Was ist eigentlich ein ETF? Experten erklären die wichtigsten Grundlagen
Autor: Benjamin Neumaier
Deutschland, Montag, 19. Oktober 2026
ETFs ermöglichen breiten Zugang zum Kapitalmarkt. Experten erklären Funktionsweise, Chancen und Risiken.
Viele Menschen investieren inzwischen in ETFs, haben jedoch oft nur eine vage Vorstellung davon, was sich genau dahinter verbirgt. Das Grundprinzip ist jedoch recht unkompliziert. Ein Blick auf die wesentlichen Grundlagen zeigt, weshalb ETFs für viele als leichter Einstieg in den langfristigen Vermögensaufbau gelten – und welche Einschränkungen und Gefahren es zu beachten gilt.
„Mit einem ETF investieren Anleger gleichzeitig in viele Unternehmen“, erklärt Kianusch Cacace vom Analysehaus justETF. Viele ETFs bildeten bekannte Börsenindizes nach – etwa den DAX oder den weltweiten Aktienindex MSCI World. Anleger beteiligten sich damit nicht nur an einzelnen Firmen, sondern an ganzen Märkten.
Was ein ETF eigentlich macht
Der Begriff ETF steht für „Exchange Traded Fund“, also börsengehandelter Fonds. Vereinfacht gesagt bündelt ein ETF viele verschiedene Wertpapiere in einem einzigen Produkt. Wer einen Index-ETF kauft, investiert deshalb nicht nur in einige wenige Unternehmen, sondern oft gleichzeitig in hunderte oder sogar tausende Firmen weltweit. Besonders beliebt sind ETFs auf große Börsenindizes. Bei sogenannten Themen- oder Branchen-ETFs ist die Streuugn geringer.
Neben klassischen Aktien-ETFs gibt es inzwischen allerdings auch ETFs auf Anleihen, Geldmarktprodukte, Rohstoffe, Gold, Silber oder Kryptowährungen.
Warum viele Anleger auf breite Streuung setzen
Nach Einschätzung vieler Experten liegt genau darin einer der größten Vorteile von ETFs: Das Risiko wird auf viele Unternehmen verteilt. „Bei Aktien-ETFs sollten wir in erster Linie die goldene Regel der Diversifikation beachten“, erklärt Cacace. „Je breiter das Risiko über einzelne Titel gestreut wird, desto stärker wird das Risiko des Portfolios reduziert.“
Besonders beliebt seien deshalb weltweit streuende ETFs auf Indizes wie MSCI World oder FTSE All World. Dort sind häufig mehrere tausend Unternehmen enthalten – von großen Technologiekonzernen bis zu Industrie- oder Konsumunternehmen aus unterschiedlichen Regionen der Welt. „Anders als der Name MSCI World suggeriert, beinhaltet der Anlegerliebling bei weitem nicht alle Länder“, erklärt Cacace. Schwellenländer wie Indien oder Brasilien fehlten dort beispielsweise komplett.
Wer noch breiter streuen wolle, könne laut Cacace auch globale Indizes inklusive Schwellenländer und kleinerer Unternehmen wählen. „Der MSCI All Country World Investable Market Index enthält aktuell über 8000 Aktien“, erklärt der ETF-Experte.