Miet- und Lebenshaltungskosten werden immer teurer. Viele Haushalte in Deutschland profitieren bereist von einem Zuschuss.
Das Leben in Deutschland wird immer teurer. Ob es die Lebensmittelpreise im Supermarkt und Discounter sind oder die Spritpreise an der Tankstelle. Eine Entlastung für den eigenen Geldbeutel kann man da gut gebrauchen. Und die gibt es auch. Millionen Menschen könnten sich einen Zuschuss vom Staat holen. Bis zu 300 Euro sind möglich - und mehr. Jeden Monat.
Wie das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) auf seiner Internetseite dazu schreibt, ist "die Belastung durch Wohnkosten für viele Haushalte mit niedrigem Einkommen hoch. Hier hilft das Wohngeld-Plus". Es ist ein staatlicher Zuschuss zu den Wohnkosten. Unterstützt werden damit Haushalte mit niedrigen Einkommen oberhalb der Grundsicherung. Damit soll ein angemessenes und familiengerechtes Wohnen gesichert werden.
Wie häufig wird Wohngeld-Plus bezogen?
Laut BMWSB gilt das Wohngeld-Plus sowohl für eine Mietwohnung als auch für selbstgenutztes Wohneigentum. Für die entsprechenden Daten zum Wohngeld verweist das Ministerium auf Anfrage von inFranken.de auf das Statistische Bundesamt. Die aktuellen Zahlen gehen bis zum 3. Quartal 2025:
Bezieher von Wohngeld insgesamt: 720.714
Erstbewilligungen: 124.763
Wiederholungsbewilligungen: 322.829
Wegfälle und Ablehnungen: 131.701
Wie BMSWB gegenüber unserer Redaktion angibt, sind die Empfängerzahlen in 2024 gegenüber 2023 ungefähr konstant, 2023 kam es gegenüber dem Vorjahr zu einem deutlichen Anstieg aufgrund der Ausweitung der Wohngeldberechtigung durch die Wohngeld-Plus-Reform". Am Jahresende 2023 haben rund 1,2 Millionen Haushalte in Deutschland Wohngeld bezogen. Das waren 2,8 % aller privaten Hauptwohnsitzhaushalte.
Wer beantragt Wohngeld am häufigsten?
Bei der Frage wer das Wohngeld in Deutschland am häufigsten beantragt und auch bekommt, zeigen die dazu aktuellsten Daten des Bundesamtes eine klare Richtung an im Jahr 2023:
37 Prozent waren erwerbstätig,
4 Prozent arbeitslos,
53 Prozent Rentner,
2 Prozent Studierende und Auszubildende,
35 Prozent Familien. (Im Jahr 2023 bezogen zudem rund 397.000 Familien mit rund 883.000 Kindern unter 18 Jahren Wohngeld.)
Die mit Abstand größte Gruppe waren aber die Senioren. In der Rente ist das Wohngeld-Plus eine von vielen Chancen auf Zuschüsse. Laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) reicht die Grundrente weniger Menschen als erwartet. Alterarmut ist ein großes Thema in der Bevölkerung. Bereits im April 2025 erklärte Peter Zilles, Vorsitzender Tafel Bayern, gegenüber inFranken.de: "Die Altersarmut über die wir hier reden ist ja kein neues Problem. Man wusste es seit über 20 Jahren. Es wird kommen, wenn es keine Renten-Reform gibt."
Wie viel Wohngeld kann man bekommen?
Im Austausch mit inFranken.de teilt ein Sprechers des Bundesbauministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen mit, dass der durchschnittliche monatliche Wohngeldanspruch Ende 2024 bei den reinen Wohngeldhaushalten 287 Euro betrug und bei den wohngeldrechtlichen Teilhaushalten bei 240 Euro lag.
Bund und Länder gaben im Jahr 2024 insgesamt 4,7 Milliarden Euro für Wohngeld aus.
Der Anstieg zum Vorjahr lag damit bei rund 9 %.
Da das Wohngeld von der Miete abhängig ist, zeigt sich grade ikn größeren Staädten mit höheren Mieten auch ein höheres Wohngeld. So lag der Betrag zum Beispiel in Stuttgart oder München und Umgebung laut Statistischen Bundesamt bei 340 Euro und mehr.
Wo kann man Wohngeld beantragen? Wie kann ich meinen Anspruch prüfen?
Wie das BMWSB mitteilt, entscheidet die örtliche Wohngeldbehörde über einen Antrag auf Wohngeld. Dazu heißt es: "Wie viel Wohngeld ein Haushalt bekommt, hängt von mehreren Faktoren ab". Dazu zählen:
die Zahl der zu berücksichtigenden Haushaltsmitglieder,
die Höhe der Miete oder Belastung bei selbstgenutztem Wohneigentum
sowie das Gesamteinkommen der zu berücksichtigenden Haushaltsmitglieder.
Ein Anspruch lässt sich über den Wohngeld-Plus - Rechner des Bundesministeriums prüfen. Die Suche nach der entsprechenden zuständigen Wohngeldbehörde kann über das offizielle Bundesportal durchgeführt werden.
Hintergrund zum Wohngeld-Plus
Dem Gesetz zum Wohngeld-Plus hat der Bundesrat am 25. November 2022 zugestimmt. In Kraft getreten ist es dann am 1. Januar 2023.
Das Wohngeld-Plus verändert sich stetig. Dazu gibt das BMWSB an, dass im Wohngeldgesetz eine regelmäßige Dynamisierung im Zwei-Jahres-Rhythmus festgelegt ist. Diese garantiert demnach die Anpassung des Wohngeldes an die Preis- und Mietpreisentwicklung in Deutschland.
Die letzte Erhöhung des Wohngeldes erfolgte zum 1. Januar 2025. Damit wird es 2027 eine weitere Steigerung geben.