Interviews soll die verkleidete Person gegeben haben. Über die Identität dieser Person ist aber noch nichts bekannt. Mittlerweile gibt es auch etliche Nachahmer, die mit zahlreichen Fake-Accounts das schockierende Spiel weitertreiben.

Dass mit der Aktion nicht zu spaßen ist, zeigt nicht zuletzt das Beispiel Momo. Mehrere Jugendliche sollen damals dem Spiel zum Opfer gefallen sein - und haben mit ihrem Leben bezahlt. Aus diesem Grund sollte auch Jonathan Galindo ernst genommen werden.

Wie können Kinder vor Jonathan Galindo geschützt werden?

Laut Dr. Rüdiger müssen Eltern ihren Kindern frühzeitig eine ausgeprägte Medienkompetenz vermitteln, um Kindern die Gefahren im Internet bewusst zu machen. Der Dialog mit den Kindern und auch mit anderen Eltern zu solchen Themen sollte bewusst geführt werden. Hier sieht man den Charakter Jonathan Galindo in einem seiner Fake-Profile.

Wie Techbook in einem Bericht mitteilt, werde man bei TikTok laut einer Unternehmenssprecherin alle Inhalte rund um Jonathan Galindo genau beobachten und im Ernstfall von der Seite löschen. Das Problem wird dort also ernst genommen -  bei WhatsApp ist so eine Kontrolle allerdings nicht möglich. Hier muss jeder selbst auf der Hut sein. Besonders Eltern sollten sich also in der Verantwortung sehen, ihre Kinder vor diesem Account zu warnen.

ml/tu/ak