Deutschland gehört bei der digitalen Verwaltung zu den EU-Schlusslichtern. Jetzt soll eine App Behördengänge ersetzen.
Deutschland hinkt bei der Digitalisierung seiner Verwaltung in Europa hinterher. Während Länder wie Dänemark oder Estland Behördenangelegenheiten längst digital abwickeln, scheitert hierzulande vieles noch an analogen Strukturen: Formulare auf Papier, fehlende Vernetzung zwischen Ämtern, lange Wartezeiten.
Laut dem Bitkom-DESI-Index 2025 landet Deutschland bei der Verwaltungsdigitalisierung im EU-Vergleich nur auf Platz 21 von 27. Jetzt will Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) mit einer bundesweiten zentralen Bürger-App gegensteuern, über die Anträge stellen, Termine buchen und Identität verifizieren möglich werden soll.
"Deutschland-App" für Kindergeld, Wohnsitzanmeldungen und Grundsicherung im Alter
Die Bundesregierung hat SAP und die Deutsche Telekom damit beauftragt, eine KI-basierte Verwaltungsplattform zu entwickeln. Das berichtet das Handelsblatt unter Berufung auf Projektdokumente sowie Teilnehmer einer Roadshow des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS). Wildberger bevorzuge dafür die Bezeichnung "Deutschland-App". Ein offizieller Name stehe noch nicht fest, eine Vorstellung soll zu einem gesonderten Zeitpunkt kommuniziert werden.
Zu den ersten geplanten Diensten zählen laut Handelsblatt Kindergeldanträge, Wohnsitzanmeldungen, Grundsicherung im Alter und Unternehmensgründungen. Einen Vorgeschmack auf digitale Behördendienste liefert bereits die Elster-App, mit der sich Steuererklärungen komplett per Smartphone erledigen lassen. Getestet werden soll die Deutschland-App zunächst in den Pilotkommunen Hamburg, Dresden, Nürnberg und Wiesbaden sowie bei der Bundesagentur für Arbeit. Die Nutzung der App bleibe freiwillig - Wildberger hatte das bereits im Februar auf einer Konferenz erklärt, wie heise.de berichtet.
Die Forderung nach digitalen Behörden ist in Deutschland nicht neu. Das Onlinezugangsgesetz (OZG) von 2017 verpflichtete alle Behörden, ihre Verwaltungsleistungen bis Ende 2022 digital anzubieten. Dieses Ziel wurde laut Bundesrechnungshof deutlich verfehlt: Zum Fristablauf Ende 2022 waren erst 19 Prozent der digitalisierbaren Verwaltungsleistungen online verfügbar, bis Oktober 2024 waren es lediglich 25 Prozent. Wie es um die Nutzung digitaler Behördendienste in der Bevölkerung steht, zeigt ein Blick auf die Zahlen: Viele Bürger haben Online-Behördendienste noch nie genutzt.
Wie wir künstliche Intelligenz einsetzen
Ein Redakteur hat diesen Artikel unter der teilweisen Verwendung eines KI-Sprachmodells verfasst und/oder optimiert. Sämtliche Informationen wurden sorgfältig geprüft.