Ausländische Banken entdecken deutsche Sparer
Neben Chase sind inzwischen weitere internationale Finanzhäuser aktiv geworden. Die spanische Bank BBVA wirbt bereits mit attraktiven Zinsen für Neukunden. Gleichzeitig bereitet die schwedische Bank Nordnet ihren Markteintritt in Deutschland vor.
Für die Institute ist der deutsche Markt laut t-online besonders interessant. Deutsche Haushalte verfügen traditionell über hohe Sparguthaben und legen einen großen Teil ihres Vermögens auf Konten an. Entsprechend groß ist das Potenzial für Banken, neue Kunden zu gewinnen.
Auffällig ist dabei, dass sich manche Angebote vor allem an vermögende Kunden richten. Während viele Banken ihre Aktionszinsen auf Einlagen von 100.000 Euro begrenzen, gelten die neuen Angebote teilweise für deutlich höhere Summen. Das deutet darauf hin, dass Banken gezielt Anleger mit größeren Vermögen ansprechen wollen.
Wohlhabende Kunden stehen besonders im Fokus
Die Höhe der maximal verzinsten Guthaben fällt bei den neuen Angeboten ins Auge. Bei Chase können Kunden bis zu einer Million Euro zu den Aktionskonditionen anlegen. Die Norisbank setzt die Grenze bei 250.000 Euro.
Aus Sicht der Banken ergibt das durchaus Sinn. Wer größere Beträge anlegt, ist häufig auch für weitere Finanzgeschäfte interessant. Banken hoffen darauf, diese Kunden langfristig an sich zu binden und ihnen später zusätzliche Produkte anzubieten.
Für Anleger mit hohen Guthaben können die Unterschiede erheblich sein. Bereits wenige Zehntelprozentpunkte mehr Zinsen machen bei sechsstelligen Beträgen einen spürbaren Unterschied. Entsprechend aufmerksam verfolgen viele Sparer derzeit die Entwicklung des Marktes.
Weitere Banken beobachten die Entwicklung
Viele Geldhäuser halten sich bislang noch zurück. Zahlreiche Institute betonen, die Marktentwicklung genau zu verfolgen. Konkrete Ankündigungen zu neuen Angeboten machen sie jedoch bisher nicht.
Bewegung gibt es dennoch. Der Deutsche-Bank-Konzern hat bereits angekündigt, nach der Norisbank auch bei der Postbank ein neues Tagesgeldangebot auf den Weg zu bringen. Andere Banken sehen dagegen derzeit keinen unmittelbaren Handlungsbedarf und verweisen auf ihre bestehenden Konditionen.
Für Verbraucher könnte der zunehmende Wettbewerb dennoch positive Folgen haben. Selbst wenn nicht jedes Institut die Vier-Prozent-Marke erreicht, steigt der Druck auf die Branche insgesamt, attraktivere Angebote vorzulegen.
Das Kleingedruckte entscheidet über die tatsächliche Rendite
So verlockend hohe Zinsen klingen: Entscheidend sind die Bedingungen hinter den Werbeversprechen. Viele Spitzenangebote gelten nur für Neukunden und sind zeitlich begrenzt. Nach Ablauf der Aktionsphase sinken die Zinssätze oft deutlich.
Bei Chase beispielsweise fällt der Zinssatz nach vier Monaten auf zwei Prozent zurück. Die Norisbank wiederum koppelt ihr Vier-Prozent-Angebot an die Eröffnung eines Girokontos. Wer die Voraussetzungen nicht erfüllt oder die Fristen übersieht, erhält möglicherweise deutlich weniger Ertrag als erwartet.
Verbraucherschützer empfehlen deshalb, Angebote sorgfältig zu vergleichen und nicht nur auf die höchste Zahl in der Werbung zu achten. Wichtige Kriterien sind die Laufzeit des Aktionszinses, mögliche Bedingungen, die Höhe der Einlagensicherung und der Zinssatz nach Ende der Sonderaktion.
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